Vitamin D Wirkung: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Vitamin D Wirkung: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Vitamine sind für unsere Gesundheit unverzichtbar. Sie liefern dem Körper Energie, helfen unter anderem beim scharfen Sehen und schützen uns vor Schadstoffen und Krankheiten.

Vitamin D sorgt für vielerlei Bewegungsabläufe in unserem Körper. Sollte hierbei ein Mangel entstehen, sind damit eventuelle Folgeerscheinungen verbunden, genauso kann eine Überdosierung des Vitamins schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen haben.

Dieser Artikel soll dir die wesentliche Wirkung dieses Vitamins, sowie Ursachen und Folgen einer Mangelerscheinung, aber auch die einer Überdosis näherbringen. In weiterer Folge erhältst du noch wertvolle Tipps darüber, welche Wirkungen Vitamin D in unserem Körper und wie es dir dabei helfen kann Krankheiten vorzubeugen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Den Großteil des Bedarfs an Vitamin D bildet der Körper selber. Das Meiste des Vitamin-D-Bedarfs wird vom Körper mithilfe von UV-B-Strahlung selber gebildet und der Rest durch die Nahrung aufgenommen.
  • Ein Vitamin D Mangel kann zu schwerwiegende gesundheitlichen Folgen führen, welche sich in bekannten Krankheitsbildern wiedergeben. Genauso kann auch eine Überdosierung zu Symptomen und gesundheitlichen Auswirkungen führen.
  • Vitamin D wirkt in unserem Körper auf nahezu alle Bereiche des Körpers. So wirkt es unter anderem Auf unser Immunsystem, Herz/Kreislauf, sowie auf unsere Nerven und das Gehirn.

Definition: Was ist Vitamin D?

Vitamin D ist streng genommen kein richtiges Vitamin. Laut Definition sind Vitamine nämlich lebensnotwendige organische Verbindungen, die der Körper regelmäßig mit der Nahrung aufnehmen muss, weil er sie nicht oder nicht in ausreichender Menge herstellen kann.

Der Begriff Vitamin D bezeichnet eine Gruppe fettlöslicher Vitamine, die wichtig für den Kalziumhaushalt und die Mineralisation der Knochen sind. Grundsätzlich kann zwischen folgenden Variationen von Vitamin D unterschieden werden.

  • Vitamin D1
  • Vitamin D2
  • Vitamin D3
  • Vitamin D4
  • Vitamin D5

Wird von Vitamin D gesprochen, ist somit meist das Vitamin D3 gemeint. Dabei handelt es sich um das natürliche Vitamin D, das im menschlichen Körper produziert wird. Vitamin D1, D2, D4 und D5 sind hingegen künstlich hergestellte Vitamine.

Vitamin D Wirkung: Was du wissen solltest

Bevor wir dir Tipps zu den Wirkungsweisen von Vitamin D geben, solltest du dir einige Hintergrundinformationen zu diesem Vitamin aneignen.

Diese häufig gestellten Fragen wollen wir in den nachfolgenden Absätzen für dich beantworten.

Warum braucht der Körper Vitamin D?

Im Gegensatz zu allen anderen Vitaminen, die der Mensch über die Nahrung zu sich nimmt, kann unser Körper Vitamin D selbst bilden.

Die bekannteste Funktion von Vitamin D ist die Beteiligung am Knochenstoffwechsel. So fördert Vitamin D unter anderem die Aufnahme von Calcium und Phosphat aus dem Darm sowie ihren Einbau in den Knochen. Es nimmt damit eine Schlüsselrolle bei der Knochenmineralisierung ein.

Darüber hinaus ist Vitamin D an weiteren Stoffwechselvorgängen, bei der Bildung von Proteinen beziehungsweise der Steuerung einer Vielzahl von Genen beteiligt.

Wie kann mein Körper Vitamin D aufnehmen?

