Magnesium in der Schwangerschaft: Wichtige Fragen und Antworten

Magnesium in der Schwangerschaft: Wichtige Fragen und Antworten

W√§hrend der Schwangerschaft besteht bekannterweise ein erh√∂hter Bedarf an Kalorien, N√§hrstoffen, Mineralien und Spurenelementen. Mit Beginn der Fr√ľhschwangerschaft nimmt aber besonders die Bedeutung einer ausreichenden Magnesiumversorgung der Schwangeren zu. Immerhin muss nicht nur Mutter, sondern auch das ungeborene Kind mit gen√ľgend Magnesium versorgt werden.

Warum dem so ist, welche Funktionen Magnesium im K√∂rper √ľbernimmt, wie viel Magnesium eine schwangere Frau zu sich nehmen sollte und ob eine Supplementierung mittels Magnesiumpr√§paraten ratsam ist, erfahren sie unter anderem in diesem Artikel. Wir r√§umen zudem jegliche Zweifel rund um Magnesium allgemein aus dem Weg. Falls du also einen unabh√§ngigen, objektiven Artikel zum Thema lesen m√∂chtest, bist du hier genau richtig.

Das Wichtigste in K√ľrze

  • Magnesium ist ein essentieller Mineralstoff aus der Gruppe der Mengenelemente, der f√ľr unseren K√∂rper lebensnotwendig ist. Es ist an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt und ist Bestandteil jeder lebenden Zelle.
  • Allerdings k√∂nnen wir Magnesium nicht selbst produzieren, sondern m√ľssen es von au√üen zuf√ľhren. Auch eine Speicherung ist nicht m√∂glich, weshalb der K√∂rper t√§glich mit einer ausreichender Menge des Mineralstoffes versorgt werden muss.
  • W√§hrend der Schwangerschaft steigt der Bedarf von 300 Milligramm auf 310 bis 350 Milligramm t√§glich. Diese Differenz kann normalerweise √ľber die Nahrung aufgenommen oder nach Abspracht mit dem Arzt durch Supplemente erg√§nzt werden.

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Was ist Magnesium?

Magnesium ist ein f√ľr den K√∂rper essentieller Mineralstoff. Er kann nicht im K√∂rper produziert werden und muss daher regelm√§√üig mit der Nahrung in ausreichender Menge aufgenommen werden. Wird die empfohlene Menge so nicht erreicht, empfiehlt es sich, seinen Magnesiumhaushalt durch Pr√§parate aufzustocken.

Innerhalb der Gruppe der Mineralstoffe wird Magnesium zu den Mengenelementen gezählt. Aufgrund ihrer elektrischen Leitfähigkeit werden Mengenelemente, zu denen neben Magnesium unter anderen auch Calcium, Natrium und Kalium gehören, auch als Elektrolyte bezeichnet. Sie sind die Grundbausteine aller lebenden Zellen und definieren den Wasserhaushalt im Körper.

Im Körper eines Durchschnittserwachsenen befinden sich rund 25 Gramm Magnesium. Fast alles davon ist im Inneren der Zellen von Knochen, Muskeln und Nerven gespeichert, weswegen Magnesium auch als Knochen- und Muskelmineral gilt.

Welche Funktionen erf√ľllt es im K√∂rper?

Magnesium ist ein wichtiger Bestandteil von K√∂rperzellen als auch -fl√ľssigkeiten und ist f√ľr eine Reihe von Aufgaben im menschlichen Organismus von zentraler Bedeutung, beispielsweise zahlreiche Enzymfunktionen, die Muskelt√§tigkeit, Nervenreizleistung und Mineralisierung von Knochen und Z√§hnen.

Magnesium ist zus√§tzlich als "Anti-Stress-Mineral" bekannt, da es die Erregbarkeit des Nervensystems herunterreguliert. Es kann auch die Insulinsensitivit√§t verbessern und besitzt positive Auswirkungen auf den Blutdruck, was wiederum zur Gesundheit des Herz-Kreislaufsystems beitr√§gt. Magnesium wird oft auch in Verbindung mit mentaler Gesundheit gebracht und scheint auch f√ľr die Pr√§vention von Migr√§ne von Bedeutung zu sein. (1)

Wie viel Magnesium benötige ich?

Die Tagesdosis an Magnesium sollte f√ľr einen gesunden Erwachsenen rund 300 bis 400 Milligramm umfassen. Der Bedarf variiert jedoch je nach Alter und Geschlecht. (2)

Grundsätzlich kann der Bedarf problemlos durch eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung gedeckt werden. Um herauszufinden, ob du ausreichend Magnesium mit deiner Nahrung zu dir nimmst, kontaktiere am besten deinen Hausarzt und lasse ein Blutbild anfertigen.

F√ľr gewisse Personengruppen kann ein erh√∂hter Bedarf an Magnesium bestehen:

  • Menschen mit hohen Stressleveln
  • Schwangere oder Stillende
  • Leistungssportler (3)

In welchen Lebensmitteln ist Magnesium enthalten?

