Starke Bauchschmerzen: Was hilft dagegen?

Jeder, der schon einmal Bauchschmerzen hatte, weiß, dass das Ziehen im Bauch höchst unangenehm ist. Doch die Behandlung von Bauchbeschwerden ist nicht immer einfach, denn hinter den Schmerzen können die verschiedensten Ursachen stecken, die nicht immer auf der Hand liegen.

Ein verdorbener Magen, Stress oder die Periode – Bauchschmerzen haben viele Ursachen. Meist ist das Bauchweh so unangenehm, dass man möglichst schnell wissen möchte, wie man sie loswerden kann. Wir zeigen dir Hausmittel gegen Bauchschmerzen und was die häufigsten Gründe für die Schmerzen sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Drücken, Stechen, Grummeln oder Krampfen unterschiedlicher Heftigkeit im Bauchbereich, durchgängig oder wellenartig. Schmerzquelle oft schwer eindeutig zu lokalisieren. Je nach Lokalisation deuten Bauchschmerzen auf verschiedene Ursachen hin.
  • Bei plötzlichen sehr starken und anhaltenden Bauchschmerzen, blutigem Stuhl, Fieber oder Ohnmacht sollte unverzüglich ein Arzt informiert werden.
  • Entzündungsgeschehen, Infektionen, eine unausgeglichene Darmflora oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten können die Beschwerden auslösen. Die Behandlung soll je nach Ursache, z. B. mit Hausmitteln (Tee, Wärmeflasche, Entspannung usw.), Medikamenten, manchmal mittels Operation erfolgen.

Hintergründe: Was du über die starken Bauchschmerzen wissen solltest

Bauchschmerzen sind sehr individuell. Das liegt nicht zuletzt daran, dass jeder Mensch ein anderes Schmerzempfinden hat. Die Intensität wird aber auch wesentlich von der zugrunde liegenden Ursache bestimmt. Hier erfährst du die wichtigsten Informationen über die Arten, Ursachen, Symptome und Lokalisationen der Bauchschmerzen.

Wie kann man die Beschwerden im Darm diagnostizieren?

Vor allem muss die Art und Dauer der Beschwerden sowie die bisherige Krankengeschichte analysiert werden. Dazu sind unter anderem Angaben zu folgenden Fragen wichtig:

  • Traten die Schmerzen plötzlich (akut) auf? Oder haben sie sich erst allmählich entwickelt (subakut)?
  • Sind bestimmte Zusammenhänge beobachtet worden, zum Beispiel zwischen dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel und dem Auftreten der Bauchschmerzen?
  • Wie äußern sich die Beschwerden? Sind es stechende Schmerzen oder eher schneidende, bohrende oder krampfartige? Kommen noch weitere Symptome hinzu?
  • Sind es rechtsseitige Bauchschmerzen oder ist eher die linke Seite betroffen?
  • Besteht möglicherweise eine Schwangerschaft oder wurde kürzlich entbunden?

Da sich viele Krankheiten der Bauchorgane in bestimmten Regionen bemerkbar machen, ist die Angabe des genauen Schmerzbereiches (rechts oder links) bei der Diagnosestellung hilfreich.

Zuerst erfolgt eine körperliche Untersuchung. Der Arzt wird den Bauch abtasten und Verhärtungen oder schmerzhaften Stellen suchen. Mit einem Stethoskop wird der Bauch zudem auf Darmgeräusche abgehört. In schwierigen Fällen ist eine Laboruntersuchung notwendig.

Die Analyse der Blutwerte gibt Informationen über eine mögliche Organerkrankung und auch über eventuelle Entzündungen. Des Weiteren werden Stuhl und Urin auf Blut, Krankheitserreger und ebenfalls auf mögliche Entzündungshinweise untersucht.