Grundsätzlich unterscheidet man bei der Aufnahme von Vitamin D zwischen zwei Formen. Zum größten Teil wird Vitamin D beim Menschen unter Einfluss von Sonnenlicht in der Haut gebildet, sowie über die Nahrung aufgenommen.

Die zweite Form bildet die Aufnahme über sogenannte Supplements, welche jedoch nur bei einer festgestellten Unterversorgung eingenommen werden sollten. Im Folgenden werden wir dir jedoch aufzeigen, wie du am besten Vitamin D aufnehmen kannst.

Natürliche Aufnahme von Vitamin D

80–90% des Bedarfs an Vitamin D werden mithilfe des Sonnenlichts vom Körper selbst produziert. Unter Einwirkung von UV-B-Strahlung wird aus einer Vorstufe von Vitamin D, dem Provitamin D3, in der Haut das sogenannte Prävitamin D3 hergestellt.

Dieses Prävitamin D3, gelangt über den Blutkreislauf in Leber und Niere, wo es schließlich zum biologisch aktiven Vitamin D, auch Calcitriol genannt, umgewandelt wird.

Frau sitzt am Strand

Das meiste Vitamin-D wird beim Kontakt von Haut mit der Sonne aufgenommen. Hierbei sollte jedoch darauf geachtet werden sich keinen Sonnenbrand zu holen, um das Hautkrebsrisiko zu vermeiden. (Bildquelle: Igor Link / Pixabay)

Hierfür solltest du täglich rund ein Viertel der Körperoberfläche für etwa 15 Minuten von der Sonne bestrahlen lassen. Die beste Tageszeit zur Vitaminproduktion ist zwischen 10 und 14 Uhr.

In den Wintermonaten ist eine ausreichende Eigenproduktion von Vitamin D nicht immer gewährleistet. Das liegt besonders daran, dass es im Winter insgesamt weniger Sonnenstunden gibt und die Intensität der Sonneneinstrahlung geringer ist.

Anders als die Bildung in der Haut kann Vitamin D auch in einigen Lebensmitteln gefunden werden. 10–20% des Bedarfs an Vitamin D werden über die Nahrung gedeckt, allerdings kommt das Vitamin nur begrenzt in Lebensmitteln vor.

Die höchste Konzentration findest du in folgenden Lebensmitteln.

  • Eier
  • Leber
  • Speisepilze
  • fetten Fischsorten (Lachs, Makrele, Hering)
  • Butter

Zwar nehmen wir über die Nahrung verhältnismäßig wenig des wichtigen Vitamins auf, aber gerade in den eher dunklen Jahreszeiten kann diese Menge durchaus ausschlaggebend sein.

Aufnahme von Vitamin D über Präparate

Je nach Art der Anwendung und Dosierung werden Vitamin D-Präparate zu Arznei- oder Nahrungsergänzungsmitteln gezählt. Diese können eine sinnvolle Ergänzung sein, falls eine Unterversorgung an Vitamin D festgestellt wurde.

Im Wesentlichen können Vitamin D-Präparate nach folgenden Merkmalen unterschieden werden:

  • Wirkstoff (Vitamin D2, Vitamin D3, veganes Vitamin D3)
  • Dosierung (200 bis 20.000 IE)
  • Inhaltsstoffe (Kombipräparat mit anderen Mikronährstoffen, Zusatzstoffe, Allergene)
  • Darreichungsform (Tropfen, Kapseln, Tabletten)
  • Zweck (Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneimittel)

Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten. Zudem wird ausdrücklich vor einer Überdosierung gewarnt. Der Körper allein könne keine zu hohe Menge an Vitamin D herstellen, Präparate können den Vitamin-D-Wert jedoch auf eine gesundheitsschädliche Menge anheben.

Eine tägliche Einnahme ohne Rat des Arztes kann somit dem Körper schaden.

Wie hoch ist der Tagesbedarf an Vitamin D?

Vitamin D nimmt unter den Vitaminen eine Sonderstellung ein, da es, wie bereits erwähnt, sowohl über die Ernährung zugeführt als auch vom Menschen selbst durch Sonnenbestrahlung gebildet wird.

