Ist Milch gesund? Die wichtigsten Infos und Fakten zusammengefasst

Ist Milch gesund? Die wichtigsten Infos und Fakten zusammengefasst

Wer kennt sie nicht, die vielen tollen Versprechen die in Werbespots und Kampagnen f√ľr Milch und Milchprodukte gemacht werden. Aber was ist tats√§chlich dran an solchen Aussagen, wie gesund ist Milch wirklich? Im folgenden Artikel m√∂chten wir dir alle wichtigen Fragen zu diesem Thema beantworten.

Wir kl√§ren f√ľr dich die gel√§ufigsten Mythen und Annahmen rund um das Thema Milch. Denn obwohl das beliebte Naturprodukt vor N√§hrstoffen nur so strotzt, bringt der Konsum auch das ein oder andere Risiko mit sich. So informiert, kannst du in Zukunft Milch und Milchprodukte noch besser in deine Ern√§hrung einbauen und von ihren positiven Eigenschaften profitieren.

Das Wichtigste in K√ľrze

  • Auf die Menge kommt es an: Milch verspricht allerlei positive Effekte auf die Gesundheit und Entwicklung des K√∂rpers. Das ist allerdings nur der Fall, wenn sich der Konsum in einem gewissen Rahmen bewegt. Die Deutsche Gesellschaft f√ľr Ern√§hrung e. V. empfiehlt daher 200 - 250 g Milch und etwa zwei Scheiben K√§se t√§glich zu sich zu nehmen.
  • Milch f√ľr das Wachstum: Das Wachstum eines Menschen wird tats√§chlich schon im Mutterleib vom Milchkonsum der Mutter beeinflusst. Auch dar√ľber hinaus hat Milch einen Einfluss auf die sp√§tere K√∂rpergr√∂√üe im Erwachsenenalter. Der Einflussfaktor Bewegung √ľbt allerdings einen weitaus h√∂heren Einfluss auf das Knochenwachstum aus weshalb der Effekt des Milchkonsums nicht √ľbersch√§tzt werden sollte.
  • Einflussfaktor Fettgehalt: Der Fettgehalt der Milch wirkt sich je nach Alter und Gesundheitsstatus unterschiedlich auf den K√∂rper aus. Ein hoher Fettgehalt ist nicht per se schlecht und kann beispielsweise anders als oft angenommen √úbergewicht vorbeugen. Gleichzeitig kann auch sehr fettarme Milch Risiken mit sich bringen, wie zum Beispiel eine h√∂here Wahrscheinlichkeit an einer Akne zu erkranken.

Ist Milch gesund? Was du wissen solltest

Was kann Milch f√ľr dich und deinen K√∂rper eigentlich alles gutes tun und wo liegen die Risiken beim Konsum von Milch und Milchprodukten? Hier haben wir dir alle Antworten zu den h√§ufigsten Fragen rund um das Thema Milch zusammengefasst.

Welche Inhaltsstoffe machen Milch zu einem gesunden Lebensmittel?

Milch ist ein recht komplexes Naturprodukt und bringt dem entsprechend auch viele unterschiedliche Nährstoffe mit sich. Ein Nährstoff, mit dem Milch besonders häufig in Zusammenhang gebracht wird ist Kalzium. Mit einem Anteil von 120 mg pro 100 ml Milch ist der Kalziumgehalt tatsächlich herausragend. (2)

Ganze 65 % der Kalziumzufuhr wird im Rahmen der Ern√§hrung durch den Konsum von Milch und Milchprodukten erreicht. (2) Verantwortlich ist Kalzium unter anderem f√ľr den Aufbau und Erhalt von Knochen und Z√§hnen, aber auch f√ľr die Sicherstellung funktionierender Nerven, Muskeln und eine gute Fettverbrennung.

Auch die Bandbreite an Vitaminen, die in der Milch enthalten sind ist nicht zu unterschätzen. Ganz besonders hoch ist dabei der Anteil von Vitamin B2 und B12. Vitamin B2 nimmt eine entscheidende Rolle ein, wenn es um den Energie- und Eiweißstoffwechsel geht.