Bildgebende Verfahren spielen auch eine wichtige Rolle bei der Diagnose von Erkrankungen (4). Mögliche krankhafte Veränderungen im Bauchraum können mittels Ultraschall erkannt werden. Wenn der behandelnde Arzt es als nötig erachtet, können zusätzlich eine Magenspiegelung und, oder eine Darmspiegelung vorgenommen werden. Im Rahmen dieser Untersuchung können sowohl eine Biopsie (Entnahme einer Gewebeprobe) als auch kleinere operative Eingriffe erfolgen.

Krankheiten der Bauchorgane werden auch bei einer Laparoskopie (Bauchspiegelung) untersucht. Dabei wird eine sehr kleine Kamera in die Bauchhöhle eingeführt.

Ein Wasserstoff-Atemtest gibt Aufschluss über mögliche Nahrungsmittelunverträglichkeiten, beispielsweise gegenüber Kohlenhydraten wie Fruchtzucker oder Milchzucker.

Was sind die begleitenden Symptome der Bauchschmerzen?

Neben dem eigentlichen Symptom „Bauchschmerz“ gibt es weitere Begleiterscheinungen, die gleichzeitig auftreten können. Bauchschmerzen und Übelkeit und Bauchschmerzen und Durchfall sind nur einige Beispiele.

Weitere Begleitsymptome sind Völlegefühl (insbesondere bei Bauchschmerzen nach dem Essen), Blähungen, gespannte Bauchdecke, Gewichtsabnahme, Erbrechen, veränderte Stuhlfarbe und saures Aufstoßen oder Sodbrennen (2).

Was hat die Darmflora damit zu tun?

Im Darm befindet sich ein empfindliches Ökosystem. Mediziner bezeichnen es als Mikrobiom. Tatsächlich herrscht reger Trubel im größten inneren Organ des Menschen. Zahlreiche Mikrolebewesen halten sich hier die Waage.

Es ist ganz normal, dass die Darmflora aus guten und schlechten Bakterien besteht. Die guten Kleinstlebewesen sorgen dafür, dass Nährstoffe gespalten werden und schützen den Organismus vor dem Ausbreiten krankmachender Eindringlingen.

Der sensible Mikrokosmos kann jedoch nachhaltig gestört werden, zum Beispiel durch die Einnahme von Antibiotika. Auch Stress kann der bemerkenswerten Kultur im Bauch zusetzen, wie Studien zeigen.

Wenn das sensible Gleichgewicht in Bezug auf die Bakterien und der Verdauungstrakt aus der Balance geraten, können Bauchschmerzen entstehen. (Bildquelle: Unsplash / Ava Sol)

Wenn das sensible Gleichgewicht in Bezug auf die Bakterien und der Verdauungstrakt aus der Balance geraten, können Bauchschmerzen entstehen. Auch Durchfall und Bauchschmerzen können die Folge sein.

Was sind die Ursachen für Bauchschmerzen im Oberbauch?

Schmerzen im Oberbauch können von dort befindlichen Organen ausgehen. Das sind unter anderem: Magen, Zwölffingerdarm, Leber, Gallenblase, Milz und Bauchspeicheldrüse. Aber auch Herz und Lunge können Schmerzen auslösen, die bis in den Oberbauch reichen.

Mögliche Ursachen bei Schmerzen im Oberbauch:

  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • Sodbrennen (Reflux)
  • Magengeschwür oder Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus ventriculi, Ulcus duodeni)
  • Reizmagen
  • Lebererkrankungen (zum Beispiel Leberzirrhose oder Gelbsucht)
  • Gallensteine
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)
  • Herzerkrankungen (zum Beispiel Angina pectoris oder Herzinfarkt)
  • Bauchaortenaneurysma
  • Lungenentzündung
  • Wirbelprobleme (zum Beispiel Wirbelkörperfraktur oder Brustwirbelblockade)
  • Krebs (zum Beispiel Leberkrebs oder Magenkrebs)
  • Porphyrie (Stoffwechselerkrankungen)

Was sind die Ursachen für Bauchschmerzen im Unterbauch?