Wie bereits erwähnt kann durch eine gesunde, ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung der Magnesiumbedarf problemlos abgedeckt werden. Nachfolgend haben wir dir eine Liste an besonders magnesiumhaltigen Lebensmitteln zusammengestellt, welche du vermehrt in deiner Ernährung einsetzten solltest, falls du einen Mangel verdächtigst. (4)

Lebensmittel Magnesiumgehalt pro 100 g
K√ľrbiskerne 535 mg
Sonnenblumenkerne 420 mg
Leinsamen 350 mg
Sesam 347 mg
Pinienkerne 234 mg
Haferflocken 139 mg
Vollkornnudeln 130 mg
Mais 91 mg
Spinat 58 mg

Hast du also bereits eine Unterversorgung mit dem Mineralstoff festgestellt, kannst du zuerst einmal versuchen, deinen Magnesiumhaushalt mithilfe oben angef√ľhrter Lebensmittel wieder auf Vordermann zu bringen. Sprich dies bestenfalls auch mit deinem Arzt ab.

>N√ľsse und Kerne

Insbesondere N√ľsse und Kerne haben einen sehr hohen Magnesiumgehalt und sollten daher in deiner Ern√§hrung vermehrt Einzug finden. (Bildquelle: Maddi Bazzocco / Unsplash)

Wie erkenne ich einen Magnesiummangel?

Ein Mangel an Magnesium resultiert in Konsequenzen f√ľr die Funktion der Organe und der Reaktion des menschlichen K√∂rpers auf √§u√üeren und inneren Stress. Zus√§tzlich wird die Entstehung von Bluthochdruck beg√ľnstigt. (3)

Nichtsdestotrotz ist ein Magnesiummangel ein heutzutage weit verbreitetes Phänomen. Mögliche Anzeichen, an denen man einen Magnesiummangel erkennen kann umfassen:

  • Wadenkr√§mpfe
  • Kopfschmerzen
  • Herzrhythmusst√∂rungen
  • √úbelkeit und Erbrechen (5)

Da es sich hierbei aber um sehr allgemeine Symptome handelt, empfehlen wir dir auf jeden Fall einen Arzt zu Rate zu ziehen und keine Selbstdiagnosen zu stellen.

Welche Nebenwirkungen hat die Einnahme von Magnesium?

Eine √úberdosis an Magnesium ist in der Regel nicht m√∂glich, da unser Organismus zu viel Magnesium einfach wieder √ľber die Nieren ausscheidet. Erst wenn du eine sehr gro√üe Menge an Magnesium zu dir nimmst, kann es zu Durchfall oder Erbrechen kommen um die zu viel eingenommene Menge wieder auszuscheiden.

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Hintergr√ľnde: Was du √ľber Magnesium in der Schwangerschaft wissen solltest

Wie im vorherigen Abschnitt bereits erw√§hnt, ver√§ndert sich der Tagesbedarf an Magnesium w√§hrend einer Schwangerschaft oder w√§hrend der Stillzeit. Alle Informationen rund um die H√∂he des Bedarfs, Mangelerscheinungen und die optimale Versorgung mit Magnesium haben wir in den folgenden Abs√§tzen f√ľr dich zusammengefasst.

Wie verändert sich der Bedarf an Magnesium in der Schwangerschaft?

Grunds√§tzlich ist die Ver√§nderung des Magnesiumbedarfs w√§hrend einer Schwangerschaft nur geringf√ľgig. Der Bedarf steigt von zirka 300 Milligramm auf 310 bis 350 Milligramm pro Tag. W√§hrend der Stillzeit nimmt der Bedarf noch einmal leicht zu und steigt auf 390 Milligramm t√§glich.

Ein Magnesiummangel entsteht daher in erster Linie durch Ern√§hrungsfehler. Erste Anzeichen daf√ľr k√∂nnen verst√§rkte Schwangerschafts√ľbelkeit, leichte Verkrampfungen der Geb√§rmuttermuskulatur, Muskelverspannungen und Wadenkr√§mpfe sein. Diese sind allerdings nicht eindeutig genug, um einen Magnesiummangel selbst identifizieren zu k√∂nnen. Wir raten daher definitiv einen Arzt zu Rat zu ziehen. (6)

Warum ist Magnesium in der Schwangerschaft so wichtig?

Durch das Wachstum des ungeborenen Kindes und der Plazenta w√§hrend einer Schwangerschaft steigt der Bedarf an Magnesium. Aufgrund hormoneller Ver√§nderungen nimmt zudem die Ausscheidung des f√ľr den Menschen essentiellen Mineralstoffes um etwa 20 Prozent zu. (6)

Der Embryo lagert in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft bis zu sieben Milligramm Magnesium in den wachsenden Knochen und Muskeln ein.

Ein weiterer Faktor sind m√∂gliche ver√§nderte Ern√§hrungsgewohnheiten und Abneigungen gegen√ľber manchen Lebensmitteln und Speisen w√§hrend der Schwangerschaft. Au√üerdem kann aufkommende √úbelkeit die Aufnahme von Nahrungsmitteln weiter erschweren und somit die ausreichende Aufnahme gewisser N√§hrstoffe und Mineralien gef√§hrden.

