Vitamin K für das Baby: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Vitamin K für das Baby: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Viele Eltern wissen nicht, wie wichtig Vitamin K für Babys ist. Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin, das eine wichtige Rolle für die Blutgerinnung und für den Knochenstoffwechsel spielt. Da Neugeborene keinen ausreichenden Vitamin-K-Speicher besitzen, ist die zusätzliche Einnahme notwendig.

Jeder Säugling benötigt Vitamin K. Doch in welcher Form und Menge sollte Vitamin K Babys verabreicht werden? In diesem Artikel Informieren wir über die Vitamin-K-Einnahme bei Babys. Der Artikel dient nur als Informationsquelle und ersetzt kein Gespräch mit einem Arzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin, das der menschliche Körper unter anderem für die Blutgerinnung und den Knochenstoffwechsel benötigt.
  • In der menschlichen Muttermilch ist nicht genug Vitamin K enthalten, um Neugeborenen ausreichend zu versorgen. In künstlicher Säuglingsmilch ist etwa zwanizigmal mehr Vitamin K enthalten.
  • Ein Vitamin-K-Mangel bei Säuglingen kann zu sogenannten Vitamin-K-Mangel-Blutungen (VKMB) führen. Diese treten meistens im Magen-Darm-Trakt, der Haut oder im Gehirn auf und können lebensbedrohlich sein.

Vitamin K für das Baby: Was du wissen solltest

Wir haben für dich die häufigst gestellten Fragen zum Thema Vitamin K für Babys gesammelt und nachfolgend beantwortet.

Bevor du zu den Lösungsansätzen übergehst, solltest du dir diese Fragen genau durchlesen. Dadurch eignest du dir Hintergrundwissen an, welches dir beim Lösungsteil helfen wird.

Wie wirkt Vitamin K für Babys?

Vitamin K ist ein wichtiges Vitamin für das Blutgerinnungssystem. Neugeborene haben keinen eigenen Vitamin K Speicher. Deshalb sind sie nach der Geburt auf eine zusätzliche Vitamin K Zufuhr angewiesen.

Bei einem Vitamin K Mangel kann es zu Hirn-, Haut- und Darmblutungen kommen.Die zusätzliche Zufuhr von Vitamin K ist wichtig, damit kein Mangel entsteht.

Vitamin K ist in der menschlichen Muttermilch enthalten. Allerdings ist das Vitamin dort relativ niedrig dosiert und beispielsweise deutlich niedriger, als bei Kuhmilch.

Wie viel Vitamin K brauchen Babys?

Säuglinge haben einen täglichen Vitamin-K-Bedarf von etwa 4 µg (Mikrogramm) pro Tag. Während der Schwangerschaft wird das Kind durch die Plazenta mit Vitamin K versorgt. Allerdings ist die Versorgung gering, wodurch der Vitamin K Gehalt bei Babys sehr gering ist.

Zur Vermeidung von lebensbedrohlichen Blutungen durch Vitamin-K-Mangel ist es im Sinne der vorbeugenden Gesundheitsfürsorge unabdingbar, dass alle Neugeborenen so bald wie möglich nach der Geburt, also noch im Kreißsaal, Vitamin K1 erhalten (3).

neugeborenen Baby

Direkt nach der Geburt, noch im Kreißsaal, wird Neugeborenen Vitamin K verabreicht (Jonathan Borba / unsplash).

Die menschliche Muttermilch enthält nicht ausreichend mit Vitamin K. Um einen Vitamin K Mangel zu verhindern wird die zusätzliche Einnahme von Vitamin K stark empfohlen. Hierdurch wird das Blutungsrisiko deutlich gesenkt. Seit über 50 Jahren hat sich die Vitamin-K-Prophylaxe bei Neugeborenen bewährt.

Vitamin K Prophylaxe für Babys

Da der Vitamin K Gehalt nach der Geburt und in der Muttermilch relativ gering sind(10), ist eine zusätzliche Einnahme empfehlenswert. Die Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland bietet drei Möglichkeiten zur individuellen Einnahme von Vitamin K für Babys (1).

  1. Orale Verabreichung von jeweils 2mg Vitamin K. Die Einnahme erfolgt bei der ersten (U1), zweiten (U2) und dritten (U3) Vorsorgeuntersuchung. Das Vitamin wird den Säuglingen in Tropfenform in den Mund geträufelt. Diese Vitamin-L-Prophylaxe wird von einer Initiative des Bundesernährungsministeriums unterstützt.
  2. Weiterhin ist es möglich dem Baby täglich eine verdünnte Lösung mit 25 oder 50 µg Vitamin K täglich zu geben. Um einen Vitamin K Mangel zu verhindern, kann in der ersten Lebenswoche einmalig 1 oder 2 mg Vitamin K verabreicht werden.
  3. Die stillende Mutter achten auf eine Vitamin-K-reiche Ernährung.

Die erste Variante ist am effektivsten. Das Risiko einer Hirn-, Haut- oder Darmblutungen konnte so zwischen 1997 und 2002 bei Neugeborenen deutlich reduziert werden (2).