Da die Bildung durch Sonneneinstrahlung jedoch bei manchen Personen nicht regelmäßig erfolgt, berechnet die Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) folgende Schätzwerte für eine angemessene Vitamin-D-Zufuhr, mittels eines Vitamin-D-Präparats.

Alter Vitamin D pro Tag
Säuglinge (0 bis unter 12 Monate) 10 Mikrogramm
Kinder (1 bis unter 15 Jahre) 20 Mikrogramm
Jugendliche und Erwachsene (15 bis unter 65 Jahre) 20 Mikrogramm
Erwachsene (ab 65 Jahre) 20 Mikrogramm
Schwangere 20 Mikrogramm
Stillende 20 Mikrogramm

Zur Vorbeugung von Rachitis erhalten Säuglinge regelmäßig ein Vitamin-D-Präparat. Damit wird sichergestellt, dass der Vitamin-D-Bedarf auch wirklich gedeckt ist. Bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen kann es ebenfalls notwendig sein, Vitamin D separat zuzuführen.

Auf dieses wird aber dann eher in den sonnenärmeren Monaten zurückgegriffen, weil die Sonne zu schwach und die nackte Haut aufgrund der niedrigen Temperaturen kaum dem Licht ausgesetzt wird.

Wie zeichnet sich ein Vitamin D Mangel aus?

Von einem Vitamin-D-Mangel spricht man, wenn Vitamin D im Körper über einen längeren Zeitraum fehlt und klinisch relevante Symptome auftreten. Ein langfristiger Vitamin-D-Mangel kann schwerwiegende Folgen haben.

Laut einer Studie des Robert-Koch-Institut sind gemessen an ihren Serumblutwerten circa 30 % der Erwachsenen Deutschen mangelhaft mit Vitamin D versorgt.(1)

Diese mangelhafte Versorgung kann sich in folgenden Krankheitsbildern wiedergeben.

  • Herzerkrankungen (2)
  • Schlaganfall
  • Bluthochdruck
  • Diabetes (3)

Ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel tragen vor allem ältere Personen sowie Personen, die sich selten oder nur mit bedeckter Haut im Freien aufhalten.

Weiterhin zählen Personen dazu, die chronische Erkrankungen haben, vor allem Magen-Darm-, Leber- oder Nierenerkrankungen. Sowie Personen, die Medikamente einnehmen, die den Vitamin-D-Stoffwechsel beeinträchtigen.

Welche Wirkung hat Vitamin D auf verschiedene Krankheiten?

In der Therapie von Krankheiten hat sich Vitamin D nicht so sehr als wirksames Mittel herausgestellt. Lediglich bei der Krankheit Rachitis wird Vitamin D als wirksames Therapeutikum angesehen. (4)

Ansonsten wird Vitamin D lediglich als ergänzende oder unterstützende Therapiemaßnahme verwendet. So zum Beispiel bei Tuberkulose, Grippe und viralen Erkrankungen der oberen Atemwege. (5)

Becher, Brille und Taschentücher

Vitamin D kann helfen Krankheiten wie der Grippe vorzubeugen. Besonders ein niedriger Vitamin-D-Spiegel wird oft mit Erkältungen und Grippefällen in Verbindung gebracht. (Bildquelle: Kelly Sikkema / Unsplash)

Vitamin D hat jedoch darüber hinaus eine große Anteilnahme am Immunsystem und anderen Bereichen des Körpers, wodurch viele Krankheiten vorgebeugt werden können.

Bedingungen für die Wirkung von Vitamin D?

Damit Vitamin D seine Wirkung am besten entfalten kann, muss eine ausreichende Versorgung sowohl mit Vitamin D, als auch mit einigen Kofaktoren gegeben sein.

Hier eine Zusammenfassung, der wichtigsten Punkte.