Wie decke ich meinen Magnesiumbedarf während der Schwangerschaft?

Normalerweise kann der erh√∂hte Bedarf ohne Schwierigkeiten √ľber eine ausgewogene Ern√§hrung abgedeckt werden. Demnach kann in der Regel auf Magnesiumpr√§parate verzichtet werden. Schwangere Frauen sollten aber besonders gut darauf achten, ausreichend magnesiumhaltige Lebensmittel zu verzehren.

Sollte dies aus irgendwelchen Gr√ľnden nicht m√∂glich sein, so kann nach Absprache mit dem zust√§ndigem Arzt auch einem Magnesiummangel durch die Einnahme von Magnesiumpr√§paraten vorgebeugt werden. Wie bereits dargelegt, ist eine √úberdosis an Magnesium aufgrund der Ausscheidung eines eventuellen √úberschusses durch die Nieren praktisch unm√∂glich.

In manchen F√§llen kann jedoch aus medizinischen Gr√ľnden die zus√§tzliche Einnahme von Magnesium f√ľr Schwangere ratsam sein. Der behandelnde Arzt verschreibt diese dann bei bestimmten Komplikationen wie Wadenkr√§pfe, vorzeitige Wehen oder Pr√§eklampsie (Schwangerschaftsvergiftung).

In jedem Fall sollte die zusätzliche Einnahme von Magnesium mittels Präparaten mit dem zuständigen Arzt vorab abgesprochen werden.

Wie lange besteht der erhöhte Magnesiumbedarf?

Dies l√§sst sich nicht allgemein festlegen. Manche Experten empfehlen so fr√ľh wie m√∂glich mit einer vermehrten Aufnahme zu beginnen und diese bis in die Stillzeit fortzusetzen. Immerhin muss der S√§ugling nach der Geburt durch das Stillen √ľber die Muttermilch mit allen n√∂tigen N√§hrstoffen versorgt werden. (6)

stillende Frau mit einem Baby

In 100 Milliliter Muttermilch sind durchschnittlich 3 Milligramm Magnesium enthalten, die der S√§ugling f√ľr seine Biofaktoren-Versorgung dringend ben√∂tigt.¬†(Bildquelle: Manojiit Tamen / Pixabay)

Wird schlie√ülich zu einer Ern√§hrung des S√§uglings mittels industriell hergestellter S√§uglingsanfangsnahrung √ľbergegangen, so sollte der Bedarf wieder sinken. In dieser sind grunds√§tzlich alle N√§hrstoffe enthalten, die der S√§ugling ben√∂tigt.

Besteht ein Zusammenhang zwischen Magnesium und Wehen?

Entgegen mancher Ger√ľchte rund die Einnahme von Magnesium und einer daraus resultierenden Hemmung der Wehen gibt es keine Beweise, dass Magnesium tats√§chlich einen Einfluss auf die Wehent√§tigkeit einer schwangeren Frau hat. Falls Magnesiumsupplemente eingenommen werden, ist es demnach nicht notwendig, sie kurz vor dem Geburtstermin anzusetzen. (6)

Fazit

Eine ausreichende Versorgung mit Magnesium ist sowohl f√ľr schwangere als auch nicht schwangere Personen von hoher Bedeutung. In den meisten F√§llen erfolgt dies schlichtweg durch eine ausgeglichene und gesunde Ern√§hrung. Der Bedarf an Magnesium f√ľr Schwangere steigt zwar mit Beginn der Schwangerschaft, allerdings nur so geringf√ľgig, dass die Differenz problemlos √ľber die Nahrung aufgenommen werden kann.

F√ľr schwangere und vor allem auch stillende Frauen gilt es also darauf zu achten, gen√ľgend magnesiumhaltige Lebensmittel wie N√ľsse, Samen und Vollkornprodukte zu sich zu nehmen. Kann dies nicht gew√§hrleistet werden, kann nach Absprache mit dem Arzt auch zu Magnesiumpr√§paraten gegriffen werden.

Einzelnachweise

  1. Mauskop A, Varughese J (2012): Why all migraine patients should be treated with magnesium. J Neural Transm.
  2. Bundesinstitut f√ľr Risikobewertung (2004): "Verwendung von Mineralstoffen in Lebensmitteln", Magnesium S. 127
  3. Kisters, Klaus/Gröber, Uwe (2010): Magnesium Update 2010. Anwendung bei Hypertonie und Diabetes mellitus.
  4. Deutschen Gesundheitshilfe (2015): Ernährung und Vitalstoffe. Nährwerttabelle: Magnesium in Lebensmitteln.
  5. Spegg, H./Erfurt, D. (2012): Ernährungslehre und Diätetik. Deutscher Apotheker Verlag.
  6. Sp√§tling, L. et al. (2015): Magnesiumsupplementation in der Schwangerschaft. Empfehlungen der Gesellschaft f√ľr Magnesium-Forschung e.V.
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