Einige Eltern sind nicht sicher, ob eine Vitamin-K-Prophylaxe für Neugeborene wirklich notwendig ist. Schließlich sind Vitamin-K-Tropfen ein hochdosiertes Vitaminpräparat. Bei der empfohlenen Prophylaxe ist die Vitamin-K-Zufuhr um ein Vielfaches höher, als allein über die Muttermilch.

Der Säugling wird im Mutterbauch über die Plazenta mit Vitamin K versorgt. Allerdings ist die Versorgung sowohl im Bauch als auch später durch die Muttermilch sehr gering. Aus diesem Grund wird die Vitamin-K-Prophylaxe standardmäßig in Deutschland durchgeführt(7).

Die Vitamin-K-Prophylaxe wird von zahlreichen Verbänden befürwortet. Dazu gehören:

  • Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin (GNPI)
  • Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)
  • Deutsche Gesellschaft für Perinatalmedizin (DGPM)
  • Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ)
  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ)
  • Deutschen Hebammenverband

Wann ist Vitamin K für Babys sinnvoll?

Jeder Säugling braucht zusätzlich Vitamin K. Die zusätzliche Einnahme reduziert das Blutungsrisiko deutlich(1). Neugeborene, die an einer angeboren Störung des Leber-Galle-Systems leiden, sind besonders gefährdet. Die Galle spielt eine wichtige Rolle für die Aufnahme von Vitamin K.

Mutter futtert ihr Baby

Die menschliche Muttermilch enthält nicht genug Vitamin K, um Neugeborene ausreichend zu versorgen (Dave Clubb / unsplash).

Jegliche Blutungen z.B. Punktblutungen, Nasenbluten, Blutauflagerungen auf dem Stuhl oder auffällige Blutungsflecken and der Haut können ein Zeichen für Vitamin K Mangel sein. In diesem Fall sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.

Wie kann ich den Vitamin K Wert bei Babys messen?

Alle Neugeborenen benötigen eine zusätzliche Einnahme von Vitamin K. Bei den Untersuchungen (U1 bis U3) wird der Vitamin K Wert nicht festgestellt. Dem Baby wird Vitamin K als Prophylaxe, also vorsorglich verabreicht.

Erst bei einem Verdacht eines Vitamin K Mangels ist die Bestimmung des Vitamin K Werts im Blut sinnvoll und nötig. In diesem Fall wird der Wert durch eine Blutuntersuchung beim Arzt festgestellt.

Wie äußert sich ein Vitamin K Mangel bei Babys?

Durch die Standard Vitamin K Prophylaxe in Deutschland leidet lediglich eins von 100.000 Babys an einem Vitamin K Mangel(9). Dies kann allerdings schwerwiegende Folgen haben.

Neugeborene, die an einem Vitamin K Mangel leiden, neigen in den ersten Stunden, Tagen und Wochen zur sogenannten Vitamin-K-Mangelblutung. Die Blutungen können im Hirn, der Haut oder auch in den Organen vorkommen(4).

Wie äußert sich eine Vitamin K Überdosierung bei Babys?

Eine Vitamin-K-Überdosierung lässt sich nur sehr schwer diagnostizieren. Untersuchungen an Tieren haben gezeigt, dass eine Vitamin K Überdosierung zu starken DNA-Veränderungen und chromosomalen Schäden führen kann(5).

Eine Überdosierung von Vitamin K bei Babys ist allerdings sehr selten. Neugeborenen haben einen sehr niedrigen Vitamin-K-Speicher und können Vitamin K noch nicht so gut synthetisieren.

Was kosten hochwertige Vitamin K Präparate für Babys?

Für eine möglichst einfache Einnahme von Vitamin K bei Babys sollten Vitamin K Tropfen verwendet werden. Diese können dem Säugling einfach in den Mund geträufelt werden. Die Einnahme gestaltet sich einfach, da das Baby nichts schlucken muss.

Bei den Standart Untersuchen U1, U2 und U3 nach der Geburt, erhält das Baby standartmäßig Vitamin K zur Prophylaxe. Dies wird direkt vom Arzt verabreicht. Der Erwerb von Vitamin K ist so nicht nötig.

Typ Preis
20 ml Vitamin K Tropfen 15 €
50 ml Vitamin K Tropfen 20 €
Vitamin K + D3 Tropfen 30 €

In wenigen Fällen soll das Neugeborene, in Absprache mit dem Arzt, weiterhin Vitamin K einnehmen. In diesem Fall gibt es Vitamin K in Tropfenform in jeder Apotheke. Je nach Größe kostet das Präparat 15 bis 30 €.

Welche Risiken kann die Einnahme von Vitamin K für Babys mit sich bringen?

Die zusätzliche Einnahme von Vitamin K verringert das Risiko von Blutungen stark und spricht daher für die vorsorgliche Einnahme. Allerdings können wie bei jedem Medikament unerwünschte Nebenwirkungen auftreten.