Schmerzen im Unterbauch(unterhalb des Nabels) gehen häufig vom Darm aus. Für Unterbauch-Beschwerden kommen auch die Organe des Urogenitalsystems (Harn- und Geschlechtsapparat) infrage (7). Mögliche Ursachen bei Schmerzen im Unterbauch:

  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankung (zum Beispiel Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn)
  • Blinddarmentzündung (Appendizitis)
  • Infektionen der Harnwege
  • Nierenkolik (zum Beispiel durch Nierensteine oder Nierenbeckenentzündung)
  • Entzündete Ausstülpungen der Darmwand (Divertikulitis)
  • Gynäkologische Erkrankungen (zum Beispiel Eileiterentzündung, Endometriose oder Eileiterschwangerschaft)
  • Menstruationsbeschwerden
  • Leistenbruch
  • Prostataentzündung (Prostatitis)

Was sind die Ursachen für Bauchschmerzen im ganzen Bauch?

Schmerzen im ganzen Bauch kommen oft vor. Selten lässt sich nämlich ganz genau sagen, welche Stelle schmerzt. So bereiten viele Erkrankungen im gesamten Bauchbereich Probleme. Hintergrund können harmlose Blähungen sein, ebenso aber auch akute oder gar lebensbedrohliche Krankheiten (1). Mögliche Ursachen bei Schmerzen im ganzen Bauch:

  • Magen-Darm-Infekt
  • Darmverschluss (Ileus)
  • Darminfarkt (Mesenterialinfarkt)
  • Bauchfellentzündung (Peritonitis)
  • Stress (kann zu Magen-Darm-Krämpfen, Übelkeit und Verdauungsstörungen führen)

Häufig lassen sich Bauchschmerzen auf ein bestimmtes Gebiet eingrenzen, was Ärzten wertvolle Hinweise auf die Ursache liefern kann. Achtung: Nicht immer stimmt der Ort der Schmerzen mit dem Ort der Entstehung überein!

RechtsMitteLinks
Gallensteinekolik, LeberentzündungRefluxkrankheit, Speiseröhrenentzündung, GastritisGastritis, Pankreatitis
NierensteineReizmagen, Magengeschwür, PankreatitisDivertikulitis, Nierensteine
Blinddarmentzündung, LeistenbruchBlasenentzündung, Colitis ulcerosa, Morbus CrohnDivertikulitis, Leistenbruch

Können Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Medikamente auch die Ursache sein?

Wer wiederkehrend mit den Beschwerden kämpft, bei dem könnte auch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Nahrungsmittelallergie vorliegen. Dabei kommt es nach dem Verzehr ausgewählter Speisen wie Fruktose, Laktose, Nüsse oder sogar Tomate wiederholt zu den Beschwerden.

Auch allergische Hautsymptome wie Juckreiz deuten auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Nahrungsmittelallergie hin. Bei Bauchschmerzen nach dem Essen lohnt es sich daher, aufmerksam zu werden.

Neben Speisen kommen auch Medikamente als Auslöser für Bauchschmerzen in Verdacht. Sie können die empfindliche Magenschleimhaut reizen und die unangenehmen Beschwerden hervorrufen (6). So berichten viele Patienten u.a. nach der Einnahme von Antibiotika oder auch Osteoporose-Mittel über Bauchschmerzen.

Können Bauchschmerzen chronisch sein?

Ja. Wer unter länger andauernden Bauchschmerzen leidet, hat meist schon mindestens einen oder sogar mehrere Arztbesuche mit einer körperlichen Untersuchung hinter sich gebracht. Das ist auch richtig so, denn Bauchschmerzen können durch verschiedenste Erkrankungen ausgelöst werden.

Wenn die Schmerzen länger als 1 Woche andauern oder immer wiederkehren, sollte der Arzt aufgesucht werden. Wurde keine organische Ursache erkannt, handelt es sich um sogenannte funktionelle Bauchschmerzen (9). Diese sind zwar harmlos, können bei den Betroffenen jedoch einen hohen Leidensdruck hervorrufen. In diesem Fall sind die chronischen Bauchschmerzen dann oft durch Blähungen ausgelöst oder sie treten als krampfartige Schmerzen auf.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen psychosomatischen Problemen und Bauchschmerzen?

