Selbstmanagement: Definition und Methoden

Egal ob im Job, in der Schule und im Studium oder im Alltag, wir müssen uns täglich zahlreichen Aufgaben stellen und diese bewältigen. Da können die Ressourcen durchaus mal knapp werden. Doch mit dem richtigen Selbstmanagement wird dir so gut wie jede Aufgabe gelingen und auch größere Herausforderungen lassen sich viel einfacher bewerkstelligen.

In unserem Beitrag zu dem Thema Selbstmanagement versuchen wir dir alles über die verschiedenen Herangehensweisen und Methoden des Selbstmanagements zu erklären, um dir so einen optimalen Überblick zu verschaffen. Dabei gehen wir zum einen darauf ein, was Selbstmanagement überhaupt ist und geben dir anschließend wichtige Informationen und Ratschläge dazu, wie du den Weg zu deinem persönlichen Selbstmanagement findest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Selbstmanagement bezeichnet die Kompetenz, mithilfe verschiedener Methoden und Strategien anstehende Aufgaben unabhängig von äußeren Einflüssen für sich selbst managen zu können.
  • Beim Selbstmanagement geht es darum, bevorstehende Aufgaben bewusst in die Hand zu nehmen, wobei die Grundlage für effizientes Arbeiten aus einem Zusammenspiel von Planung, Organisation, Motivation und Zielsetzung besteht.
  • Es gibt insgesamt acht verschiedene Methoden, mit denen du dich aktiv selbst managen kannst. Dabei musst du selbst entscheiden, welche Selbstmanagement-Methode am besten zu dir passt.

Hintergründe: Was ist Selbstmanagement und wieso ist es wichtig?

Ein gutes Selbstmanagement ist wichtig, um die gewünschte Leistung zu erbringen und Erfolge zu erzielen. Was genau Selbstmanagement bedeutet und warum es so wichtig ist, klären wir hier für dich in unserem Ratgeber. Im Folgenden findest du die wichtigsten Informationen über das Selbstmanagement und die am häufigsten auftretenden Fragen in Bezug auf das Selbstmanagement.

Was ist Selbstmanagement?

Der Begriff Selbstmanagement stammt aus der Psychologie und wurde ursprünglich in der klinischen Verhaltenspsychologie und Therapie entwickelt. Das Selbstmanagement dient grundlegend dazu, Methoden aufzustellen, um Aufgaben zielgerichtet und effektiv bewältigen zu können.

Zudem ist ein wichtiger Aspekt des Selbstmanagements neben der Motivation auch die Kompetenz, die eigenen Bedürfnisse zu regulieren und externe Zielvorgaben realisierbar zu machen. (1)

Es geht also darum, eine Technik und Methode zu finden, mit der du deine Arbeitsweise perfektionieren und effizienter gestalten kannst. Beim Selbstmanagement geht es darum, die Organisation und Planung zum Erreichen der eigenen Ziele sowie sämtlicher von außen auferlegten Ziele selbst zu übernehmen und persönlich zu gestalten.

Was ist der Unterschied von Selbstmanagement und Zeitmanagement?

Oftmals werden Selbstmanagement und Zeitmanagement miteinander verglichen oder sogar miteinander verwechselt. Zwar betrifft die richtige Zeiteinteilung einen Teil des Selbstmanagements, jedoch solltest du bedenken, dass die Zeit immer gleich abläuft und sich demnach nicht aktiv ändern lässt.

Beim Zeitmanagement geht es im die sinnvolle Nutzung deiner Zeit. (Bildquelle: 123rf / alextype)

Das Zeitmanagement bezeichnet die effektive Vorgehensweise, anstehende Aufgaben sinnvoll auf die dir zur Verfügung stehende Zeit zu verteilen. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass die Zeit eine fixe Größe ist und als Ressource gilt, die sich nicht verändern oder wiederholen lässt. Beim Zeitmanagement geht es darum, dass du dir deiner eigenen Zeitnutzung bewusst bist und im Rahmen des Selbstmanagements deine Zielsetzung an die gegebene Zeit anpasst. (2)

Das Selbstmanagement setzt also bei dir selbst an. Selbstmanagement konzentriert sich darauf, wie du deine Arbeitszeit optimal nutzen kannst. Die persönliche Herausforderung hierbei besteht darin, wie du mit der Zeit umgehst, wie du deinen Tagesablauf planst und wie du deinen Alltag organisierst. Bei deiner Zeiteinteilung kannst du mit sogenannten Puffern arbeiten.

