Asthmaanfall: Die besten Verhaltensregeln & Methoden dagegen

Bei vielen Betroffen beginnt ein akuter Asthmaanfall mit einem Husten und einer pfeifenden Atmung (Kurzatmigkeit). Nach der Kurzatmigkeit folgt die Atemnot. Die Ausprägung kann sehr unterschiedlich sein.  Es stellt sich nun die Frage, inwiefern ein Asthmaanfall negative Konsequenzen für den Körper hat und wie diese Krankheit verursacht wird.

In diesem Artikel erfährst du alles, was man über diese Krankheit wissen sollte, um einen Asthmaanfall rechtzeitig zu erkennen bzw. zu handeln. Wir verraten dir auch wie du dich dabei verhalten solltet. Wir geben dir also hiermit zahlreiche  Tipps und Handlungsmöglichkeiten um den Umgang mit solch einer Krankheit zu erlernen und damit umzugehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Asthma ist eine sehr häufige Erkrankung die durch chronische Entzündungen der unteren Atemwege verursacht wird.
  • Menschen die an unteren chronischen Entzündungen der Atemwege leiden, leiden häufig auch an chronischen Erkrankungen der oberen Atemwege.
  • Das Verständnis der Wissenschaft für Asthma verbessert sich stetig und ist deshalb wichtig die Ärzte diese Krankheit sowohl der oberen als auch der unteren Atemwege behandeln und mit der Definition des Asthmas und Pathophysiologie vertraut sind.

Definition: Was ist ein Asthmaanfall?

Der Begriff Asthma kommt aus dem griechischen und bedeutet übersetzt Beklemmung. Bei dieser Krankheit handelt es sich um eine lang andauernde (chronische) und gleichzeitig anfallsartige entzündliche Erkrankung der Atemwege. Bei Asthma sind die Bronchien überempfindlich und stehen mit den unterschiedlichsten Reizen in Verbindung (sog. Hyperreagibilität).

Die typischsten Beschwerden bei Asthma sind zum einen: Husten, pfeifende Atmung, Kurzatmigkeit, Atemnot, als auch ein Engegefühl in der Brust. Diese asthmatischen Beschwerden treten bei den Betroffenen häufig in den frühen Morgenstunden und in den Nächten auf.

Ein Merkmal von Asthma ist, dass die Probleme  meist wieder weggehen, entweder von selbst oder nach einer bestimmten Einnahme von Medikamenten. Bei den Asthmatikern können die Krankheitsstufen und Perioden unterschiedlich sein.

So kann der Betroffene für einen bestimmten Zeitraum beschwerdefrei sein und nach einer bestimmten Zeit wieder von dieser Krankheit betroffen sein. Bei dieser Erkrankung unterscheidet man zwischen einem gemischt förmigen Asthma (nicht allergisches Asthma: intrinsisches Asthma) und einem allergisches Asthma. (1)

Hintergründe: Was du alles über einen Asthmaanfall wissen solltest

Bevor wir dir die besten Lösungen zu einem Asthmaanfall näherbringen, ist es sehr wichtig, dass du dir erstmal ein Bild von dieser Krankheit machst. Dazu haben wir dir die wichtigsten  Fragen herausgearbeitet und ausführlich beantwortet, um deine letzten Zweifel aufzuräumen.

Wie zeigt sich ein Asthmaanfall?

Folgendermaßen äußert sich ein Asthmaanfall bei den Betroffenen:

  • Husten
  • akute Atemnot
  • Unruhe und Angst
  • erschwerte Atmung
  • Engegefühl in der Brust
  • pfeifende Geräusche bei der Atmung (vor allem Ausatmung) (2)

Was löst einen Asthmaanfall aus?

Es gibt sehr viele Stoffe, die einen Asthmaanfall auslösen können. Hast du bereits eine Allergie, so kann diese bei dir zu Atembeschwerden und Husten führen. Personen die während der Arbeit in Kontakt zu Fischprodukten, Tieren, Baustoffe, Mehl, Chemikalien und bestimmte Gasen stehen, kann sich ein berufsbedingtes Asthma entwickeln.