Da dieses Vitamin aber generell viel im K√∂rper vorhanden ist und ein Mangel daher selten, ist ein Blick auf das Vitamin B12 noch etwas interessanter. Dieses kommt fast ausschlie√ülich in tierischen Produkten vor, was Milch zu einem entscheidenden Lieferanten daf√ľr macht. Es ist unerl√§sslich, wenn es um die Bildung roter Blutk√∂rperchen geht.

Wie nun bereits beschrieben ist Milch ein gro√üartiger N√§rstofflieferant. Deshalb haben wir dir an dieser Stelle neben den bereits angesprochenen N√§hrstoffen eine √úbersicht zu den √ľbrigen N√§hrstoffen zusammengestellt.

Nährstoff Menge pro 100 ml Milch
Kalzium 120 mg
Phosphat 92 mg
Magnesium 12 mg
Zink 400 ¬Ķg
Jod 3,3 ¬Ķg
Flurid 12 ¬Ķg
Vitamin A 31 ¬Ķg
Vitamin B2 180 ¬Ķg
Vitamin B12 0,4 ¬Ķg
Vitamin D 0,06 ¬Ķg
Fols√§ure 5 ¬Ķg

(1)

Da es sich bei Milch um ein Naturprodukt handelt k√∂nnen die genannten Angaben zu den N√§hr- und Mineralstoffen auch gr√∂√üeren Schwankungen ausgesetzt sein. Abh√§ngig ist dies unter anderm von der F√ľtterung der Milchk√ľhe.

Wie viel Milch ist gesund?

Milch begegnet uns im Alltag in den unterschiedlichsten Produkten. Dementsprechend hoch ist bei vielen Menschen auch der Milchkonsum. Doch gerade, weil sich in so vielen Gerichten und Produkten Milch und Milchprodukte finden lassen, ist es wichtig einen Blick auf das richtige Ma√ü f√ľr dich und deinen K√∂rper zu werfen.

Als Antwort auf diese Frage hat die Deutsche Gesellschaft f√ľr Ern√§hrung e. V. eine Empfehlung herausgegeben. Diese gibt eine Tagesration von 200 bis 250 g Milch und Milchprodukten vor. Zus√§tzlich k√∂nnen ein bis zwei Scheiben K√§se (50-60 g) in die t√§gliche Ern√§hrung eingebaut werden. (3)

Diese Menge scheint zuallererst gar nicht so wenig. Dennoch ist die hier empfohlene Tagesmenge bei vielen Menschen schon zu Tagesbeginn beim Fr√ľhst√ľck erreicht. Ein Kaffee mit Milch hier ein Br√∂tchen mit K√§se da und schon ist der Tagesbedarf gedeckt. Achte daher bewusst darauf, wie du Milch und Milchprodukte in deine t√§gliche Ern√§hrung einbaust und greife vielleicht auch an der ein oder anderen Stelle auf (pflanzliche) Alternativen zur√ľck.

Welche Milchsorten gelten als besonders gesund?

Milch ist nicht gleich Milch. Mit Blick in das K√ľhlregal bieten sich allerlei M√∂glichkeiten f√ľr den Milcheinkauf. Die Sorten k√∂nnen sich jeweils sehr in Ihren Eigenschaften und Inhaltsstoffen unterscheiden. Unter anderem kann dabei zwischen den folgenden Sorten unterschieden werden.

Rohmilch

Wie die Bezeichnung schon vermuten lässt handelt es sich bei Rohmilch um die unbehandelte Variante der Milch. Sie ist hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit nicht ganz unumstritten, versprich bei richtiger Lagerung und Verzehr aber viele gesundheitliche Vorteile. Dazu zählt neben der Risikoreduzierung von Asthma, Heuschnupfen und Allergien bei Kindern auch die Förderung des Immunsystems und die Vorbeugung von Fettleibigkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. (4)

Unter den verschiedenen Milchsorten sticht die Rohmilch mit ihrem Einfluss auf die Gesundheit daher besonders hervor. Um dir von den Vor- und Nachteilen unbehandelter und damit auch besonders fetthaltiger Milch ein genaueres Bild machen zu können, haben wird dir diese hier einmal zusammengefasst.