Wie funktioniert Selbstmanagement?

Das Selbstmanagement obliegt vier wichtigen Faktoren, die eng miteinander zusammenhängen: Die Planung von Aufgaben und Zielen sorgt für effizientes Arbeiten und bringt mit der richtigen Organisation Struktur in die Arbeit und den Alltag. Doch können Aufgaben oft nur dann effizient erledigt werden, wenn du auch genügend Motivation hast, deine Ziele zu verfolgen.

Planung

Du solltest dir bereits vorab überlegen, welche Aufgaben du erledigen musst und möchtest und dir einen entsprechenden Plan erstellen. Dies kann beispielsweise eine To-do-Liste für den Tag sein oder aber für die ganze Woche. Versuche, diesen Plan nach Reihenfolge abzuarbeiten, um nicht zwischen verschiedenen Bereichen durcheinanderzugeraten und effizient bei einer Sache zu bleiben.

Organisation

Mit der Organisation deiner Pläne bringst du Struktur in deinen Tag. Es hilft dir dabei Umwege zu umgehen und auf direktem Weg an dein Ziel zu kommen. Mit einigen geplanten Pausen kannst du deinen Fokus schärfen und deine Konzentration steigern, um so effektiv zu arbeiten. Sollte dir die Arbeit schnell zu viel werden, dann richte deine Organisation danach und baue täglich möglicherweise ein paar Entspannungsübungen gegen Stress ein. Hier spielt nur die richtige Zeiteinteilung eine wichtige Rolle.

Motivation

Beim Selbstmanagement geht es nicht nur um die Effizienz bei der Arbeit, sondern auch um die Regulation von Motivation. Lästige und schwere Aufgaben macht niemand gerne, jedoch kommt auch niemand um sie herum.

Finde einen Weg, dich selbst zu motivieren, indem du besonders aufwendige und schwere Aufgaben beispielsweise zuerst erledigst oder dich auf den damit verbundenen Erfolg konzentrierst, wenn du verspürst, wenn dieses Ziel erreicht ist. Aufgaben, die mit einem positiven Gefühl von Stolz versehen werden, lassen sich viel einfacher erledigen. (3)

Außerdem kannst du dir anhand deiner Planung ebenfalls einen positiven Aspekt auf deine Aufgaben legen, indem du dir vor Augen führst: Wenn ich Punkt eins erledigt habe, kann ich mich Punkt zwei widmen usw.

Zielsetzung

Persönliche Ziele können zwar hoch angesetzt werden, sollten aber stets realisierbar sein. Klare Ziele zu setzen ist mitunter die wichtigste Aufgabe des Selbstmanagements.

Stell dir die Fragen, was du am Ende des Tages erreicht haben möchtest, welche Ziele du verfolgst und worin du dich möglicherweise noch verbessern möchtest. Ziele, die du dir selbst vor Augen führst, verschärfen nicht nur deinen Fokus, sondern spielen auch im Zusammenhang mit deiner Motivation, das Ziel zu erreichen, eine bedeutende Rolle.

Zudem ist es sinnvoll, Ziele, die du bearbeiten willst, lieber für dich zu behalten. Laut einer Studie zeigte sich, dass die Personen, die ihre Ziele nicht preisgaben, fleißiger an ihren Aufgaben arbeiteten, als diejenigen, die vorher zu ihren Zielen befragt wurden.

Du solltest dir keinen zusätzlichen Druck auferlegen, indem du deinen Kollegen und Kolleginnen von deinen Zielen berichtest sondern, dich bei deiner Zielsetzung lieber auf deinen eigenen Erfolg konzentrieren. (4)

Warum ist Selbstmanagement wichtig?

Durch ein effektives Selbstmanagement kannst du strukturiert und somit wesentlich effizienter arbeiten. Wenn du dich selbst und deine Aufgaben ohne Hilfe von außen organisieren und managen kannst, vermeidest du zusätzliche Arbeit und vor allen Dingen Stress.

Ohne das passende Selbstmanagement wirst du schnell den Überblick über bevorstehende Aufgaben, Termine und Aktivitäten verlieren und schnell unzufrieden sein. Durch eine strukturierte und gut organisierte Planung wirst du beim Selbstmanagement Erfolge viel besser wahrnehmen können und so auch bei Aufgaben, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, viel mehr Motivation aufbringen.