  • Ausreichender Blutspiegel: Vitamin D zeigt die beste Wirksamkeit bei Blutspiegeln zwischen 35 und 60 ng/ml
  • Versorgung durch die Sonne: Hierbei solltest du am besten rund ein Viertel der Körperoberfläche für etwa 15 Minuten von der Sonne bestrahlen lassen. Jedoch dabei auf Sonnencreme verzichten, damit der Körper das Sonnenlicht gut aufnehmen kann.
  • Ausreichende Dosierung: Bester Wirkstoff ist Vitamin D3, der mittels Vitamin D-Präparate verwendet wird. Mittlere Dosierungen liegen bei 400-1000 IE im Sommer und 3000-4000 IE im Winter. IE bezeichnet hier die internationalen Einheit in der Vitamin D gemessen wird. 1 IE entspricht 0,025 Mikrogramm.
  • Ausreichende Versorgung mit Kofaktoren: Vitamin D kann einige Wirkungen nur bei ausreichender Versorgung mit Vitamin A, Vitamin K und Magnesium erfüllen.

Wie hoch ist der Vitamin D Normalwert?

Eine im November 2019 publizierte Studie befasste sich damit den Vitamin D Normalwert zu bestimmten. Dabei handelte es sich um eine randomisierte placebokontrollierte Doppelblindstudie, bei der die Genaktivität nach verschieden, hohen Vitamin D-Verabreichungen beobachtet wurden. (6)

Als Ergebnis fanden die Forscher heraus, dass der Vitamin-D-Spiegel sich stets oberhalb von der 30 Mikrogramm/Milliliter-Mangelgrenze bewegen sollte. Optimal sind Werte, die sich zwischen 40 – 60 Mikrogramm/Milliliter befinden.

Ansonsten erfolgt ein kompensatorischer Anstieg des Parathormons, das ersatzweise Kalzium aus den Knochen mobilisiert, um den erforderlichen Kalziumspiegel im Blut aufrechtzuerhalten.

Der Optimalwert von 40-60 Mikrogramm/Milliliter ist allerdings nicht als dauerhafte Größe anzusehen und könnte sich in den nächsten Jahren nochmals nach oben hin verschieben.

Was passiert bei einer Vitamin-D-Überdosierung?

Neben einem Mangel kann es ebenfalls zu einer Vergiftung, oder Überdosis, mit Vitamin D kommen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Vitamin D als fettlösliches Vitamin im Fett- und Muskelgewebe gespeichert werden kann.

Während Vergiftungen über die körpereigene Vitamin-D-Bildung und die natürliche Ernährung nicht erreicht werden können, sind diese durch übermäßig hohe Einnahmen von Nahrungsergänzungsmitteln, hoch dosierten Medikamenten oder einem hohen Konsum an angereicherten Lebensmitteln möglich

Laut einer Studie aus dem Jahr 2018 sind die am häufigsten festgestellten klinischen Symptome der Vitamin-D-Toxizität folgende. (7)

  • Verwirrung
  • Apathie
  • vermehrtes Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Polyurie (Vermehrung der Harnmenge)
  • Dehydrierung

Obwohl eine Vitamin-D-Toxizität selten ist, können die gesundheitlichen Auswirkungen schwerwiegend sein, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt wird. Da Vitamin D die Kalziumabsorption im Gastrointestinaltrakt erhöht, können auch schwerwiegendere Krankheitsbilder entstehen.

Dies führt potenziell zu Muskelschwäche, Bluthochdruck, neuropsychiatrischen Störungen, Magen-Darm-Störungen, Nierensteinen und im Extremfall zu Nierenversagen, Herzrhythmusstörungen, Verkalkung der Herzkranzgefäße und Herzklappen und schließlich zum Tod. (8)

Vitamin kapsel

Vitamin D-Präparate sind in fast jeder Drogerie erhältlich. Jedoch kann eine Überdosierung mit Vitamin D sogar Schaden anrichten (Bildquelle: Michele Blackwell / Unsplash)

Besonders bei der Verwendung von Supplements um einem Vitamin D Mangel entgegenzuwirken solltest du vorsichtig sein. Aufgrund von Herstellungsfehlern oder Selbstverabreichung kannst du dadurch auch zu viel einnehmen und somit deinen Körper vergiften.