Kolikartige Bauchschmerzen können sogar bis in den Kopf zurückverfolgt werden. Schließlich sind Körper und Geist unwiderruflich miteinander verknüpft. Besser gesagt Körper und Mikrobiom. Experten sprechen deshalb von einem sogenannten Bauchhirn, das bei Stress einfach keine Ruhe findet.

Gemeint ist damit ein Nervengeflecht, auch als enterisches Nervensystem bezeichnet, das sich durch die Organe des Verdauungstraktes zieht und u.a. von Signalen unserer Darmflora getriggert wird

Erstaunlich aber wahr: Es gibt tatsächlich einen Nerv im menschlichen Körper, der als Datenautobahn dient. Diese Datenautobahn ist jedoch keine Einbahnstraße. Über den sogenannten Vagus-Nerv werden Signale zwischen der Darmflora und dem Hirn hin und her geschickt.

Das könnte auch der Grund dafür sein, dass seelische Belastungen zu Verdauungsproblematiken führen. Mediziner bezeichnen das als psychosomatische Beschwerden. Dass Bauch und Psyche im Zusammenhang stehen, wurde in den letzten Jahren der Forschung immer deutlicher.

Und gerade in der heutigen Zeit, in der Stress oft der Auslöser von Bauchschmerzen und Bauchkrämpfen ist, gewinnt diese Tatsache zunehmend an Bedeutung. Um auch dauerhaft etwas gegen die Beschwerden zu tun, kann es helfen, Magen und Darm zu entspannen und verschiedene Techniken zum Aufbau vom Selbstbewusstsein auszuprobieren.

Was sind die Alarm- oder Notfallsymptome?

Anhaltendes oder wiederholtes Erbrechen; Erbrechen von Blut, von schwarz Gefärbtem (“Kaffeesatz”) oder gar von Stuhl, Blutiger Durchfall, Plötzliche Blutung aus dem Darm, der Scheide oder Harnröhre, Stuhl- oder Urinblockade, Atemnot, Hohes Fieber, Schüttelfrost und Kreislaufschwäche oder Ohnmacht sind die gefährlichsten Symptome, bei denen man unbedingt einen Arzt konsultieren sollte (5).

Starke Bauchschmerzen: Die besten Tipps & Tricks dagegen

Ob Stress, zu große Mahlzeiten oder stark fetthaltiges Essen: Bauchschmerzen können viele Ursachen haben. Um die Probleme in Magen und Darm wie Bauchkrämpfe zu lindern, sind einige Hausmittel geeignet. Doch welche Hausmittel gegen Bauchweh helfen am besten?

Wärme

Leg dir eine Wärmflasche oder ein warmes Getreidekissen auf den schmerzenden Teil des Bauches. In Form einer Wärmflasche, eines Kirschkernkissens oder eines Wickels bringt Wärme in den meisten Fällen schnell Linderung von Bauchkrämpfen.

Neben Speisen kommen auch Medikamente als Auslöser für Bauchschmerzen in Verdacht. Sie können die empfindliche Magenschleimhaut reizen und die unangenehmen Beschwerden hervorrufen. (Bildquelle: Unsplash / Frank Flores)

Durch Kontakt mit Wärme werden die Schmerzrezeptoren im Bauch gehemmt – die Schmerzen werden daher nicht mehr als so stark wahrgenommen (8).

Bauchmassagen

Man legt sich im Bett nacheinander jeweils fünf Minuten auf den Rücken, die linke Seite, den Bauch und dann die rechte Seite. So wird die Verdauung mit Hilfe der Schwerkraft unterstützt und Magen- und Darmprobleme werden gelöst.

Neben der Rollkur kann auch eine sanfte Bauchmassage bei Schmerzen helfen. Dazu legt man sich hin und massiert den Bauch vom Nabel ausgehend im Uhrzeigersinn. Massiere deinen Bauch für drei bis fünf Minuten. Um die beruhigende Wirkung zu verstärken kannst du dafür ein ätherisches Öl, zum Beispiel aus Kamille, verwenden.