SelbstmanagementKein Selbstmanagement
  • Schnelles und effizientes Erledigen von Aufgaben
  • Stress vermeiden
  • Gesteigerte Motivation
  • Mehr Zufriedenheit
  • Kontrolle und Überblick bewahren
  • Schnell den Überblick verlieren
  • Chaos
  • Aufgaben vergessen oder nicht rechtzeitig erledigen
  • Termine verpassen
  • Hohes Prokrastinationsrisiko

Das passende Selbstmanagement hilft dir dabei, die richtigen Ziele zu wählen und diese mit möglichst geringem Ressourcenaufwand zu bewerkstelligen.

Du wirst recht schnell feststellen, dass du durch die gewonnene Zeit, in der du dich nicht damit beschäftigen musst zu überlegen, was als Nächstes ansteht und ob auch alles fertig ist, viel mehr Aufmerksamkeit und Zeit in die Dinge in deinem Leben investieren kannst, die dir wichtig sind.

Bei einem guten Selbstmanagement spielt auch die Motivation eine wichtige Rolle. Finde einen Weg, dich selbst zu motivieren deine Ziele zu erreichen oder deine Ziele zu erweitern. (Bildquelle: Carl Heyerdahl / unsplash)

Es ist bei jeder Aufgabe wichtig, stets einen klaren Kopf zu behalten und immer von Vorteil selbstbestimmt, eigenverantwortlich und souverän handeln zu können sowie unabhängig von anderen zu sein.

Wie kann ich mein Selbstmanagement verbessern?

Beim Selbstmanagement geht es grundlegend darum, wie du deine Aufgaben und dein Leben aus eigenen Kräften heraus effizient und effektiv gestaltest, um deine Ziele zu erreichen und zu steigern. Dabei können die unterschiedlichsten Strategien angewandt werden. Beispielsweise können bestimmte Regeln aufgestellt werden, die besagen, dass du etwas Bestimmtes machst, wenn etwas Bestimmtes eintritt.

Laut einer Studie wurde belegt, dass Menschen ihre Ziele viel schneller erreichen, wenn sie sich bereits zuvor eine Strategie für ihre Arbeitsweise ausgedacht haben. So kannst du dir zum Beispiel Folgendes vornehmen: Wenn dein Handy klingelt, ignorierst du es so lange, bis deine Aufgaben erfolgreich erledigt sind. (5)

Im Folgenden haben wir dir ein paar Übungen und Richtlinien zusammengestellt, mit denen du deine Aufgaben und deinen Alltag besser managen kannst.

  • Prioritäten setzen: Du musst lernen, Entscheidungen zu treffen. Die wichtigste Disziplin im Selbstmanagement ist es, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen. Es ist nicht immer leicht, die richtige Entscheidung zu treffen. Überlege dir, welche Aufgaben und Aktivitäten Vorrang haben und richte dich nach dieser Einschätzung. Doch bleibe deiner Entscheidung dabei treu, sie ist getroffen und solltest dich daran halten. So lernst du auch in Zukunft einfacher die richtige Entscheidung zu treffen und Prioritäten zu setzen.
  • Schon morgens einen Überblick verschaffen: Dabei müssen deine Entscheidungen nicht immer spontan getroffen werden. Manche Dinge lassen sich viel einfacher erledigen, wenn sie in eine Routine eingebaut werden. Überlege dir deine persönliche Morgenroutine, mit der du dir bereits zu Beginn des Tages einen Überblick darüber verschaffst, welche Aufgaben dir noch bevorstehen und welche Ziele du dir für den Tag setzen kannst. Nicht jedem fällt früh aufstehen leicht und vielleicht musst du das auch gar nicht. Mit einem durchdachten Plan vergeudest du keine Zeit und kannst jede Aufgabe fokussiert angehen.
  • Zeitpuffer einrichten: Falls die Planung jedoch mal nicht aufgehen sollte oder spontan eine neue Aufgabe dazu kommt, gibt es auch für solche Fälle eine Lösung. Plane in deinem Zeitmanagement einige Zeitpuffer mit ein, sodass Aufgaben, die du vielleicht vergessen hast oder Aufgaben, die neu dazu kommen dich nicht unter Zeitdruck setzen. Es kann immer eine Planänderung geben, sei vorbereitet.
  • Disziplin und Geduld bewahren: Manchmal kann dein Plan noch so gut gestaltet sein, aber du kommst deinem Ziel einfach nicht näher. Lerne geduldig zu bleiben und bewahre dennoch deine Motivation und Disziplin. Nicht jede Aufgabe lässt sich schnell und an nur einem Tag erledigen. Manche Ziele benötigen etwas mehr Ausdauer und du solltest weiterhin realistisch bleiben. Gestehe dir auch mal den ein oder anderen Fehler ein, atme tief durch und achte darauf, wo deine Stärken und deine Schwächen liegen. Beim nächsten Mal kannst du die Situation möglicherweise schon viel besser einschätzen.