Wie kann man die Vitamin D-Aufnahme des Körpers verbessern?

Um die Aufnahme von Vitamin D im Körper zu verbessern, gibt es einige Faktoren, die berücksichtigt werden sollten. Im Folgenden werden wir dir zeigen, wodurch die Aufnahme gehemmt werden kann und worauf du schauen solltest damit du eine optimale Vitamin-D-Aufnahme erreichen kannst.

  • Sonnenschutzmittel: Sonnenschutzmittel blockieren die Absorption des Sonnenlichtspektrums, das für die Synthese von Vitamin D verantwortlich ist. Eine langfristige Verwendung kann bei einigen Personen zu einem geringen Körperspeicher von Vitamin D führen.(9)
  • Der Breitengrad: Eine Verlängerung des Weges, den die solare Strahlung durch die Ozonschicht zurücklegen muss, führt zu einer Verringerung der Anzahl der UVB-Photonen, die die Erdoberfläche erreicht. Wenn man also oberhalb und unterhalb des 33. Breitengrades lebt, kann durch Sonneneinstrahlung in der Haut nur sehr wenig oder gar kein Vitamin D3 gebildet werden. (10)
  • Die Hautfarbe : Durch das ständige dem Sonnenlicht ausgesetzt sein ,entwickelte der Mensch mit der Evolution ein effizientes natürliches Sonnenschutzmittel Melanin. Deshalb nehmen Menschen mit einem helleren Hauttyp schneller Vitamin D durch die Sonne auf.
  • UV Index: Der UV-Index gibt die Strahlungsstärke der Sonne an, sowie welche Sonnenschutzmassnahmen erforderlich sind. Der UV-Index bewegt sich zwischen 0 und höher als 11. 0 bis 2 bedeutet eine schwache Strahlungsintensität. Ein Wert von 3 bis 5 ist schon stärker. Hier wird bereits Sonnenschutz empfohlen. Bei Werten ab 8 rät man vom Aufenthalt im Freien ab. Allgemein ist zu sagen, je niedriger der UV-Index, umso weniger Vitamin D wird produziert.
  • Duschen nach dem Sonnenbad: Die Haut benötigt bis zu 48 Stunden, um das während eines Sonnenbades in den äußeren Hautbereichen gebildete Provitamin D zu absorbieren und in den Blutstrom zu leiten. Daher solle man wenigstens in den ersten Stunden nach dem Sonnenbad nicht duschen, zumindest nicht mit Seife. Da sonst das neu gebildete Provitamin von der Haut gelöst werden könnte.(11)

Nun hast du einen kleinen Überblick bekommen, wie du deine Vitamin-D-Aufnahme verbessern kannst. Indem du die oben genannten Punkte berücksichtigst, trotzdem aber auf deine Gesundheit achtest und dich nicht zu lange ungeschützt dem Sonnenlicht aussetzt.

Welchen Einfluss hat Vitamin D auf den Körper?

Die Wirkung von Vitamin D wird bereits seit Jahrzehnten intensiv erforscht. Trotz allem werden fast jedes Jahr neue Wirkungen des Vitamins bekannt. Dabei zeichnet sich zunehmend ab, dass Vitamin D Wirkung auf nahezu alle Bereiche des Körpers hat.

Im Folgenden haben wir die wichtigsten Punkte für dich zusammengefasst und erklärt, welche Wirkung Vitamin D auf diese Teile des Körpers hat und inwiefern diese sich gegenseitig beeinflussen.

