Jod: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Jod: Die wichtigsten Fragen und Antworten
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Jod ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, welches für die Gesundheit unseres menschlichen Körpers unumgänglich ist. Schon seit Jahren wird über dieses chemische Element, welches durch die Nahrung aufgenommen wird, hitzig diskutiert.

In diesem Artikel wird Klarheit zum Thema Jod verschaffen. Wir beantworten in einer objektiven Berichterstattung die wichtigsten Fragen und klären auf, welche Alternativen Lebensmittel sich ideal eignen um Jodmangel vorzubeugen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jod ist ein natürliches Spurenelement. Dieses kann aber nicht selbst vom Körper produziert werden und muss durch die Nahrung aufgenommen werden. Wie viel Jod man benötigt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig zu machen.
  • Das Erscheinungsbild von Jodmangel, lässt sich zu Beginn kaum erkennen. Erst bei einer ausgeprägten Schilddrüsenunterfunktion treten Symptome deutlich auf.
  • Einen hohen Jodgehalt weisen Lebenmittel wie jodiertes Speisesalz, Seealgen oder bestimmte Fischarten auf. Hiermit kann der Jodhaushalt gedeckt werden.

Jod: Was du wissen solltest

Im Folgenden haben wir die wichtigsten Fragen, dem Thema Jod betreffend rausgesucht und beantwortet. Somit kannst du hier alles wichtige auffinden, was du über Jod wissen solltest.

Wofür braucht unser Körper Jod?

Jod ist ein Spurenelement, welches natürlich vorkommt. Außerdem ist es für die Gesundheit des Menschen lebensnotwendig. Wichtig ist es für den körpereigenen Aufbau der Schilddrüsenhormone Thyroxin und Trijodthyronin.

Diese Hormone sind dienlich für das Steuern einiger Prozesse im Körper. Dazu gehören unter anderem das Wachstum, die Knochenbildung, die Entwicklung des Gehirns sowie der Energiestoffwechsel (1).

Wie viel Jod benötigt man am Tag?

Wie viel Jod man am Tag tatsächlich benötigt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig zu machen. Dazu gehören das Alter, Umweltbelastungen (Rauchen, Nitrat) sowie ein hoher Verzehr von pflanzlichen Lebensmitteln, welche strumigene (kropfbildende) Substanzen enthalten.

Diese Faktoren erfordern entsprechende Sicherheitszuschläge bei der Ableitung der Empfehlungen (2).

Alter Empfohlene Jodzufuhr (in μg/Tag)
bis unter 4 Monate 40
4-12 Monate 80
1-4 Jahre Monate 80
4-7 Jahre 100
7-10 Jahre 120
19-13 Jahre 140
13-15 Jahre 180
15-51 Jahre 200
51 Jahre und älter 180

(3)

Welche Anzeichen weisen auf Jod Mangel hin?

Ein Jodmangel kann sich bereits auf die Entwicklung des Embryos und des Fetus auswirken, dies kann schwerwiegende neurologische Folgen mit sich bringen. Mit einer Vergrößerung der Schilddrüse äußert sich Jodmangel häufig bei Erwachsenen oder im Kindesalter.

Häufig entstehen dabei auch Knoten. Bei einem nur geringem Jodmangel ist zwar die Schilddrüse vergrößert, die Funktion der Schilddrüse ist jedoch normal. Jodmangel kann demzufolge eine Veränderung oder Störung der Schilddrüse beiführen(4).

Frau liegt erschöpft auf Couch

Jodmangel kann sich an den unterschiedlichsten Anzeichen bemerkbar machen. (Bildquelle: zohre nemati/ Unsplash)

Auch in Deutschland gab es durch Jodmangel eine bedingte Hypothyreose mit Sturma, heute jedoch nur noch verbreitet in einigen Entwicklungsländern. Eine Schilddrüse, welche meist durch Jodmangel bedingt ist, wird als Sturma bezeichnet. Eine Sturma ohne Knoten wird als Strma diffusa bezeichnet, eine Sturma mit Knoten als Sturma nodosa (5).