Welche Hilfsmittel kann ich für mein Selbstmanagement heranziehen?

Apps und Computerprogramme

Pros Cons
Termine können online geteilt werden Weniger Privatsphäre
Dein Smartphone hast du immer dabei Notizen nicht haptisch und getrennt vom Computer vor Augen
Schnell und flexibel Technische Abhängigkeit
Erinnerungen
Übersichtlicher und keine Kritzeleien

Klassische Hilfsmittel wie To-do-Listen, Notizzettel und Kalendereinträge lassen sich heutzutage auch alle digital erstellen und brauchen nicht mehr zwangsläufig Stift und Papier.

Mit einem virtuellen Notizblock und deinem Google-Kalender kannst du deine Gedanken, Aufgaben und Termine mit allen wichtigen Details genauestens festhalten und mit deinen Kollegen und Kolleginnen teilen und einfach online abstimmen.

Digital erstellte Notizen können jederzeit geändert und ergänzt werden, ohne dass du etwas durchstreichen musst oder in Platzmangel gerätst. Zudem gibt es unterschiedliche Apps und digitale Tools, die ausschließlich für das Selbstmanagement erstellt wurden und darauf ausgelegt sind, für eine systematische und produktive Arbeitsweise zu sorgen.

Notizbücher und Kalender

Pros Cons
Kreativere Darstellungsmöglichkeiten Langsamer
Auf Papier notierte Dinge bleiben besser im Gedächtnis Du brauchst immer einen funktionierenden Stift
Mehr Privatsphäre Je nach Größe oftmals unflexibel
Unabhängig

Notizbücher und Kalender sind schon immer ideale Hilfsmittel für die Planung und Organisation bei deinem Selbstmanagement, da sie sich in unterschiedlichen Ausführungen und Größen optimal deinen persönlichen Präferenzen anpassen lassen. Viele bevorzugen es, einen großen Kalenderblock als Schreibtischunterlage zu verwenden, wodurch sämtliche Termine und Aufgaben niemals aus dem Blickfeld geraten.

Ein kleines Notizbuch oder deinen Kalender kannst du immer und überall dabei haben, unabhängig davon, mit welchen Ressourcen und woran du gerade arbeitest. (Bildquelle: Emma Matthews Digital Content Production / unsplash)

Außerdem reicht es nicht immer aus, nur ein Wort oder einen Satz zu notieren, manchmal sind kleine Symbole oder Zeichnungen als Hinweise sehr hilfreich. In einem Notizbuch oder Kalender aus Papier kannst du deinen kreativen Darstellungsmöglichkeiten freien Lauf lassen und musst einfach nur den Stift zücken und drauf los zeichnen.

Welche Methoden zum Selbstmanagement gibt es?

Hast du die Grundlagen des Selbstmanagements erst einmal verstanden, geht es weiter zu den unterschiedlichen Methoden. Dabei gibt es eine recht große Auswahl verschiedener Methoden, mit denen du dein Selbstmanagement aktiv durchführen kannst. Im Folgenden werden wir dir die acht wichtigsten Methoden zum Selbstmanagement vorstellen.

Die ALPEN-Methode

Die ALPEN-Methode wurde von dem Auto Lothar J. Seiwert entwickelt und wird spezifisch zur Tagesplanung verwendet. Hierbei handelt es sich um eine recht einfache und unkomplizierte Methode des Selbstmanagements.

Bei der ALPEN-Methode wird eine vereinfachte Form einer To-do-Liste angefertigt, die sämtliche Aufgaben, Termine und geplante Aktivitäten ohne eine Priorisierung oder festgelegte Reihenfolge enthält. Periodisch wiederkehrende Aufgaben oder unerledigte Aufgaben vom Vortag werden dabei einfach wieder in der neuen To-do-Liste aufgenommen. (6)

Der Begriff ALPEN steht dabei als Akronym und beschreibt die Anfangsbuchstaben der fünf Schritte der Methode.

Bedeutung
AAufgaben und Termine notieren
LLänge einschätzen
PPufferzeit einplanen (maximal 60% der Arbeitszeit)
EEntscheidungen treffen
NNachkontrollieren, was ich erreicht habe

Das Eisenhower-Prinzip

Bei dem Eisenhower-Prinzip wird zwischen dringenden und wichtigen Aufgaben unterschieden. Wichtige Aufgaben sind jene, die dich deinen Zielen, Träumen und Wünschen näher bringen.