Durch kleine Partikel von Substanzen gelangen diese durch das Einatmen oder durchs Blut in die Lunge. Diese Substanzen reizen die Schleimhäute in den Atemwegen und schwellen diese an. Die Bronchien ziehen sich durch die gereizten Schleimhäute wieder ein. Das führt wiederum zu Problemen bei der Ausatmung (Erschwerte Ausatmung) und sorgt für Husten.

Die Auslöser eines Asthmaanfalls sind sehr vielfältig. Ein ausgelöster Reiz könnte eine Infektionen der unteren und oberen Luftwege sein. Auch körperliche Anstrengungen und psychische Belastungen können Asthma verursachen. (Bildquelle: Brittany Colette / Unsplash)

Es muss nicht immer ein Zusammenhang zwischen einem Asthmaanfall und einer Allergie ergeben. Personen, die nicht unter einer Allergie leiden, können unter Reiz auflösenden Faktoren wie z.B.: Tabakrauch, kalte Luft, starke Parfümgerüche etc. mit asthmatischen Zeichen reagieren. Oftmals werden diese asthmatische Probleme durch Infektionen der Atemwege verursacht.

Einige von Ihnen haben nach einer körperlichen Tätigkeit Atembeschwerden. Diese Art von Asthma wird auch als Anstrengungsasthma bezeichnet. Es gibt Patienten die entweder auf mehrere Faktoren einen Asthmaanfall bekommen und es gibt wiederum welche die durch bestimmte Substanzen ausgelöst werden. Dabei können Menschen trotz gleicher Bedingungen bzw. Faktoren sehr unterschiedlich reagieren.

Medikamente können zu einem Asthmaanfall führen. Vor allem blutverdünnende- und schmerzstillende (Acetylsalicylsäure) Medikamente führen bei den Betroffenen zu schweren Asthmaanfälle. Auch Betablocker (Herzmedikamente) können ein vorhandenes Asthma entweder verschlimmern oder auflösen.

Auch starke emotionale Belastungen können bei den Betroffenen zur Atemnot und Husten führen. Mit der Zeit erkennen sehr viele Menschen, die Faktoren, die zu Beschwerden führen, und können diese gezielt vermeiden.

Was passiert bei einem Asthmaanfall mit dem Körper und der Lunge?

Kommt es bei dem Asthmatiker zu einer Muskelverkrampfung der Atemwege und sind die Bronchialschleimhäute verengt, so fällt es der Betroffenen Person nur sehr schwer auszuatmen. Die Person muss für eine normale Atmung sehr viel Kraft anwenden. Je schlechter du die Luft ausatmest, desto schlechter kann neue, sauerstoffreiche Luft eingeatmet werden.

Die Folge: es kommt bei der Person zu einer akuten Atemnot (Erstickungsangst) und Kurzatmigkeit. Der Asthmatiker kann gegen diese Krankheit durch bestimmte Medikamente und Atemübungen entgegenwirken. Dazu erfährst du im nächsten Abschnitt mehr.

Wie lange hält ein Asthmaanfall an?

Die Ausprägung und vor allem die Dauer eines Asthmaanfalls können sehr unterschiedlich sein. Ein solcher Anfall kann von wenigen Minuten bis hin zu einigen Stunden andauern. Bei einem sehr schweren Asthmaanfall handelt es sich um einen akuten medizinischen Notfall, der schnell in einem Mediziner (Krankenhaus) behandelt werden muss. Bei den meisten Asthmatikern kommt es nur selten so weit. (3)

Wie wird ein Asthma diagnostiziert?