Anfangs werden von Betroffenen kaum Beschwerden des Jodmangels wahrgenommen. Erst bei einer stärkeren Unterfunktion der Schilddrüse werden die Symptome erkennbar. Diese können unter anderem sein:

  • starke Müdigkeit
  • Antriebsschwäche
  • Wachstumsstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Atem- Schluckbeschwerden
  • Veränderung der Haut
  • Druckgefühl am Hals
  • Entwicklungsstörungen (6)

Worin ist viel Jod enthalten?

Wie viel Jod in Lebensmitteln enthalten ist, kann von Region zu Region unterschiedlich sein. Der Jodgehalt ist abhängig vom Boden und Wasser. Außerdem können Produktionsbedingungen dafür verantwortlich sein. Dazu gehören zum Beispiel die Pflanzendüngung oder der Jodgehalt im Tierfutter.

Eine Bedeutsame Jodquelle in Deutschland, ist das jodierte Speisesalz, welches man auch in gängigen Supermärkten erhält. Seit Ende der 80er Jahre ist es außerdem bei der Lebensmittelverarbeitung und in der Gemeinschaftsverpflegung zugelassen.

Einen natürlich hohen Jodgehalt ist fast ausschließlich in Meerestieren und Seetang aufzufinden. Außerdem sind neben dem jodierten Speisesalz, Brot und alkoholffreie Getränke wichtige Pflanzliche Jodlieferanten (7,8">.

Lebensmittel Jodgehalt mg/kg
Algen 5-11000
Nori Algen 16
Jodiertes Speisesalz 15-25
Seetang

Seetang kann in der Küche vielseitig eingesetzt werden. Besonders in der Asiatischen Küche lassen sich gesunde Gerichte kreieren. (Bildquelle: daniel apodacca/ Unsplash)

Welche Bedeutung hat Jod für die Schilddrüse?

Organisches und Anorganisches Jod, welches mit der Nahrung aufgenommen wird, wird im Dünndarm fast komplett resorbiert. Je nach Abhängigkeit der Jodkonzentration wird es von der Schilddrüse aktiv in die Schilddrüsenzellen aufgenommen. Wenn die Schilddrüse mit Jod gesättigt sein sollte, wird das überschüssige Jod über die Niere ausgeschieden.

Die Schilddrüse besteht aus kleinen „Bläschen“, die von hormonbildenden Zellen umschlossen sind. An der äußeren Membran dieser Zellen befindet sich der NIS. Das Jodid wird durch einen Mechanismus durch die Zelle transportiert und in die Bläschen abgegeben.

Hohe Joddosen hemmen direkt die NIS-Aktivität. Damit kann erreicht werden, dass bei gesunden Schilddrüsen immer ausreichend, aber niemals zu viel Jodid aufgenommen werden kann, und somit keine Überfunktion der Schilddrüse entsteht.

Jod ist aus diesem Grund essenziell für das Schilddrüsenhormon. Da der menschliche Körper Jod nicht von selbst produzieren kann, muss es zugeführt werden (9).

Welche Bedeutung hat Jod in der Schwangerschaft und in der Stillzeit?

Besonders während der Schwangerschaft und der Stillzeit hat eine ausreichende Jodversorgung eine enorme Bedeutung. In dieser Zeit muss der Jodbedarf der schwangeren Frau, wie auch der Jodbedarf des Kindes sichergestellt sein.

Die Jodaufnahme allgemein Jodaufnahme hat sich in den Jahren deutlich verbessert , dennoch wird bei schwangeren Frauen häufig die wünschenswerte Zufuhr von 230 µg und bei stillenden Frauen von 260 µg pro Tag nicht erreicht.

Auch die Verwendung von Jodsalz im Haushalt ist dafür nicht ausreichend. Aus diesem Grund werden für Schwangere und Stillende Frauen Jodtabletten als wichtig erachtet.