Dringende Aufgaben dagegen sind die Aufgaben, die bis du zu einem bestimmten Zeitpunkt oder Termin erledigen musst, wodurch sie deine unmittelbare Aufmerksamkeit erfordern. Es wird zwischen A-Aufgaben, B-Aufgaben, C-Aufgaben und D-Aufgaben unterschieden. Dabei ist das Zusammenspiel von Dringlichkeit und Wichtigkeit der Aufgaben relevant. (7)

  • A-Aufgaben: Diese Aufgaben sind wichtig und dringend. Du solltest sie sofort erledigen.
  • B-Aufgaben: Diese Aufgaben sind wichtig, aber nicht dringend. Du musst sie zwar nicht sofort erledigen, sie sind aber so wichtig, dass sie fest in deine Zeitplanung mit aufgenommen werden müssen.
  • C-Aufgaben: Diese Aufgaben sind dringend, aber nicht wichtig. Du solltest diese Aufgaben entweder nach den wichtigeren Aufgaben erledigen oder möglicherweise an einen Kollegen oder eine Kollegin delegieren und sie nicht selbst erledigen.
  • D-Aufgaben: Diese Aufgaben sind weder dringend, noch wichtig. Du kannst sie ohne Weiteres streichen, sie müssen nicht erledigt werden.
Um seine Ziele zu erreichen, erfand der US-Präsident Dwight D. Eisenhower eine Methode, mit der er seine Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit organisierte. Die Methode basiert auf folgendem Zitat: „Ich habe zwei Arten von Problemen, die dringenden und die wichtigen. Die dringenden sind nicht wichtig, und die wichtigen sind niemals dringend.“ (Bildquelle: Science in HD / unsplash)

Die ABC-Analyse

Die ABC-Analyse ist recht identisch zum Eisenhower-Prinzip, umfasst im Gegensatz zu diesem Prinzip jedoch nur drei Kategorien, in welche die anstehenden Aufgaben eingeteilt werden.

Hierbei handelt es sich um eine recht einfache und schnelle Methode zum Selbstmanagement. Mit der ABC-Analyse werden Aufgaben weitestgehend spontan und intuitiv sortiert. Dabei werden sämtliche Aufgaben lediglich nach ihrer Wichtigkeit priorisiert. (8)

  • A-Aufgaben: Diese Aufgaben sind sehr wichtig, du solltest sie sofort erledigen.
  • B-Aufgaben: Diese Aufgaben sind weniger wichtig, du kannst sie später erledigen oder sie delegieren.
  • C-Aufgaben: Diese Aufgaben sind kaum oder gar nicht wichtig, du kannst sie entweder ebenfalls delegieren oder ganz verwerfen.

Die GTD-Methode

Die Getting Things Done Methode ist auf den Autor und Produktivitätsberater David zurückzuführen und bezeichnet eine Selbstmanagement-Methode, bei der sämtliche Aufgaben in Listen erfasst und mithilfe von Terminkalendern geplant werden. Das Grundprinzip liegt dabei beim schriftlichen Notieren der Aufgaben.

Der Fokus soll ausschließlich auf die Aufgaben selbst gelegt werden, sodass du keine Gedanken mehr an deine Planung richten musst, ohne dabei auch nur eine Aufgabe zu vergessen. Wichtig dabei ist die Kategorisierung der Aufgaben in die drei W-Fragen: wann, wie und wo. (9)

Die GTD-Methode erfolgt nach fünf Schritten, deren Reihenfolge genauestens festgelegt ist:

  1. Sammeln: Alle anstehenden Aufgaben und Termine werden notiert und an einem Ort gesammelt. Dies kannst du sowohl analog als auch digital machen.
  2. Verarbeiten: Die gesammelten Notizen werden anschließend sortiert und eingeordnet. Dabei beachtest du die Fragen, um welche Aufgabe es sich handelt, ob du aktuell etwas tun kannst und was du aktuell tun kannst.
  3. Organisieren: Nun organisierst du deine gelisteten und sortierten Notizen. Termine werden in den Kalender eingetragen, Aufgaben, die eine Handlung erfordern, kommen auf die Zwischenablage, Aufgaben, die einen großen Zeitraum erfordern, werden als Projekte markiert und regelmäßig gesichtet. Lege dir feste Termine für die Aufgaben und Projekte in deinem Kalender an und erstelle eine Erinnerungsliste für alle Aufgaben. Aufgaben, die besonders schnell gehen, solltest du am besten direkt erledigen.
  4. Durchsehen: Da alle Termine und Aufgaben sorgfältig gelistet sind, solltest du mehrmals täglich in deinen Kalender schauen und prüfen, was als Nächstes ansteht. Zudem kann es oft Veränderungen geben und neue Termine können dazu kommen. Du solltest deine Listen also regelmäßig durchsehen, ergänzen und auf ihre Aktualität prüfen.
  5. Erledigen: Um herauszufinden, welche Aufgabe als Nächstes erledigt wird, solltest du nach den vier Kriterien Kontext, verfügbare Zeit, verfügbare Energie und Priorität vorgehen. Erstelle zusätzliche Kontext Listen, damit du immer weißt, in welchem Kontext du dich befindest und welche Aufgaben zusammenpassen könnten. Außerdem solltest du immer einen Blick auf die Zeit haben und wissen, welche Aufgabe in welchen zeitlichen Rahmen passt. Aufgaben sollten zudem stets an dein Leistungsniveau angepasst werden. Schwierige Aufgaben solltest du nicht bei dauerhafter Müdigkeit oder zunehmender Antriebslosigkeit erledigen, sondern zu den Zeiten einplanen, an denen du auch viel Energie hast. Dennoch ist es immer wichtig, dass du die Aufgaben mit der höchsten Priorität an vorderste Stelle setzt.

Die SMART-Methode

Bei der SMART-Methode geht es darum, deine Ziele richtig und smart auszuwählen. Zu einem erfolgreichen Selbstmanagement gehört neben dem erfolgreichen Abschluss deiner Aufgaben und der Verbesserung deiner Konzentration auch eine sinnvolle Definition deiner Ziele. Deine Ziele sollten messbar und vor allen Dingen umsetzbar sein. (10)

Die SMART-Methode selbst ist ein Akronym und steht für folgende Richtlinien:

AkronymBedeutung
SSpezifischZiele müssen konkret und klar formuliert sein, also so spezifisch wie möglich
MMessbarZiele müssen qualitativ oder quantitativ messbar und überprüfbar sein
AAktionsorientiertZiele sollten nach Aktionen ausgerichtet werden und sich auf bestimmte Handlungen beziehen
RRealistischZiele sollten realistisch angesetzt werden und mit den gegebenen Ressourcen erreichbar sein
TTerminiertZiele sollten zeitlich geplant und auf einen festgelegten Endtermin gerichtet sein

Das Pareto-Prinzip

Das Pareto-Prinzip, auch bekannt als die 80/20 Regel wurde im 19. Jahrhundert vom Volkswirtschaftler Wilfredo Pareto aufgestellt und besagt, dass du oft mit nur 20 Prozent Einsatz bereits 80 Prozent des angepeilten Ziels erreichen kannst.

Hierbei geht es um eine Selbstmanagement und Zeitmanagement Methode, die dich dazu bringt, effizienter zu arbeiten und dich lediglich auf die Aufgaben zu konzentrieren, die wirklich relevant sind. Gerade bei viel Zeitdruck ist diese Methode hilfreich, um zu vermeiden, dass du dich an den falschen oder weniger wichtigen Teilaufgaben zu lange aufhältst. (11)

  • Identifiziere die wirklich wichtigen Aufgaben
  • Konzentriere dich auf eine Aufgabe
  • Akzeptiere deine Ressourcen

Das Pareto-Prinzip lässt sich zudem optimal mit dem Eisenhower-Prinzip kombinieren. Du kannst die vier Aufgaben des Eisenhower-Prinzips nutzen, um so zu entscheiden, welche Aufgaben wie priorisiert werden müssen. Die beiden Prinzipien verfolgen dabei das gleiche Ziel.

Die AMORE-Methode

AMORE – Auch diese Methode beschreibt ein Akronym und richtet ihren spezifischen Fokus auf die Formulierung von Zielen. Dabei setzt diese Methode zum Selbstmanagement fünf Schwerpunkte, nach denen du deine Ziele analysieren und festlegen kannst. Diese Methode hilft dir nicht nur dabei, deine Ziele einfacher zu erreichen, sondern bringt dich ebenfalls dazu, genauer über deine tatsächlichen Interessen nachzudenken.

Mit einer konkreten Formulierung deiner Ziele fällt es dir leichter, dich auf deine Aufgaben zu fokussieren und die Motivation zu behalten. Achte jedoch darauf, dass deine Ziele realistisch und echt bleiben.

