Ist Honig vegan? Die wichtigsten Fragen und Antworten

Ist Honig vegan? Die wichtigsten Fragen und Antworten

Du möchtest dich vegan ernähren und bist dir nicht sicher, ob Honig vegan ist? Bei der Diskussion darüber, ob Honig vegan ist gehen die Meinungen oft auseinander. Nicht jeder Veganer verzichtet auf die Honig, die meisten allerdings sind der Meinung Honig sei nicht vegan.

Ob das richtig ist und wenn ja, warum, wollen wir dir in diesem Artikel erklären. Wir haben die wichtigsten Fragen rund um das Thema gestellt und beantwortet. Du wirst hier alle Informationen finden und kannst am Ende selbst entscheiden, ob du auf Honig verzichten möchtest oder nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bienen sammeln Nektar, welcher dann zu Honig verarbeitet wird. Dies geschieht zu großen Teilen im Magen der Biene. Honig ist also ein tierisches Produkt und somit nicht vegan.
  • Während der Honigernte werden viele Bienen verletzt oder getötet. Bei Bioland-, Naturland- und Demeter-Honig gibt es strenge Vorschriften im Umgang mit den Bienen. Hier wird vor allem darauf geachtet, dass den Bienen kein Schaden zugefügt wird.
  • Wer auf Honig verzichtet, kann auf andere Süßungsmittel zurückgreifen. Ahornsirup, Agavendicksaft, Zuckerrübensirup und Löwenzahnsirup können beispielsweise als vegane Alternative zu Honig genutzt werden. Auch Stevia oder Trockenfrüchte werden als vegane Süßungsmittel eingesetzt.

Ist Honig vegan?: Was du wissen solltest

Im Folgenden haben wir alle wichtigen Fragen rund um das Thema gestellt und beantwortet. Wir werden dir alle Informationen geben, die du benötigst um zu entscheiden, ob du als Veganer auf Honig verzichten möchtest oder solltest.

Ist die Herstellung von Honig vegan?

Viele Blüten und Nadelbäume scheiden einen Nektar aus, welcher auch als Siebröhrensaft bezeichnet wird. Dieser Siebröhrensaft wird von Bienen gesammelt und zu Honig verarbeitet. Die Biene kaut hierzu den Nektar und schluckt ihn herunter.

Im Honigmagen der Biene wird der Nektar zu Glucose und Fructose (Einfachzucker) aufgespaltet. Die Glucose wird dann weiter zu Wasserstoffperoxid und Gluconsäure verarbeitet. Zudem wird der Wassergehalt von 70 Prozent auf knapp 20 Prozent oder weniger reduziert.

Nachdem die Biene den Nektar teilverdaut hat, übergibt sie ihn an eine weitere Stockbiene, welche den Prozess von vorne beginnt. Die Übergabe erfolgt oral, weshalb Honig von einigen Menschen auch als "Bienenkotze" bezeichnet wird.

Honigwaben

Der Honig reift weiter in den Honigwaben des Bienenstocks. Wenn der Wassergehalt bei circa 18 Prozent ist, kann der Honig geerntet werden. (Bildquelle: Bianca Ackermann / Unsplash)

Der Honig wird als reif angesehen, wenn der Wassergehalt sich bei circa 18 Prozent befindet. Für die Ernte werden die Honigwaben aus dem Bienenstock entfernt und, nach dem Abnehmen des Wabendeckels, in einer Hochgeschwindigkeitsmaschine geschleudert. Durch die hohe Geschwindigkeit wird der Honig aus den Waben gepresst.

Warum ist Honig nicht vegan?

In der veganen Ernährung wird auf alle tierischen Produkte verzichtet. Dazu gehören jegliche Produkte, für die Tiere ausgebeutet oder getötet werden. Veganer verzichten also auf Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier.

Honig ist ein tierisches Produkt.