Vorteile
  • St√§rkende Wirkung auf das Immunsystem
  • Vermindertes Risiko f√ľr Allergien und Unvertr√§glichkeiten
  • Reduzierung des Risikos f√ľr Herzkrankheiten, Diabetes-Typ 2 und Bluthochdruck
Nachteile
  • Ungeeignet f√ľr Menschen mit schwachem Immunsystem (S√§uglinge, Kleinkinder, alte Menschen)
  • Abkochen der Rohmilch empfohlen, wodurch allerdings N√§hrstoffe verloren gehen k√∂nnen
  • Pasteurisierte Milch

    Um eine M√∂gliche Belastung der Milch durch Keimen vorzubeugen, existiert das Verfahren der Pasteurisierung. Dabei wird die Rohmilch f√ľr kurze Zeit auf 72 bis 75 ¬įC erhitzt, was zur Abt√∂tung von Keimen und Mikroorganismen f√ľhrt. Dabei kommt es im Vergleich zur Rohmilch zu einem nur minimalen N√§hrstoffverlust. Ganz nebenbei wird durch die kurzzeitige Erhitzung die Milch f√ľr bis zu 10 Tage haltbar gemacht. (5)

    H-Milch

    Durch eine Ultrahocherhitzung auf mindestens 135 ¬įC wird die H-Milch (haltbare Milch) besonders lang haltbar gemacht. Sie ist dadurch fast g√§nzlich von Keimen befreit. Sie unterscheidet sich im Vergleich zu weniger hitzebehandelten Sorten dadurch, dass der Vitamin B12 Gehalt und der Anteil der Fols√§ure leicht verringert ist. Andere Vitamine und Inhaltsstoffe bleiben bei der starken Erhitzung unver√§ndert. (6)

    Milch

    Milch wird uns in unglaublich vielen Sorten angeboten die sich unter anderem in ihrer Haltbarkeit und ihrem Fettgehalt voneinander unterscheiden. (Bildquelle: Couleur / pixabay)

    Unterschiedlicher Fettgehalt

    Der Fettgehalt ist ein besonders häufig hinterfragter Punkt wenn es um das Thema Milch und Gesundheit geht. Anhand des Fettgehalts wird Milch in der Regel in die folgenden Gruppen unterteilt.

    Sorte Fettgahalt
    Vollmilch 3,5 % oder mehr
    Fettarme Milch 1,5 bis 1,8 %
    Entrahmte Milch 0,5 % oder weniger

    (6)

    Umstritten ist dabei ob ein h√∂herer oder niedriger Fettgehalt besser f√ľr die Gesundheit ist. Neben einer Empfehlung der Deutschen Gesellschaft f√ľr Ern√§hrung e. V., welche Sorten mit niedrigem Fettgehalt empfiehlt, zeigen Studien auch positive Effekte bei Konsum von Milch mit hohem Fettgehalt.

    Dazu z√§hlt unter anderem die Reduzierung des Risikos f√ľr das so genannte Metabolische Syndrom. Dabei handelt es sich um eine Anh√§ufung zusammenh√§ngender Risikofaktoren die zu Herzkrankheiten, Diabetes-Typ-2 und Bluthochdruck f√ľhren. (7)

    Wie gesund ist Milch im Hinblick auf die Beschaffenheit meiner Knochen?

    Seit vielen Jahrzehnten wird Milch als das Lebensmittel beworben, welches f√ľr einen gesunden Knochenaufbau unabdingbar ist. Demnach soll ein Glas Milch gen√ľgen, um das Wachstum zu f√∂rdern und die Gesundheit der Knochen zu gew√§hrleisten. Hinsichtlich der vielen in der Milch enthaltenen N√§hrstoffe ist diese Annahme auch nicht verwunderlich.