Zu stark überzogene Formulierungen bringen dich nicht weiter und auch Ziele, die du vielleicht gar nicht wirklich erreichen möchtest oder dir nur aus einem zweitrangigen Grund heraus vornehmen willst, nehmen dir nur zusätzliche Zeit für die relevanten Aufgaben weg. (12)

AkronymBedeutung
AAmbitiösZiele werden herausfordernd und interessant formuliert
MMotivierendZiele werden der Situation und deinen Fähigkeiten angepasst
OOrganisiertDie Organisation wird mit in die Formulierung eingebunden
RRealistischZiele richten sich nach deinen innersten Wünschen
EEchtStehe zu 100% hinter deinen Zielen

Die Pomodoro-Technik

Die Pomodoro-Technik ist eine Methode, die sich an einem festgelegten Zeitmanagement orientiert. Ausgehend von einem Vorsatz für effizienteres Arbeiten entwickelte der Italiener Francesco Cirillo diese Methode während seines Studiums in den Achtzigerjahren. Die Grundlage und das einzige Hilfsmittel bei dieser Methode ist ein Wecker.

Dabei läuft die Pomodoro-Technik immer gleich ab. Deine Arbeitszeit wird in einzelne Arbeitsintervalle unterteilt, deren Zeitdauer auf jeweils 25 Minuten festgelegt ist. Zwischen den einzelnen Intervallen wird jedes Mal eine kurze Pause von fünf Minuten eingelegt.

Der gesamte Zyklus dieser Arbeitsmethode besteht aus insgesamt vier Arbeitsintervallen und beträgt eine Gesamtdauer von ca. zwei Stunden und 25 Minuten. Sind alle vier Arbeitsintervalle beendet, wird eine längere Pause von 20 bis 30 Minuten eingelegt. (13)

Die Schritte dieser Methode sind simpel:

  • Aufgabe wählen
  • Wecker stellen
  • 25 Minuten arbeiten
  • Erledigte Aufgaben nach dem Weckerklingeln abhaken
  • 5 Minuten Pause
  • Wiederholen
  • Nach dem vierten Durchgang 20-30 Minuten Pause

Diesen Zyklus kannst du beliebig oft wiederholen und für mehrere verschiedene Aufgaben anwenden. Da es sich hierbei lediglich um eine Form des Zeitmanagements handelt, lässt sich die Pomodoro-Methode optimal mit weiteren Selbstmanagement-Methoden kombinieren, um so zu entscheiden, welche Aufgaben erledigt werden müssen.

Fazit

Da das Selbstmanagement trotz allem immer von deinen eigenen Präferenzen und deiner eigenen Person abhängt, lässt sich nicht sagen, was genau das beste Selbstmanagement darstellt. Diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen. Entscheidend ist jedoch, dass du deine Aufgaben und Ziele erfolgreich erledigen und erreichen kannst und aufgrund der Methode und Strategie, die du wählst, effizient und konzentriert arbeiten kannst.

Es ist wichtig, darauf zu achten, dass du deine Ziele stets vor Augen hast, eine effektive Planung und Organisation vornimmst und bei der Bearbeitung deiner Aufgaben immer motiviert bleibst. Probiere verschiedene Strategien und Methoden aus und am Ende wirst du deine geeignete Herangehensweise schnell erkennen. Du solltest dabei jedoch weiterhin offen für Neues sein und dich selbst in deiner Arbeitsweise weiterentwickeln.

Literaturhinweise (13)

1. Pscherer, J. (2015) Selbstmanagement – Grundlagen und aktuelle Entwicklungen. Organisationsberat Superv Coach 22, 5–17. doi.org/10.1007/s11613-015-0402-8
Source

2. Friederici, D. P. ( 2018) Eine Untersuchung mit Studierenden über den Umgang mit ihrer Zeit. Beiträge zu Praxis, Praxisforschung und Forschung Jahrgang 2018, 259-276.
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3. Patrick, V. M.; Chun, H. H.; Macinnis, D. J. (2009)Affective forecasting and self-control: Why anticipating pride wins over anticipating shame in a self-regulation context, Journal of CONSUMER PSYCHOLOGY.
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4. Gollwitzer, P. M., Sheeran, P., Michalski, V., & Seifert, A. E. (2009). When intentions go public: Does social reality widen the intention-behavior gap? Psychological Science, 20(5), 612–618. doi.org/10.1111/j.1467-9280.2009.02336.x
Source