Wirkung auf das Erbgut/die DNA

Die Wirkung des Vitamin-D-Hormons erfolgt über sogenannte Vitamin-D-Rezeptoren, die sich bei fast allen Körperzellen finden lassen. Über diese, beeinflusst Vitamin D, wie das Erbgut dieser Zellen ausgelesen wird und regelt so die Synthese zahlreicher Proteine, Enzyme und Botenstoffe, die ihrerseits wieder zahlreiche körperliche Prozesse steuern und beeinflussen. (12)

Zusätzlich zu der direkten Aktivierung von Genen, hat Vitamin D auch Einfluss auf die sogenannte Epigenetik, die beschreibt, dass bestimmte Gene durch Methylierung dauerhaft an- oder abgeschaltet werden können. (13)

Allgemein gesagt ist Vitamin D somit ein genetischer Modulator, der zwar nicht das Erbgut direkt verändert, aber eine Vielzahl von Genen durch verschiedene Mechanismen steuern und aktivieren kann.

Wirkung auf den Mineralstoffhaushalt

Vitamin D sorgt für eine ausreichende Phosphat- und Calciumversorgung und verhindert, das dieses aus den Knochen mobilisiert werden muss. Es erhält so die Gesundheit von Knochen, Zähnen und Muskeln und unterstützt die Zellfunktion.

Ohne Vitamin D können die beiden Mineralstoffe Calcium und Phosphat nicht aus der Nahrung aufgenommen werden.

Stabile Calciumspiegel sind von größter Wichtigkeit, da Calcium neben dem Knochenaufbau auch eine zentrale Rolle in der zellulären Kommunikation spielt und außerdem maßgeblich die Muskelfunktion steuert.

Wirkung auf das Immunsystem

Eine der wichtigsten Aufgaben des Vitamin D ist die Steuerung des Immunsystems. Vitamin D hat hier gleich mehrere Funktionen.

Vitamin-D-Mechanismus Effekt
Ausschüttung körpereigener Abwehrstoffe Vitamin D steuert die Ausschüttung von Cathelicidin und anderen Abwehrstoffen, die gegen Bakterien, Viren und Pilze wirksam sind. Somit beugt es Infektionen vor und kann diese zum Teil auch behandeln.
Erkennung von Pathogenen Vitamin D hilft bei der Erkennung und Bekämpfung von Krankheitserregern
Immunantwort Vitamin D reguliert entzündliche und autoimmune Abwehrprozesse runter. Somit werden chronischen Entzündungen und Autoimmunreaktionen vorgebeugt und zum Teil auch behandelt

Vitamin D ist somit hilfreich bei der Bekämpfung akuter Krankheiten und verhindert gleichzeitig die Entstehung von Autoimmunerkrankungen und chronischen Entzündungen. (14)

Wirkung auf Herz und Kreislauf

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die weltweit häufigste Todesursache. Deshalb kommt Vitamin D auch eine wichtige Rolle in der Gesunderhaltung des Herz-Kreislauf-Systems zu.

Die wichtigsten Zelltypen in den Gefäßen und auch im Herzen weisen Vitamin-D-Rezeptoren auf und werden in ihrer Funktion durch Vitamin D gesteuert.

Ebenfalls durch Vitamin D moduliert wird das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS), welches seinerseits den Blutdruck und den Salz- und Wasserhaushalt steuert.

Erst seit jüngster Zeit bekannt ist, das Vitamin D auch direkt einen Einfluss auf das Endothel hat und es stabilisiert und schützt. (15)

Das Endothel ist eine dünne Schicht der Endothelzellen auf der Innenseite von Blutgefäßen.

Vitamin D sorgt also durch die Summe seiner Wirkungen im Herz-Kreislauf-System dafür, dass Gefäße geschützt, verstopfende Plaques verhindert, die Funktion des Herzens gewährleistet und das Blut fließfähig gehalten wird.