Kräutertees

Bei Beschwerden im Magen-Darm-Bereich eignen sich auch verschiedene Tees, die eine krampflösende und/oder magenberuhigende Wirkung haben. Auf starkes Süßen des Tees sollte jedoch zugunsten der Magen-Darm-Verträglichkeit verzichtet werden.

Gerade bei Blähungen, aber auch bei anderen Symptomen und Bauchbeschwerden sind die Kräuter eine gute Möglichkeit, um Magen und Darm zu entspannen. In Form von Tees sind sie einzeln oder in Kombination erhältlich – beide Varianten eignen sich als Hausmittel bei Bauchweh.

Fenchel-Anis-Kümmel-, Ingwer- oder Kamillentee wirken beruhigend auf dein Verdauungssystem. Auch bei Sodbrennen können Tees aus Fenchel, Anis, Kümmel, Kamille, Brennnessel oder Schafgarbe magenberuhigend und schmerzlindernd wirken.

Pfefferminzöl

Altbewährte Heilpflanzen in Form von modernen pflanzlichen Arzneimitteln können bei funktionellen Schmerzen im Magen-Darm-Trakt spürbare Erleichterung verschaffen. Minze ist eine der wirksamsten Heilpflanzen bei Magen-Darm-Beschwerden und wird daher auch als Bauchwehkraut bezeichnet. Das ätherische Öl befindet sich in Drüsenschuppen auf Blattoberfläche, seine Hauptkomponente ist Menthol.

Pfefferminzöl wirkt schmerzlindernd, weil es an die Kälterezeptoren binden kann. Diese Rezeptoren befinden sich auch in der Darmschleimhaut. Der Kältereiz, der durch die Ankopplung von Menthol an diesen Rezeptor ausgelöst wird, blockiert die Weiterleitung von Schmerzreizen aus dem Darm. Zusätzlich wirkt Pfefferminzöl entspannend auf die Muskulatur des Darms. So werden auch Bauchschmerzen, die durch Krämpfe ausgelöst werden gelindert.

Viel Trinken

Unser Körper benötigt ausreichend Flüssigkeit, um Nahrung verdauen zu können. Achte deshalb auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr! Bei Blähungen empfiehlt sich besonders stilles Wasser oder warme Kräutertees. Ausreichend ungesüßte Getränke unterstützen den Darm und normalisieren die Darmtätigkeit. Ist nicht genug Flüssigkeit vorhanden, kommt die Verdauung ins Stocken. Folge: Druck- und Völlegefühl mit Bauchschmerzen.

Schonkost

Wenn du Probleme mit dem Bauch hast, solltest du ganz besonders auf deine Ernährung achten, um eine unnötige Belastung des Magen-Darm-Traktes zu verhindern. Wichtig ist vor allem, auf schwere und fettige Speisen zu verzichten. Man sollte mildes Essen bevorzugen und stark gewürzte, sehr salzige, süße, scharfe oder fettige Lebensmittel meiden. Individuell unverträgliche Lebensmittel sollten identifiziert und weitgehend vom Speisezettel gestrichen werden.

Auf Alkohol, Kaffee und Zigaretten solltest du auch verzichten. Besonders Alkohol, Nikotin und Kaffee reizen die Magenschleimhaut sehr stark und sollten in einem solchen Fall vermieden werden (3).

Es ist besser mehrere kleine Mahlzeiten zu sich nehmen, als zu große Portionen auf einmal, achtsam zu essen, sich Zeit zu nehmen, bewusst zu kauen, sich nicht ablenken zu lassen. Nimm leicht verdauliche Lebensmittel wie Kartoffeln, Reis, gekochte Karotten, Bananen, Haferflocken oder Knäckebrot zu dir. Außerdem solltest du darauf achten, deine Gerichte nicht zu stark zu würzen und nicht zu schnell herunterzuschlingen.

Sport

Ebenso wie eine Wärmflasche führt auch sportliche Aktivität zu einer verbesserten Durchblutung der Muskulatur. Dadurch können Verkrampfungen gelöst werden und die Muskulatur entspannt sich.