5. Faude-Koivisto, T. & Gollwitzer, P. (2011). Wenn-Dann Pläne: eine effektive Planungsstrategie aus der Motivationspsychologie. doi.org/10.1007/978-3-531-93039-8_13.
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6. Lau, S. (2018) Zeitmanagement mit der ALPEN-Methode. Ein Selbstversuch.
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7. Schreibzentrum der TU Dresden (2016) Prioritäten setzen mit dem Eisenhower-Prinzip. SZD: Infothek - Schreibmethoden für Studierende und Lehrende. Technische Universität Dresden.
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8. Weisweiler, S.; Dirscherl, B.; Braumandl, I. (2013)Zeit- und Selbstmanagement: Ein Trainingsmanual – Module, Methoden, Materialien für Training und Coaching.
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9. Heylighen, Francis & Vidal, Clément. (2008). Getting Things Done: The Science Behind Stress-Free Productivity. Long Range Planning. 41. 585-605. 10.1016/j.lrp.2008.09.004.
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10. Hippler, S. (2019) Studien und Arbeitsmethodik - Selbstmanagement und Zielsetzung (Auszug).
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11. Ultsch, Alfred. (2021). Eine Begründung der Pareto-80/20 Regel und Grenzwerte für die ABC-Analyse.
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12. Dr.Müllener, J. & Leonhardt, R. Methoden: Wie funktioniert Selbstmanagement? PPZ - Internationale Bildungsinstitution: Schulungen und Beratung.
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13. Zum Selbstmanagement, I. T., & Pomodoro-Technik, D. Den Zeitdieben auf der Spur–Selbstdisziplin dank Software.
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Wissenschaftlicher Artikel
Pscherer, J. (2015) Selbstmanagement – Grundlagen und aktuelle Entwicklungen. Organisationsberat Superv Coach 22, 5–17. doi.org/10.1007/s11613-015-0402-8
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Praxisstudie
Friederici, D. P. ( 2018) Eine Untersuchung mit Studierenden über den Umgang mit ihrer Zeit. Beiträge zu Praxis, Praxisforschung und Forschung Jahrgang 2018, 259-276.
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Wissenschaftliche Studie
Patrick, V. M.; Chun, H. H.; Macinnis, D. J. (2009)Affective forecasting and self-control: Why anticipating pride wins over anticipating shame in a self-regulation context, Journal of CONSUMER PSYCHOLOGY.
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Wissenschaftliche Studie
Gollwitzer, P. M., Sheeran, P., Michalski, V., & Seifert, A. E. (2009). When intentions go public: Does social reality widen the intention-behavior gap? Psychological Science, 20(5), 612–618. doi.org/10.1111/j.1467-9280.2009.02336.x
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Wissenschaftliche Studie
Faude-Koivisto, T. & Gollwitzer, P. (2011). Wenn-Dann Pläne: eine effektive Planungsstrategie aus der Motivationspsychologie. doi.org/10.1007/978-3-531-93039-8_13.
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Studienarbeit
Lau, S. (2018) Zeitmanagement mit der ALPEN-Methode. Ein Selbstversuch.
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Konzept
Schreibzentrum der TU Dresden (2016) Prioritäten setzen mit dem Eisenhower-Prinzip. SZD: Infothek - Schreibmethoden für Studierende und Lehrende. Technische Universität Dresden.
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Fachbuch
Weisweiler, S.; Dirscherl, B.; Braumandl, I. (2013)Zeit- und Selbstmanagement: Ein Trainingsmanual – Module, Methoden, Materialien für Training und Coaching.
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wissenschaftliche Arbeit
Heylighen, Francis & Vidal, Clément. (2008). Getting Things Done: The Science Behind Stress-Free Productivity. Long Range Planning. 41. 585-605. 10.1016/j.lrp.2008.09.004.
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Studienarbeit
Hippler, S. (2019) Studien und Arbeitsmethodik - Selbstmanagement und Zielsetzung (Auszug).
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Wissenschaftlicher Artikel
Ultsch, Alfred. (2021). Eine Begründung der Pareto-80/20 Regel und Grenzwerte für die ABC-Analyse.
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Wissenschaftlicher Artikel
Dr.Müllener, J. & Leonhardt, R. Methoden: Wie funktioniert Selbstmanagement? PPZ - Internationale Bildungsinstitution: Schulungen und Beratung.
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Schreibberatung
Zum Selbstmanagement, I. T., & Pomodoro-Technik, D. Den Zeitdieben auf der Spur–Selbstdisziplin dank Software.
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