Wirkung auf Nerven und Gehirn

Vitamin D ist wichtig zum Schutz und Erhalt der Nerven und des Gehirns. Hierbei erfüllt Vitamin D sogar mehrere Funktionen welche wir hier für dich zusammengefasst haben:

  • Produktion von Neurotrophinen: Neurotrophine steuern die Vernetzung des Gehirns und das Überleben von neuronalen Verbindungen. Vitamin D ist damit wichtig für den Aufbau und Erhalt dieser neuronalen Verbindungen.
  • Die Synthese von wichtigen Neurotransmittern: Neurotransmitter sind Botenstoffe im Zentralnervensystem. Vitamin D ist dadurch wichtig für die Übertragung von chemischen Signalen im Zentralnervensystem, die auch die Stimmung und Kognition beeinflussen.
  • Die intrazelluläre Calzium-Homöostase: Calzium ist ein weiterer wichtiger zellulärer Botenstoff. Vitamin D ist somit besonders für die Übertragung zellulärer Signale wichtig.
  • Wichtige Antioxidantien: Vitamin D schützt die Nerven vor oxidativen Schäden, indem es wichtige Antioxidantien, wie zum Beispiel Glutathion steuert.
  • Reduziert Entzündungen an Nerven und im Gehirn: Vitamin D schützt so die Nerven und sorgt für den Erhalt der Nervengesundheit.

Aufgrund dieser zentralen Funktionen beim Schutz der Nerven wird Vitamin D mit fast allen Krankheiten des zentralen Nervensystems in Verbindung gebracht.

Wirkung auf Proliferation und Differenzierung von Zellen

Proliferation ist die Bezeichnung für schnelles Wachstum beziehungsweise Vermehrung von Gewebe. Diese Zellproliferation äußert sich in Zellteilung und Zellwachstum.

Studien haben herausgefunden, dass Vitamin D sogar bei Nervenzellen an der Steuerung von Zellteilung, Zellwachstum, Zelltod und Zellzyklus beteiligt ist. (16) Dadurch könnte Vitamin D auch auf folgende Bereiche wirken.

  • Krebs: In Tierversuchen können viele Formen von Krebs durch Vitamin D sowohl verhindert als auch behandelt werden. Bisher waren entsprechende Studien an Menschen jedoch zu klein oder methodisch ungenügend. (17)
  • Gesundheit der Organe: In nahezu allen Organen und Geweben des Körpers gibt es Vitamin-D-Rezeptoren, sodass dieses Hormon an vielen Stellen Einfluss nimmt.
  • Gesundheit von Haut und Haaren: Da Vitamin D Wirkung auf alle Bereiche hat, in denen Zellteilung eine wichtige Rolle spielt, ist es natürlich auch für die Gewebezellen wichtig, welche sich am schnellsten erneuern, die Zellen von Haut und Haaren. (18)

Fazit

Dadurch das Vitamin D auf ziemlich alle Bereiche des Körpers wirkt und darüber hinaus bei der Erkennung und Bekämpfung von Krankheitserregern hilft, ist es umso schwerwiegender, wenn ein Mangel oder eine Überdosierung vorliegt.

Deshalb sollte immer darauf geachtet werden welche Anzeichen es gibt, um den Vitamin D Spiegel zu halten, und somit die Wirkung dessen zu gewähren. Da besonders viele Bereiche wie das Immunsystem aber auch unser Herz-Kreislauf zusammen wirken und somit auch schwerwiegenden Krankheiten, sowie chronischen Krankheiten vorgebeugt werden kann.