Doch auch Honig wird von vielen Veganern als nicht veganes Produkt kategorisiert. Das liegt unter anderem daran, dass der Nektar von der Biene verarbeitet wird und somit als tierisches Produkt gilt. Dazu kommt, dass Bienen ihren Honig nicht freiwillig hergeben und einige von ihnen bei der Honigernte verletzt oder getötet werden.

Sollte ich als Veganer auf Honig verzichten?

Wenn du dich für eine vegane Ernährungsweise entscheidest, entschiedest du dich dazu auf jegliche tierische Produkte zu verzichten, dazu gehört auch Honig. Dazu kommt, dass nicht jeder Imker auf das Wohlsein seiner Bienen achtet. So werden viele Bienen bei der Ernte verletzt und sogar getötet. Dazu kommt, dass die Bienen den Honig nicht freiwillig hergeben.

Honigwaben

Die Bienen benötigen ihren eigenen Honig als Nahrung zur Überwinterung. (Bildquelle: Sophie Nengel / Unsplash)

Bienen produzieren Honig nicht (nur), damit er von Menschen geerntet werden kann. Der Honig dient in erster Linie als Futter während der Überwinterung. Er enthält wichtige Nährstoffe, welche die Bienen vor Milben und anderen Krankheiten schützt. Viele Imker ersetzen den Honig über die Wintermonate mit meist billigem Zuckerwasser, welches eher die gegenteilige Wirkung hat und die Bienen anfälliger für Krankheiten macht.

Wer also auf eine streng vegane Ernährung achtet, sollte auch den Honig weglassen. Letztendlich ist es jedoch deine Entscheidung, ob du auf Honig verzichten möchtest oder nicht.

Kann Honig vegan hergestellt werden?

Da der Honig von der Biene selbst hergestellt wird, handelt es sich hierbei bereits um ein tierisches Produkt. Allerdings ist es möglich Honig zu ernten, ohne dass die Bienen dabei verletzt werden. Die folgende Tabelle soll dir einen Überblick darüber verschaffen, welche verschiedenen Vorschriften es im Umgang mit Bienen je nach Haltungsart gibt.

Haltungsart Sammelgebiet Baumaterial des Bienenstocks Überwinterung
Konventionell Keine Einschränkungen Meist aus Kunststoff gebaut - Der Einsatz von Pestizidanstrichen ist zulässig Als Futter zur Überwinterung sind alle Zuckerarten zugelassen
Bioland (1) Biokulturen werden bevorzugt Natürliche Baumaterialien - Nur schadstoffarme Anstriche sind erlaubt Ein Teil des Honigs muss im Stock belassen werden, auch Biozucker ist für diesen Zweck erlaubt
Naturland (2) mindestens 3 Kilometer von möglichen Verschmutzungsquellen entfernt Natürliche Baumaterialien - Nur Lein- oder Holzöl als Anstrich Mindestens 10 Prozent des Honigs muss im Stock belassen werden
Demeter (3) bevorzugt biologisch / ökologisch bewirtschaftete Flächen Natürliche Materialien - Anstrich nur mit unbedenklichem Holzschutzmittel Der Honig des Stocks dient als Futter zur Überwinterung

Während in der konventionellen Honiggewinnung wenig Wert auf die Bienen und ihre Gesundheit gelegt wird, gibt es in der Bioland-, Naturland- und Demeter-Herstellung klare Richtlinien für den Umgang mit Bienen. So wird bei diesen drei Haltungsarten vermehrt darauf geachtet, dass den Tieren kein Schaden zugefügt wird. Zudem wird ihnen ein Teil des Honigs als Futter für die Überwinterung belassen.

Honig kann streng gesehen nicht vegan hergestellt werden.

Wenn du allerdings nicht auf Honig verzichten möchtest, kannst du darauf achten, dass den Bienen im Herstellunsgprozess so wenig Schaden wie möglich zugefügt wird.