    Unter diesen N√§hstoffen befinden sich insbesondere Kalzium und Milchproteine die einen direkten Einfluss auf die Beschaffenheit der Knochen aus√ľben. Kalzium ist entscheidend, wenn es um den Aufbau und Erhalt von Knochenmasse und -dichte geht. Milchproteine machen sich dagegen bemerkbar, wenn es um die F√∂rderung der Knochenstabilit√§t geht. (11)

    Mit den Jahren hat die Wissenschaft neue Einflussfaktoren ausgemacht, welche mit der Knochengesundheit in Verbindung gebracht werden, wobei viele davon nicht durch den Milchkonsum beeinflusst werden k√∂nnen. (8) Dem entsprechend ist es sinnvoll herauszufinden wie viel Wahrheit nach wie vor in der Annahme steckt, dass Milch eine positive Wirkung auf die Beschaffenheit unserer Knochen aus√ľbt.

    Angefangen beim Knochenwachstum, √ľbt der Milchkonsum tats√§chlich einen Einfluss auf die Gr√∂√üe des Menschen aus. Personen aus skandinavischen L√§ndern, in denen typischerweise besonders viel Milch konsumiert wird, sind im globalen Vergleich besonders gro√ü. Dagegen sind Menschen aus asiatischen L√§ndern, in denen Milch unter anderem wegen der h√∂heren Rate f√ľr Laktoseintoleranz (9,10) einen geringeren Stellenwert einnimmt, kleiner gewachsen.

    Gleichzeitig zeichnet sich in L√§ndern mit hohem Milchkonsum auch ein h√∂heres Aufkommen von Knochenbr√ľchen im Alter ab. Eine Studie kam unter anderem zu dem Ergebnis, dass mit jedem Glas Milch das Risiko f√ľr Knochenbr√ľche im Alter um 9% steigt. (11) Der Zusammenhang scheint laut der Ergebnisse weiterer Studien recht logisch. Denn diese sagen aus, dass eine h√∂here K√∂rpergr√∂√üe automatisch mit einem gr√∂√üeren Risiko f√ľr Knochenbr√ľche einhergeht. (10)

    In welchem Zusammenhang stehen der Konsum von Milch und Diabetes?

    Diabetes mellitus ist in Deutschland weit verbreitet. Ganze 7,8 Prozent der Erwachsenen sind von der Stoffwechselkrankheit betroffen. Bei der √ľberwiegenden Mehrheit handelt es sich dabei um den Typ 2. Dieser Typ von Diabetes entsteht meist durch eine jahrelange unausgewogene und zuckerhaltige Ern√§hrung. Die Bauchspeicheldr√ľse ist ersch√∂pft und kann das zur Verwertung von Glucose ben√∂tigte Insulin nicht mehr ausreichend produzieren. (13)

    Umso interessanter ist es, dass Milch mit einem positiven Effekt hinsichtlich der Verminderung des Risikos f√ľr Diabetes-Typ-2 in Verbindung gebracht wird. Dazu tragen unter anderem die beiden in der Milch enthaltenen Mineralien Kalzium und Magnesium bei. Auch das enthaltene Molkenprotein nimmt Einfluss auf diesen Effekt. Denn f√ľr dieses konnten mehrere Studien eine stimulierende Wirkung auf die Produktion von Insulin nachweisen.

    Mit Blick auf den t√§glichen Ern√§hrungsplan k√∂nnen schlie√ülich auch Empfehlungen ausgesprochen werden, um durch den Milchkonsum das eigene Risiko an Diabetes-Typ-2 zu erkranken zu vermindern. F√ľr einen solchen Effekt wird ein t√§glicher Konsum von 80 bis 120 g fettarmer Milchprodukte und Joghurt empfohlen. Auf diese Weise kann das Risiko zu erkranken um 14 % gesenkt werden. (14)

    Wie gesund ist Milch f√ľr Kinder?