Besonders geeignet bei Bauschmerzen sind sanfte Bewegungsformen wie Yoga, Pilates oder Gymnastik. Empfehlenswert sind darüber hinaus auch gemäßigtes Joggen oder Schwimmen.

Heißes Bad

Ein heißes Vollbad wirkt bei Magenbeschwerden schmerzlindernd und entspannend auf die verkrampfte Bauchmuskulatur. Besonders ätherischen Öle , wie Lavendel und Scharfgarbe eignen sich als heilende Badezusätz

Passende Kleidung

Bei Bauchschmerzen ist es wichtig, dass keine zu enge Kleidung getragen wird. Enge Kleidung kann Verdauungsbeschwerden verursachen, da der Druck auf den Bauchbereich die Verdauung stört. Diese engt den Bauchraum zusätzlich ein und kann die Beschwerden erheblich verstärken.

Besser ist es, bei Bauchschmerzen eine weiche Hose mit Gummizug und ein weites Oberteil zu tragen, in dem man sich nicht eingeengt fühlt und der gereizte Bauchraum genug Platz hat, sich zu entfalten. Wer häufiger unter Bauchschmerzen leidet, sollte bevorzugt weite bequeme Kleidung tragen.

Akupunktur

Akupunktur kann bei Magen-Darm-Problemen mit Bauchschmerzen hilfreich sein. Laut Traditioneller Chinesischer Medizin ist es möglich, damit Energie-Blockaden im Darm zu lösen. Oftmals sind nur einige wenige Behandlungstermine bei einem erfahrenen Akupunkteur nötig.

Liegt zum Beispiel eine sogenannte Schwächung des Milz-Qi vor, dann kann es zu Verdauungsstörungen und Magenschmerzen kommen. Auch Magen- und Leber-Qi sind häufig im Ungleichgewicht. Durch die sanfte Nadelung kann die Peristaltik von Magen und Darm wieder normalisiert werden.

Mikrobiotika

Bauchschmerzen können auch auf ein Ungleichgewicht im Darm zurückgeführt werden. Dabei ist es besonders wichtig, dass sich die dort lebenden guten und schlechten Bakterien die Balance halten. Wenn die Darmflora aus dem Lot geraten ist, bezeichnen das Mediziner als Dysbiose. Nahrungsmittelallergien, Stress und Antibiotikabehandlungen können dann Reizdarmbeschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen und Verstopfung verursachen.

Mit verschiedenen Maßnahmen kann die Darmflora wieder auf Kurs gebracht werden. Im Mittelpunkt stehen eine darmfreundliche Ernährung sowie mikrobiologische Präparate, wo ausgewählte Bakterienstämme sind, die auf natürliche Weise im menschlichen Darm vorkommen. Durch die Formulierung wird gewährleistet, dass die Vermehrungs- und Überlebensfähigkeit der Bakterien auch nach der Bewältigung der Magen-Darm-Passage gegeben ist.

Medikamente

Je nach Ursache kommen beispielsweise Medikamente zum Einsatz, die die Magensäureproduktion vermindern (Protonenpumpeninhibitoren), Abführmittel, die gegen Verstopfung wirken oder entkrampfende Arzneimittel (10). Da insbesondere häufig auftretende Bauchschmerzen meist auf eine bestimmte Ursache zurückgeführt werden können, ist ein ganzheitlicher Ansatz in der Therapie wichtig.

Bevor eigenmächtig freiverkäufliche Medikamente aus der Apotheke gegen Magen-Darm-Beschwerden eingenommen werden, sollte ärztlich abgeklärt werden, welche Ursache sich hinter den Schmerzen verbirgt. Entsprechend kann eine gezielte Arzneimitteltherapie eingeleitet werden, sollte diese notwendig oder sinnvoll sein.

Häufig genügt nicht nur eine bloße Medikamenteneinnahme, um die Schmerzen in den Griff zu bekommen, sondern weitere Maßnahmen, wie beispielsweise eine Ernährungsumstellung oder ähnliches sind notwendig.