Ärzte führen bei den Patienten einen Lungenfunktionstest durch, um die Leistungsfähigkeit der Lunge zu überprüfen. Bei Asthmatikern ist es besonders wichtig zu messen, inwiefern die eingeatmete Luft ungehindert und frei durch die Bronchien ausströmen kann oder verengte Bronchien den Atemfluss minimieren. Für diese Testung genügt die Spirometrie oder die Peak-Flow-Messung aus. (4)

  • Spirometrie: Bei dieser Methode der Testung wird die Geschwindigkeit vom Luftstrom bei der Einatmung (Menge) als auch bei der Ausatmung gemessen. Der Patient atmet stark durch ein Mundstück eines Messgeräts (Spirometer). Das Spirometer misst die Menge an Luft und die ausgeatmete Luft in Sekunden (Ein-Sekunden-Kapazität FEV1). Diese Messung kann bei jedem Hausarzt durchgeführt werden.
  • Peak-Flow-Messung: Diese Art von Messung bzw. Untersuchung kann jeder bei sich zu Hause ausführen. Das Peak-Flow-Messgerät ist ein kleines und gleichzeitig handliches Gerät in der die Person sehr Kräftig reinpusten muss. Das kleine Gerät misst den Luftstrom (Geschwindigkeit) der ausgeatmeten Luft. Die Werte geben dem Patienten eine Überblick inwiefern die Bronchien verengt sind.

Asthmaanfall: Die besten Verhaltensregeln & Methoden für einen Asthmaanfall

In diesem Abschnitt geben wir dir deinen Angehörigen und bei stehenden Personen bei einem Asthmaanfall sämtliche Tipps und Tricks wie ihr gegen einen Anfall handeln müsst. Hierzu sind im folgenden Abschnitt für dich hilfreiche Tipps aufgelistet, die du je nach Bedarf ausprobieren kannst. Auf einen ärztlichen Besuch solltest du trotz der Empfehlungen nicht verzichten.

Verhaltensregeln für Betroffene bei einem Asthmaanfall

Diese Verhaltensregeln können dir während eines Asthmaanfalls weiterhelfen:

  • Du solltest erstmal die Ruhe bewahren! Panik und Angst führt leider zu einer länger anhaltende Atemno,t welches zu einem bedrohlichen Sauerstoffmangel führen kann. In dieser Situation solltest du dich Entspannen. Hierbei kann ein autogenes Training sehr hilfreich sein.
  • Du solltest bei einem Asthmaanfall eine bestimmte Körperhaltung einnehmen. Jeder hat eine ganz individuelle Technik die dir das Atmen erleichtern kann (Torwartstellung, Kutschersitz, Reitsitz).
  • Deine bereits erlernte Atemtechnik (Lippenbremse), sollte dir trotz deiner Atemnot effektiv das ein- und ausatmen erleichtert. Diese Atemtechnik solltest du als Unterstützung anwenden. (5)
  • Sollte es sich bei dir um einen allergischen Asthmaanfall handeln, so solltest du dich schnellstmöglich von den allergieauslösenden Faktoren entfernen.
  • Sollten diese Mittel bzw. Methoden nicht helfen und zur Verbesserung führen, so solltest du zu deinen Medikamenten übergehen (Notfallplan). Du solltest im Bewusstsein sein und zu den richtigen Medikamenten greifen. Um eine Verwechslung der Medikamente zu vermeiden, solltest du diese farblich markieren.
  • Falls es schlimmer wird und dir diese Ratschläge nicht helfen, solltest du dir ärztlichen Beirat holen und je nach Situation den Notfalldienst deiner Stadt informieren.

Verhaltensregeln für Außenstehende

Bei einem ernsthaften Asthmaanfall leiden die Patienten unter starken Husten und Atemnot. Die Brust fühlt sich verspannt und eng an. Das Sprechen wird schwieriger. Ein Asthmaanfall kann sich über mehrere Stunden, Tage oder sogar Minuten entwickeln. Es sollte schnell Hilfe geleistet werden.

Die Symptome eines Asthmatikers sind Blauverfärbung der Lippen und Fingernägel, flache Atmung und er kann nicht mehr richtig sprechen. Bei einem akuten Asthmaanfall sollte der Beistehende den Notarzt rufen.

Die Torwartstellung ist neben vielen anderen, eine Atemtechnik für Asthmaanfälle. Die Beine sollten bei der Torwartstellung leicht gespreizt sein. (Bildquelle: Alvaro Mendoza / Unsplash)

Die Begleitperson sollte den Betroffenen Asthmatiker nach Notfallmedikamente fragen und ihn dabei helfen diese einzunehmen. Bei einem Asthmaanfall sollten beide die Ruhe bewahren. Unruhen verschlechtern die Situation des Betroffenen.