    Auch f√ľr Kinder wird Milch f√ľr den t√§glichen Speiseplan empfohlen. Sie gilt besonders in den ersten Lebensjahren als wichtiger Kalziumlieferant, um einen gesunden Aufbau von Knochen und Z√§hnen zu gew√§hrleisten. Mindestens 250 mg Kalzium pro Tag sollte ein Kind t√§glich zu sich nehmen. (15)

    Schon bei besonders kleinen Kindern, zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr, wird daher eine tägliche Menge von 300 bis 330 ml Milch und Milchprodukten empfohlen. (16) Milch bringt neben einiger Vorteile hinsichtlich der kindlichen Entwicklung auch Risiken mit sich. Diese haben wir dir an dieser Stelle zusammengefasst.

    Vorteile
    • F√∂rderung des Wachstums
    • Entwicklung einer h√∂heren Muskelmasse und Muskelkraft
    • Verbesserte Verbrennung und damit ein tendenziell ges√ľnderer BMI
    Nachteile
  • Erh√∂htes Risiko von Knochenbr√ľchen im Erwachsenenalter
  • Einfluss auf das Wachstum teilweise √ľbersch√§tzt
  • Effekt einer m√∂gliche Vorbeugung von Osteoporose nicht best√§tigt
  • Wie soeben aufgef√ľhrt wird der Effekt von Milchkonsum auf die Entwicklung des kindlichen Skeletts mittlerweile als etwas √ľberbewertet eingesch√§tzt. Laut moderner Studien spielt regelm√§√üige k√∂rperliche Aktivit√§t eine weitaus gr√∂√üere Rolle, wenn es um die F√∂rderung gesunder Knochen geht. Dem entsprechend beziehen sich die hier aufgef√ľhrtem Empfehlungen auf einen ausgewogenen Konsum von Milchprodukten immer in Verbindung mit ausreichender und regelm√§√üigen Bewegung. (15)

    Milch

    Dem Ruf als optimales Nahrungsmittel f√ľr die kindliche Entwicklung macht Milch in vielerlei Hinsicht alle Ehre. (Bildquelle: Alex Green / pexels)

    Wie gesund ist Milch f√ľr √§ltere Menschen?

    F√ľr viel √§ltere Menschen spielt Milch in der t√§glichen Ern√§hrung eine wichtigere Rolle als bei vielen j√ľngeren Menschen. Sie tendieren zu einem h√∂heren und regelm√§√üigeren Milchkonsum, weshalb sich nat√ľrlich auch die Frage stellt wie f√∂rderlich ein solcher regelm√§√üiger und hoher Konsum im vorangeschrittenen Alter ist.

    Generell kann gesagt werden, dass die Inhaltsstoffe der Milch bei vielerlei Erkrankungen und Beschwerden, welche im Alter vermehrt auftreten Linderung oder sogar Vorbeugung versprechen. Beispielsweise kann durch einen ausgewogenen Milchkonsum im Alter das Risiko f√ľr Herzkrankheiten, Bluthochdruck, √úbergewicht oder auch Schlaganf√§lle vermindert werden.

    Bei Personen die bereits im j√ľngeren Alter auf eine angemessene Versorgung mit Milch und Milchprodukten geachtet haben konnte zudem ein vermindertes Risiko an Br√ľchen an der H√ľfte festgestellt werden.

    Hinsichtlich des Erhalts und der Bildung von Muskeln sind die Erkenntnisse etwas Zwiegespalten. Obwohl Milch ein hervorragender Proteinlieferant ist, konnten in Studien noch keine aussagekräftigen Erkenntnisse gesammelt werden, ob und wie sich Milchproteine im Alter auf die Muskelqualität auswirken. (17) Mit Blick auf das in der Milch enthaltene Kalzium ist die Lage etwas anders. Hier wurde festgestellt, dass eine zu starke Zufuhr von Kalzium, beispielsweise in Folge eines zu hohen Milchkonsums schwächeren Muskeln zur Folge hat. (18)

    Wie gesund ist der Konsum von Milch f√ľr meine Haut?