Einzelnachweise

  1. Martina Rabenberg, Gert B.M. Mensink Journal of Health Monitoring · 2016 1(2) DOI 10.17886/RKI-GBE-2016-036 Robert Koch-Institut, Berlin
  2. Danik JS, Manson JE. Vitamin d and cardiovascular disease. Curr Treat Options Cardiovasc Med. 2012;14(4):414-424. doi:10.1007/s11936-012-0183-8
  3. Parker J, Hashmi O, Dutton D, et al. Levels of vitamin D and cardiometabolic disorders: systematic review and meta-analysis. Maturitas. 2010;65(3):225-236. doi:10.1016/j.maturitas.2009.12.013
  4. Shirvani, A., Kalajian, T.A., Song, A. et al. Disassociation of Vitamin D’s Calcemic Activity and Non-calcemic Genomic Activity and Individual Responsiveness: A Randomized Controlled Double-Blind Clinical Trial. Sci Rep 9, 17685 (2019). https://doi.org/10.1038/s41598-019-53864-1
  5. Yamshchikov AV, Desai NS, Blumberg HM, Ziegler TR, Tangpricha V. Vitamin D for treatment and prevention of infectious diseases: a systematic review of randomized controlled trials. Endocr Pract. 2009;15(5):438-449. doi:10.4158/EP09101.ORR
  6. Khajavi A, Amirhakimi GH. The rachitic lung. Pulmonary findings in 30 infants and children with malnutritional rickets. Clin Pediatr (Phila). 1977;16(1):36-38. doi:10.1177/000992287701600106
  7. Marcinowska-Suchowierska E, Kupisz-Urbańska M, Łukaszkiewicz J, Płudowski P, Jones G. Vitamin D Toxicity-A Clinical Perspective. Front Endocrinol (Lausanne). 2018;9:550. Published 2018 Sep 20. doi:10.3389/fendo.2018.00550
  8. Galior K, Grebe S, Singh R. Development of Vitamin D Toxicity from Overcorrection of Vitamin D Deficiency: A Review of Case Reports. Nutrients. 2018;10(8):953. Published 2018 Jul 24. doi:10.3390/nu10080953
  9. Matsuoka LY, Wortsman J, Hanifan N, Holick MF. Chronic sunscreen use decreases circulating concentrations of 25-hydroxyvitamin D. A preliminary study. Arch Dermatol. 1988;124(12):1802-1804.
  10. Wacker M, Holick MF. Sunlight and Vitamin D: A global perspective for health. Dermatoendocrinol. 2013;5(1):51-108. doi:10.4161/derm.24494
  11. Binkley N, Novotny R, Krueger D, et al. Low vitamin D status despite abundant sun exposure. J Clin Endocrinol Metab. 2007;92(6):2130-2135. doi:10.1210/jc.2006-2250
  12. Kamen DL, Tangpricha V. Vitamin D and molecular actions on the immune system: modulation of innate and autoimmunity. J Mol Med (Berl). 2010;88(5):441-450. doi:10.1007/s00109-010-0590-9
  13. Gibson CC, Davis CT, Zhu W, et al. Dietary Vitamin D and Its Metabolites Non-Genomically Stabilize the Endothelium. PLoS One. 2015;10(10):e0140370. Published 2015 Oct 15. doi:10.1371/journal.pone.0140370
  14. Yang CY, Leung PS, Adamopoulos IE, Gershwin ME. The implication of vitamin D and autoimmunity: a comprehensive review. Clin Rev Allergy Immunol. 2013;45(2):217-226. doi:10.1007/s12016-013-8361-3
  15. Gibson CC, Davis CT, Zhu W, et al. Dietary Vitamin D and Its Metabolites Non-Genomically Stabilize the Endothelium. PLoS One. 2015;10(10):e0140370. Published 2015 Oct 15. doi:10.1371/journal.pone.0140370
  16. H.A.P. Pols, J.C. Birkenhäger, J.A. Foekens, J.P.T.M. van Leeuwen, Vitamin D: A modulator of cell proliferation and differentiation, The Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology, Volume 37, Issue 6, 1990, Pages 873-876, ISSN 0960-0760, https://doi.org/10.1016/0960-0760(90)90435-N.
  17. Bikle DD. Vitamin D and cancer: the promise not yet fulfilled. Endocrine. 2014;46(1):29-38. doi:10.1007/s12020-013-0146-1
  18. Mostafa WZ, Hegazy RA. Vitamin D and the skin: Focus on a complex relationship: A review. J Adv Res. 2015;6(6):793-804. doi:10.1016/j.jare.2014.01.011
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