Medizinische Hilfe

Bei einem akuten Bauch (akute Abdomen), beispielsweise akuter Verstopfung mit starken Bauchschmerzen, Blähbauch, Erbrechen, Übelkeit und Fieber, könnte ein Darmverschluss vorliegen. In diesem Fall muss umgehend ein Notarzt gerufen werden.

Plötzlich auftretende, heftige Bauchschmerzen können Alarmzeichen für eine lebensbedrohliche Situation sein. Konsultiere in jedem Fall deinen Arzt oder rufe den Notarzt, wenn die Schmerzen in kurzer Zeit stärker werden.

Halten die Beschwerden länger als zwei Tage an oder fühlt sich der Betroffene sehr geschwächt, ist auch hier ein Arztbesuch empfehlenswert. Zudem sind Bauchschmerzen und im Zusammenhang mit Fieber klärungsbedürftig.

Fazit

Bauchschmerzen sind keine eigenständige Erkrankung. Sie können sowohl ein Hinweis für harmlose, vorübergehende Beschwerden sein als auch für lebensbedrohliche Erkrankungen. Bauchschmerzen sind ein sehr allgemeines Symptom, das viele Ursachen haben kann.

Wichtig ist, abzuschätzen, wann man zum Arzt soll. Entsprechend der Vielzahl der im Bauchraum liegenden Organe und weil auch Erkrankungen außerhalb des Bauchraumes Bauchschmerzen verursachen können, kann die Differentialdiagnostik von Bauchschmerzen sehr schwierig sein und bedarf nicht selten klinischer, laborchemischer, bildgebender und medizintechnischer Verfahren.

Literaturhinweise (10)

1. Flasar MH, Goldberg E. Acute abdominal pain. Med Clin North Am. 2006 May;90(3):481-503. Abgerufen am 09.06.2021.
Source

2. Viniol A, Keunecke C, Biroga T, Stadje R, Dornieden K, Bösner S, Donner-Banzhoff N, Haasenritter J, Becker A. Studies of the symptom abdominal pain--a systematic review and meta-analysis. Fam Pract. 2014 Oct;31(5):517-29. Abgerufen am 09.06.2021.
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3. Carlberg DJ, Lee SD, Dubin JS. Lower Abdominal Pain. Emerg Med Clin North Am. 2016 May;34(2):229-49. Abgerufen am 09.06.2021.
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5. Camilleri M, Boeckxstaens G. Dietary and pharmacological treatment of abdominal pain in IBS. Gut. 2017 May;66(5):966-974. Abgerufen am 09.06.2021.
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6. Tong H, Li XD, Wang ZD, Zhang LH, Tang CW. Gastrointestinal: Abdominal pain, vomiting, and fatal intra-abdominal hemorrhage in a patient with Sjögren's syndrome. J Gastroenterol Hepatol. 2018 Jul;33(7):1308. Abgerufen am 09.06.2021.
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7. Cappell MS, Friedel D. Abdominal pain during pregnancy. Gastroenterol Clin North Am. 2003 Mar;32(1):1-58. Abgerufen am 09.06.2021.
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8. Shirazi-Nejad AR, Hebden JM. Abdominal Pain Relieved By A Warm Hot Water Bottle: An Atypical Presentation Of Eosinophilic Gastroenteritis. Eur J Case Rep Intern Med. 2020 May 12;7(8):001687. Abgerufen am 09.06.2021.
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9. Camilleri M. Management of patients with chronic abdominal pain in clinical practice. Neurogastroenterol Motil. 2006 Jul;18(7):499-506. Abgerufen am 09.06.2021.
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10. Reguera García A, León Martínez MD, Aguayo Jiménez C, Sánchez Serrano A. Fiebre y dolor abdominal recurrente [Fever and recurrent abdominal pain]. Gastroenterol Hepatol. 2010 Oct;33(8):615. Spanish. Abgerufen am 09.06.2021.
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Wissenschaftliche Studie
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