    Ein Zusammenhang zwischen Milch und Hautgesundheit ist sie nicht ganz unumstritten. Besonders bei jungen Menschen wird der Konsum von Magermilch, mit einem erh√∂hten Risiko f√ľr Akne in Verbindung gebracht. (19)

    Grund daf√ľr sind die sich in der Milch befindenden hormonellen Bestandteile. Sie regen die Produktion m√§nnlicher Hormonen an, was sich schlie√ülich in Form von Hautunreinheiten und eben auch Akne bemerkbar machen kann. Beobachtet wurde hierbei au√üerdem, dass das Risiko ab drei Portionen Magermilch pro Woche angestiegen ist. (20)

    Akne

    Vor allem der Konsum magerer Milch kann das Risiko f√ľr das Auftreten von Akne erh√∂hen. (Bildquelle: jmexclusives / pixabay)

    Zu beachten ist, dass in diesem Kontext von Magermilch die Rede ist. Also Milch mit einem Fettgehalt zwischen 0 und 1 Prozent. F√ľr den Konsum von Vollmilch konnte bisher kein Zusammenhang mit einer Erkrankung an Akne festgestellt werden. (21)

    Ist Milch schlecht f√ľr die Prostata?

    Der Konsum von Milch und Milchprodukten geht mit einem höheren Risiko an Prostatakrebs zu erkranken einher. Das soll laut Studien insbesondere bei jungen Männern der Falls sein. Bei Männern im Alter zwischen dem 45 und 74 Lebensjahr, war dieser Effekt weniger stark zu beobachten. (22)

    Grund daf√ľr scheint wohl die erh√∂hte zufuhr von Kalzium und Milchproteinen zu sein die der Konsum von Milch mit sich bringt. Eine Steigerung des Prostatakrebsrisikos wurde insbesondere dann Festgestell wenn mehr als 1,5 g Kalzium pro Tag zu sich genommen wurden. Das entspricht etwa 1,25 L Milch oder 140 g Hartk√§se. (12)

    Umstritten ist, ob f√ľr das erh√∂hte Risiko eher fettarme Milch oder Milch mit hohem Fettgehalt verantwortlich ist. Tendenziell raten Wissenschaftler und √Ąrzte in diesem Zusammenhang aber dazu eher den Konsum von Vollmilch zu reduzieren oder g√§nzlich darauf zu verzichten. Auch die Wahrscheinlichkeit an einer besonders aggressiven Form von Prostatakrebs zu erkranken, oder gar daran zu sterben, soll durch Verzicht oder Reduzierung des Konsums fettreicher Milch verringert werden k√∂nnen. (22)

    Wie gesund ist Milch in der Schwangerschaft?

    Eine Schwangerschaft ist von großen körperlichen Veränderungen gekennzeichnet. Dem entsprechend wird auch der Lebensstil angepasst, um die bestmögliche Entwicklung des ungeborenen Kindes zu gewährleisten. Die Ernährung einer Schwangeren hat dabei bekanntlich einen entscheidenden Einfluss.

    Die besonders hohe N√§hrstoffdichte von Milch macht sie optimal f√ľr die Ern√§hrung in der Schwangerschaft.

    Dabei werden Nahrungsmittel mit einer besonders hohen Nährstoffdichte besonders empfohlen. Mit Nährstoffen wie Kalzium, Phosphor, Kalium, Jod, Vitamin B12 und den vielen Proteinen gilt Milch als ein solches Nahrungsmittel.