Honigtopf

Honig kann streng gesehen nicht vegan hergestellt werden. Allerdings gibt es bei Bioland-, Naturland- und Demeter-Honig Vorschriften zum Umgang mit den Bienen. (Bildquelle: Christina Branco / Unsplash)

Welcher Honig ist vegan?

Bei Honig handelt es sich grundsätzlich um ein tierisches Produkt. Da Honig traditionell nicht vegan hergestellt werden kann, gibt es auch keinen veganen Honig. Auch Bioland-, Naturland-, Demeter- oder Manuka Honig sind nicht vegan. Es gibt aber einige Alternativen, welche den Honig in einer veganen Ernährung ersetzen können.

Wenn du dir auch bei anderen Produkten mal unsicher sein solltest, kannst du nach dem V-Label gucken. Dieses ist auf den meisten vegetarischen und veganen Produkten abgebildet, um einen besseren Überblick zu ermöglichen. Vegane Produkte erkennst du somit schnell und leicht an dem V-Label mit dem Zusatz "Vegan".

Welche veganen Alternativen gibt es zu Honig?

Da Honig - wie bereits erklärt - nicht vegan ist, werden wir dir nun einige vegane Alternativen zum Süßen von Speisen und Heißgetränken vorstellen. Du kannst Honig beispielsweise durch die folgenden Süßungsmittel substituieren:

  • Ahornsirup: Wird aus dem Zuckerahorn gewonnen.
  • Zuckerrübensirup: Wird aus dem Saft von Zuckerrüben hergestellt.
  • Agavendicksaft: Die Herstellung erfolgt aus dem Saft der Agave.
  • Löwenzahnsirup: Wird aus Löwenzahnblüten, Zucker und Zitronensaft hergestellt.
  • Trockenfrüchte: Vor allem Datteln, Rosinen und getrocknete Aprikosen eignen sich als Süßungsmittel.
  • Stevia: Ist ein meist chemisch gewonnener Extrakt der Stevia Pflanze.

Damit du die passende Alternative für dich findest, haben wir im Folgenden die beliebtesten Substitute für dich erklärt.

Ahornsirup

Ahornsirup eignet sich hervorragend zum Kochen und Backen. Zudem ist er etwas kalorienärmer als Honig und enthält je nach Qualität auch mehr Nährstoffe. Allerdings wird der Sirup aus dem kanadischen Zuckerahorn gewonnen, weshalb die Transportwege sehr lang sind.

Ahornsirup

Ahornsirup ist eine gute und vegane Alternative zu Honig. (Bildquelle: Nadine Primeau / Unsplash)

Der aus dem Zuckerahorn gewonnene Saft wird durch Erhitzen eingedickt und letztendlich entsteht aus circa 40 Liter Saft lediglich ein Liter Ahornsirup. Dieser enthält in erster Linie Saccharose und Fruktose. Je heller der Sirup ist, desto besser ist auch die Qualität.

Zuckerrübensirup

Zuckerrübensirup wird auch als Rübenkraut bezeichnet und wird aus dem Saft von Zuckerrüben gewonnen. Dazu wird der Saft eingekocht und verdickt. Da die Zuckerrüben meist in Deutschland oder anderen mitteleuropäischen Ländern angebaut werden, sind die Transportwege sehr kurz. Zudem werden für die Herstellung keine weiteren Zusatzstoffe benötigt.

In dem Sirup sind ebenfalls gesunde Nährstoffe, wie Folsäure, Magnesium und Kalium enthalten. Die Einsatzmöglichkeiten für Zuckerrübensirup sind denen von Honig sehr ähnlich. Neben dem Backen und Kochen, eignet sich Zuckerrübensirup auch als Brotaufstrich.

Da es sich bei Zuckerrübensirup um ein Obsterzeugnis handelt, sollten Menschen mit einer Fruktoseunverträglichkeit auf ein anderes Süßungsmittel zurückgreifen.