Du solltest dem Asthmatiker helfen die richtige Körperhaltung einzunehmen (Bsp.: Kutschersitz, Torwartstellung). Beim Kutschersitz werden die Hände im Sitzen auf die Knie gelegt und der Oberkörper sollte leicht nach vorne gebeugt werden. Viele Asthmatiker haben eigene Techniken der Körperhaltung und Atmung.

Verhaltensregeln für Betroffene mit & ohne Medikamente

Wie bereits oben erwähnt gibt es zahlreiche Körperhaltungen und Atemtechniken die gegen einen Asthmaanfall wirken können. Hat der Asthmatiker sein Notfallmedikament dabei sollte er diese schnell einnehmen. Es ist sehr wichtig das alle, der Asthmatiker selbst und die umstehenden Personen die Ruhe bewahren. Durch die Techniken sollte sich die Situation verbessern. Sollte dies nicht der Fall sein so sollte er bzw. Angehörige dringend einen Notarzt informieren.

Fazit

Gegen einen Asthmaanfall gibt es unzählige Möglichkeiten zu handeln. Fast jeder Asthmatiker hat bzw. sollte einen eigenen Notfallplan haben. Auch die Symptome können von Person zu Person sehr unterschiedlich ausfallen. Die Methoden zur Besserung des Anfalls sollten von der betroffene Person angewandt werden. Dabei ist es besonders wichtig, die Ruhe zu bewahren.

Auch bei stehende Personen sollten die Ruhe bewahren, um die Situation des Betroffenen nicht zu verschlechtern. Sollte sich die Situation deutlich verschlechtern, so sollte dringend ein Notarzt informiert werden. Das Notfallmedikament sollte immer in der Nähe sein und bei Bedarf Farblich markiert werden (Verwechslungsgefahr andere Medikamente).

Literaturhinweise (5)

1. Mims JW. Asthma: definitions and pathophysiology. Int Forum Allergy Rhinol. 2015 Sep;5 Suppl 1:S2-6. doi: 10.1002/alr.21609. PMID: 26335832.
Source

2. Krishnan JA, Lemanske RF Jr, Canino GJ et al. Asthma-Ergebnisse: Symptome. J Allergie Clin Immunol . 2012;129(3 Suppl):S124-S135. doi:10.1016/j.jaci.2011.12.981
Source

3. Martyn M, Weaver AL, Jacobson RM, Juhn YJ. Characterization of the duration from onset of asthma symptoms to asthma disease. Ann Allergy Asthma Immunol. 2008 Jun;100(6):589-95. doi: 10.1016/S1081-1206(10)60059-2. PMID: 18592824.
Source

4. Drake SM, Simpson A, Fowler SJ. Asthma Diagnosis: The Changing Face of Guidelines. Pulm Ther. 2019;5(2):103-115. doi:10.1007/s41030-019-0093-y
Source

5. Cooper S, Oborne J, Newton S, Harrison V, Thompson Coon J, Lewis S, Tattersfield A. Effect of two breathing exercises (Buteyko and pranayama) in asthma: a randomised controlled trial. Thorax. 2003 Aug;58(8):674-9. doi: 10.1136/thorax.58.8.674. PMID: 12885982; PMCID: PMC1746772.
Source

Wissenschaftliche Studie
Mims JW. Asthma: definitions and pathophysiology. Int Forum Allergy Rhinol. 2015 Sep;5 Suppl 1:S2-6. doi: 10.1002/alr.21609. PMID: 26335832.
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Wissenschaftliche Studie
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Martyn M, Weaver AL, Jacobson RM, Juhn YJ. Characterization of the duration from onset of asthma symptoms to asthma disease. Ann Allergy Asthma Immunol. 2008 Jun;100(6):589-95. doi: 10.1016/S1081-1206(10)60059-2. PMID: 18592824.
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