    Es wurde außerdem festgestellt, dass der Milchkonsum während der Schwangerschaft unter anderem einen positiven Effekt auf ein gesundes Geburtsgewicht des Kindes hat. Das zeigt sich unter anderem in einer größeren Körperlänge und einem größerem Kopfumfang des Neugeborenen. (23)

    Ebenso bestehen auch Risiken des Milchkonsums im Zusammenhang mit der Schwangerschaft. Beispielsweise in Form einer höheren Wahrscheinlichkeit, dass das Kind schon im Mutterleib eine Insulinresistenz entwickelt. Das macht sich im späteren Leben des Kindes darin bemerkbar, dass sein Risiko an Diabetes-Typ-2 zu erkranken erhöht ist. (24)

    Ist Milch entz√ľndungshemmend?

    N√§hrstoffe sind in der Lage den Entz√ľndungsstatus eines Menschen zu ver√§ndern. Dem zufolge m√ľsste also auch Milch mit ihrem hohen N√§hrstoffgehalt einen solchen Effekt auf den K√∂rper aus√ľben k√∂nnen.

    Studien zufolge kann diese Annahme tats√§chlich best√§tigt werden. Durch den Konsum von Milch und Milchprodukten kann der Ausbruch von Entz√ľndungen im K√∂rper verhindert oder zumindest verringert werden. Dieser Effekt bewegt sich allerdings in einer recht kleinen Gr√∂√üenordnung und ist abh√§ngig vom Gesundheitszustand der jeweiligen Person.

    Bei Menschen mit einer bereits vorhanden Stoffwechselst√∂rung macht sich ein entz√ľndungshemmender Effekt eher bemerkbar als bei gesunden Menschen. Beispielsweise k√∂nnen an Adipositas erkrankte Menschen durch den Konsum von Milch das Aufkommen von Begleiterkrankungen eind√§mmen.

    So wird also beispielsweise die Wahrscheinlichkeit an Stoffwechselerkankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes-Typ-2 zu durch den Konsum von Milch einged√§mmt. Die entz√ľndungshemmende Wirkung ist dabei unabh√§ngig davon, ob die konsumierte Milch fetthaltig oder eher fettarm ist. (25)

    Fazit

    Grunds√§tzlich kann gesagt werden, dass der Konsum von Milch mit vielerlei positiven Effekten auf die Gesundheit belegt ist. Diese machen sich insbesondere in der kindlichen Entwicklung bemerkbar. Rohmilch zeigt hierf√ľr besonders gute Eigenschaften. Sie f√∂rdert das Immunsystem und beugt Allergien und Unvertr√§glichkeiten vor. Generell ist fettreiche Milch besser als ihr Ruf und in manchen F√§llen sogar weitaus ges√ľnder als fettarme Varianten.

    Dennoch muss stets auf die Ausgewogenheit des Milchkonsums geachtet werden. Zu viel Milch und Milchprodukte k√∂nnen unter anderem zu Folgen wie Akne, Muskelabbau im Alter oder auch ein erh√∂htes Risiko f√ľr Knochenbr√ľche mit sich bringen. Sich an die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft f√ľr Ern√§hrung e. V. zu halten ist daher ratsam. Diese empfiehlt einen t√§glichen Konsum von 200 bis 250 g Milch und Milchprodukten sowie zus√§tzlich etwa zwei Scheiben K√§se (50-60 g).