Agavendicksaft

Agaven benötigen ein heißes und trockenes Klima, weshalb sie hauptsächlich in Lateinamerika angebaut werden. Für die Herstellung von Agavendicksaft wird der Saft mexikanischer Agaven abgezapft und anschließend zu Sirup eingekocht.

Agavendicksaft eignet sich ideal zum Süßen von Heißgetränken oder Soßen. Allerdings sollte er nicht zum Backen verwendet werden. Der hohe Fruktosegehalt des Agavendicksaftes führt zu einer schnellen und intensiven Bräunung, ohne dass die gewohnte Standfestigkeit des Teiges eintritt.

Löwenzahnsirup

Ein gern genommenes Substitut für Honig ist Löwenzahnsirup. Dieser wird aus Löwenzahnblüten, Zucker und Zitronensaft hergestellt. In Löwenzahn sind wichtige Bitterstoffe sowie Kalium enthalten.

Löwenzahn

Aus Löwenzahn, Zitronensaft und Zucker kannst du ganz einfach deinen eigenen Löwenzahnsirup herstellen. (Bildquelle: Viridi Green / Unsplash)

Löwenzahnsirup ist im Handel recht schwer zu finden, allerdings kannst du ihn ganz einfach zuhause selber machen. Alternativ kannst du Löwenzahsirup auch im Internet bestellen. Das Sirup kann dann genau so verwendet werden wie Honig.

Trockenfrüchte

Trockenfrüchte, wie beispielsweise Datteln, Rosinen oder Aprikosen eignen sich ebenfalls als Honig Substitut. Sie können beim Backen sowie zur Herstellung von Desserts genutzt werden. Auch im Müsli können Trockenfrüchte den Honig ersetzen.

Neben vielen Mineralien und Vitaminen enthalten Trockenfrüchte auch viel Zucker. Aus diesem Grund sollte Trockenobst nicht in großen Mengen verzehrt werden.

Stevia

Stevia ist eine südamerikanische Pflanze, deren chemisch gewonnener Extrakt eine sehr hohe Süßkraft hat. Der Süßstoff ist kalorienfrei, weshalb Stevia in fast allen zuckerfreien Getränken genutzt wird. Zudem wird Stevia insunlinabhängig verstoffwechselt und ist somit auch für Diabetiker geeignet. Auch die Zuckeralternative Xylit ist für Diabetiker geeignet. Dabei handelt es sich ebenfalls um ein chemisches Produkt mit wenigen Kalorien.

Allerdings gibt es noch keine EU-Bio-Zertifizierung für Stevia, da bis jetzt nur der chemisch gewonnene Extrakt der Pflanze als Lebensmittel zugelassen ist. Zudem kann Stevia einen Nachgeschmack haben, der nicht Jedem schmeckt.

Fazit

Wenn du auf eine streng vegane Ernährung achtest, solltest du auch auf Honig verzichten. Honig ist ein tierisches Produkt und kann somit auch nicht vegan hergestellt werden. Zudem werden viele Bienen während der Honigernte verletzt und teilweise sogar getötet.

Solltest du dennoch nicht auf Honig verzichten wollen, kannst du auf Bioland-, Naturland- oder Demeter-Honig zurückgreifen. Hier wird auf eine artgerechte Haltung sowie einen guten Umgang mit den Bienen geachtet. Es gibt allerdings auch zahlreiche vegane Alternativen, die Honig ersetzen können.

Einzelnachweise(4)

  1. Bioland. Bioland Richtlinien. 2020 Nov
  2. Naturland. Naturland Richtlinien - ökologische Imkerei. 2020 Mai
  3. Demeter. Richtlinien 2021 - Erzeugung und Verarbeitung Richtlinien für die Zertifizierung »Demeter« und »Biodynamisch«. 2021 Jan
  4. V-Label. Das Qualitätssiegel für vegane und vegetarische Produkte. 2021 Jan
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