Risiken der empfohlenen Vitamin-K-Prophylaxe können sein (6):

  • Es können Nahrungsmittelunverträglichkeiten entstehen
  • Erkrankungen der Galle
  • Die ausreichende Einnahme von Vitamin K kann nicht gewährleistet werden (wenn das Neugeborene die Tropfen beispielsweise wieder ausspuckt).
  • Nicht jedes Kind erhält eine Vitamin-K-Prophylaxe (beispielsweise Kinder von Asyl suchenden oder sozial benachteiligten Eltern).
  • Die Aufnahme von Vitamin K kann beeinträchtigt werden, wenn beispielsweise die stillende Mutter Medikamente nimmt, die die Absorption verhindern.

Weitere gesundheitliche Gefahren der Nebenwirkungen sind laut aktuellem medizinischem Stand nicht bekannt.

Welche Alternativen gibt es zu Vitamin K für Babys?

Viele Eltern machen sich Gedanken, wie sie ihrem Baby eine ausreichende Versorgung mit Vitamin K garantieren können.

Vitamin-K-Gehalt in der Muttermilch erhöhen

Die menschliche Muttermilch enthält vergleichsweise wenig Vitamin K. 100 ml Muttermilch enthalten durchschnittlich 0,12 Mikrogramm Vitamin K. Bei dieser Art der Prophylaxe ist der Schutz vor einem Vitamin-K-Mangel nicht ausreichend gesichert.

Der Vitamin-K-Gehalt der Muttermilch kann erhöht werden, wenn genug Vitamin K durch die Ernährung aufgenommen wird. Folgende Lebensmittel enthalten viel Vitamin K:

Lebensmittel Vitamin K-Gehalt in Mikrogramm pro 100 Gramm
Brokkoli 270
Grünkohl 817
Schnittlauch 380
Spinat 305
Speisequark, 40% Fett i.Tr 50
Hering 25
Kalbsleber 88
Traubenkernöl 280

Flaschennahrung

Eine weitere Möglichkeit das Neugeborene mit ausreichend Vitamin K zu versorgen ist die Flaschennahrung. In Deutschland ist die spezielle Nahrung für Säuglinge immer mit Vitamin K angereichter. Meistens in einer Dosierung von 50 µg pro Liter.

Trotz Flaschennahrung sollte das Kind direkt nach der Geburt 1-2 mg Vitamin K erhalten. Erhält das Baby danach regelmäßig Nahrung aus der Flasche und keine Mutternahrung, ist eine zusätzliche Vitamin-K-Einnahme meistens nicht nötig(8).

Fazit

Die zusätzliche Einnahme von Vitamin K ist bei Säuglingen in jedem Fall nötig und sollte nicht vernachlässigt werden. Ein Vitamin-K-Mangel kann zu lebensgefährlichen Blutungen führen. Um diese zu vermeiden, lohnt sich die zusätzliche Einnahme von Vitamin K bei Babys.

Welche Art der Vitamin-K-Prophylaxe durchgeführt wird, sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Dieser Artikel dient lediglich zur Information und kann keine Beratung bei einem Facharzt ersetzen.

Einzelnachweise

  1. Die Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland empfehlt drei verschiedene Möglichkeiten für die Einnahme von Vitamin K für Babys.
  2. Die orale Einnahme von 2mg Vitamin K bei der U1, U2 und U3 konnte das Risiko einer Blutung stark verringern.
  3. Empfehlungen für die Prophylaxe von VKMB bei Neugeborenen und Säuglingen.
  4. 0,6 % der Neugeborenen leiden am 2. oder 3. Lebenstag an einer Vitamin-K-Mangel-Blutungen (VKMB). Besonders sind Haut, Magen-Darm-Trakt und das Gehirn betroffen. Etwa 62 % der Kinder, die eine VKMB aufweisen, sterben.
  5. Hohe Vitamin-K-Konzentrationen können bei Feten zu einer erhöhten Rate von DNA-Veränderungen und chromosmalen Schäden führen.
  6. Das deutlich verringerte Risiko von Blutungen durch Vitamin K spricht für die Einnahme von Vitamin K bei Neugeborenen. Wie bei jedem Medikament können allerdings Nebenwirkungen auftreten.
  7. Vitamin-K-Mangelblutungen stellen ein ernstes Risiko für Neugeborene und Kleinkinder dar und können durch eine angemessene Vitamin-K-Supplementierung weitgehend verhindert werden.
  8. Gesunde Neugeborene sollten entweder 1 mg Vitamin K1 bei der Geburt erhalten; oder 3 × 2 mg Vitamin K1 oral bei der Geburt, nach 4 bis 6 Tagen und nach 4 bis 6 Wochen.
  9. Wenn intramuskuläres Vitamin K verabreicht wird, verringert sich das Risiko einer Blutung mit Vitamin K-Mangel auf 1 / 100.000.
  10. Neugeborene sind einem Risiko für Vitamin-K-Mangelblutungen (VKDB) ausgesetzt, die durch unzureichende vorgeburtliche Lagerung und Vitamin-K-Mangel in der Muttermilch verursacht werden.
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