    Einzelnachweise

      docplayer.org: Mehr √ľber Blickpunkt Ern√§hrung Source Faeh, David; Matzke, Annette (2012). Ern√§hrung und Gesundheit. In: Bundesamt f√ľr Gesundheit; Keller, Ulrich; Battaglia Richi, Evelyne; Beer, Michael; et al. Sechster Schweizerischer Ern√§hrungsbericht. Bern: Bundesamt f√ľr Gesundheit (BAG), 227-208. Source dge-ernaehrungskreis.de: Milch und Milchprodukte Source Bachmann H.-P., Fr√∂hlich M.-T., Bisig W. Agrarforschung Schweiz 11, 124‚Äď130, 2020 Source milchindustrie.de: Pasteurisierung Source milchindustire.de: H-Milch Source Bhavadharini B, Dehghan M, Mente A, et al Association of dairy consumption with metabolic syndrome, hypertension and diabetes in 147‚ÄČ812 individuals from 21 countries BMJ Open Diabetes Research and Care 2020;8:e000826. doi: 10.1136/bmjdrc-2019-000826 Source Graduate Student Literature Review: The milk behind the mustache: A review of milk and bone biology Batty, Brandon S. et al. Journal of Dairy Science, Volume 102, Issue 8, 7608 - 7617 Source statista.com: Pr√§valenz von Laktose-Unvertr√§glichkeit in der Erwachsenenbev√∂lkerung ausgew√§hlter L√§ndern 2012 Source aerzteblatt.de: Wie gesund ist Milch? Source Feskanich D, Bischoff-Ferrari HA, Frazier AL, Willett WC. Milk consumption during teenage years and risk of hip fractures in older adults. JAMA Pediatr. 2014 Jan;168(1):54-60. doi: 10.1001/jamapediatrics.2013.3821. PMID: 24247817; PMCID: PMC3983667. Source Max Rubner-Institut: Ern√§hrungsphysiologische Bewertung von Milch und Milchprodukten und ihren Inhaltsstoffen. Bericht f√ľr das Kompetenzzentrum f√ľr Ern√§hrung, Bayern November 2014. 2014. MRI. Source bundesgesundheitsministerium.de: Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 Source Alvarez-Bueno C, Cavero-Redondo I, Martinez-Vizcaino V, Sotos-Prieto M, Ruiz JR, Gil A. Effects of Milk and Dairy Product Consumption on Type 2 Diabetes: Overview of Systematic Reviews and Meta-Analyses. Adv Nutr. 2019 May 1;10(suppl_2):S154-S163. doi: 10.1093/advances/nmy107. PMID: 31089734; PMCID: PMC6518137. Source Widhalm K, Gatternig K, Dieminger-Schn√ľrch B, Meidlinger B Seper K Milchkonsum bei Kindern und Jugendlichen und Knochengesundheit Journal f√ľr Ern√§hrungsmedizin 2016; 18 (1), 14-15 Source landeszentrum-bw.de: Milch und Milchprodukte f√ľr kleine Kinder Source Granic A, Hurst C, Dismore L, et al. Milk for Skeletal Muscle Health and Sarcopenia in Older Adults: A Narrative Review. Clin Interv Aging. 2020;15:695-714. Published 2020 May 20. doi:10.2147/CIA.S245595 Source Dr. Jutta Semler, Orthop√§die & Rheuma, 2012, Volume 15, Number 1, Page 27 Source Adebamowo CA, Spiegelman D, Berkey CS, Danby FW, Rockett HH, Colditz GA, Willett WC, Holmes MD. Milk consumption and acne in teenaged boys. J Am Acad Dermatol. 2008 May;58(5):787-93. doi: 10.1016/j.jaad.2007.08.049. Epub 2008 Jan 14. PMID: 18194824; PMCID: PMC4391699. Source Kraus, D. Macht nur Magermilch Akne?. √§sthet dermatol kosmetol 8, 7 (2016). https://doi.org/10.1007/s12634-016-5288-8 Source Springer-Verlag Berlin Heidelberg. Fettarme Milch l√§sst Pickel sprie√üen. CME 13, 6 (2016). https://doi.org/10.1007/s11298-016-5762-5 Source Sargsyan A, Dubasi HB. Milk Consumption and Prostate Cancer: A Systematic Review. World J Mens Health. 2020 Jul 27. doi: 10.5534/wjmh.200051. Epub ahead of print. PMID: 32777868. Source Ach√≥n M, √öbeda N, Garc√≠a-Gonz√°lez √Ā, Partearroyo T, Varela-Moreiras G. Effects of Milk and Dairy Product Consumption on Pregnancy and Lactation Outcomes: A Systematic Review. Adv Nutr. 2019 May 1;10(suppl_2):S74-S87. doi: 10.1093/advances/nmz009. PMID: 31089739; PMCID: PMC6518133. Source
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