Durch Jodmangel in der Schwangerschaft steigt die Rate an Fehl- und Totgeburten sowie Fehlbildungen. Abhängig sind die frühkindliche Entwicklung des zentralen Nervensystems, sowie Körperwachstum und -Reifung von einer ausreichenden Jodversorgung.

Jod ist somit ein wichtiges Element, welches die Entwicklung des Kindes beeinflussen kann. Nicht nur im Erwachsenenalter ist die richtige Menge wichtig (10).

Welche Faktoren beeinflussen die Jodaufnahme?

Jod kommt in größeren Mengen nur im Meer und in heißen Quellen aus der Tiefe des Erdinneren vor. Dazu gehören unter anderem Algen. Algen konzentrieren Jodid aus dem Meerwasser etwa 3 000-fache und binden es anschließend.

Unter besonderen Bedingungen wie z. B. durch Sonneneinstrahlung oder mechanische Reize (wie Gischt an der Küste), geben Algen verschiedene anorganische Jodverbindungen frei, diese gelangen anschließend in die Atmosphäre. Durch Regen gelangt das Jod auf das Festland (11).

Somit kann festgestellt werden, dass Meernahe Regionen besser mit Jod versorgt sind, als Regionen die dem Meer weiter entfernt liegen. Dies ist ein Faktor welcher die Jodaufnahme besonders beeinflusst.

Welche gesundheitlichen Ursachen kann Jodexzess haben?

In einer Studie wurden über 12 Wochen freiwillige Personen 1000 bzw. 2000 µg Jodid am Tag zusätzlich zur normalen Ernährung, die bis zu 350 µg Jodid enthält, zugeführt.

Daraus resultiert, dass extrem hohe Joddosen einer gesunden Schilddrüse nicht schaden. Es gab keine Nebenwirkungen auf die Haut oder auf die Verdauung. Auch die Schilddrüsenfunktion wurde nicht signifikant beeinflusst (12).

Jedoch kann die chronische Einnahme von 10–50 mg Jodid am Tag zu längerfristiger Hemmung der Schilddrüsenfunktion und Entwicklung einer Hypothyreose führen. Durch den Verzehr von einer großen Menge Algen, welche besonders Jodhaltig ist, konnte dies auf der Japanischen Halbinsel Hokkaido festgestellt werden (13).

Welche Alternativen gibt es um Jodmangel vorzubeugen ?

Um den täglichen Jodbedarf zu decken ist eine ausgewogene Ernährung erforderlich. Genauso wichtig ist es, die Jodzufuhr zu minimieren, falls der Jodanteil gedämmt werden soll.

Tierische Lebensmittel:

Tierische Lebensmittel wie Fisch, Milch oder Eier enthalten eine hohe Menge an Jod. Dazu gehören unter anderem Fischstäbchen, Dorsch oder Schollen. Ebenso ist Jod in Feta aus Schafskäse, Vollmilch oder Sauerrahm enthalten. Fleisch hingegen ist sehr Jodarm. Wer Jod meiden sollte, kann aus diesem Grund zu Rind, Schwein oder Huhn zurückgreifen.

Meeresalgen: Meeresalgen gehören zu den besten Jodlieferanten.

Salz: Jodiertes Salz gehört zu den besten Jodlieferanten. Mit nur wenigen Gramm kann der Bedarf gut gedeckt werden.

Hülsenfrüchte: Grüne Bohnen und Erbsen sind unter den Hülsenfrüchten die Jodreichsten.

Nüsse: Cashewnüsse und Erdnüsse enthalten Jod. Die Menge ist jedoch sehr begrenzt.

Gemüse: Gemüse an sich enthält nur wenig Jod. Grünkohl, Spinat und Brokkoli weisen den höchsten Jodgehalt auf.

Getreide: Mischgetreide oder Roggen sind in Sachen Getreide die besten Jodlieferanten. Alle anderen Getreidesorten enthalten sehr wenig bis gar kein Jod.

Nahrungsergänzungsmittel: Auch Nahrungsergänzungsmittel die den Jodhaushalt ausgleichen sollen, sind erwerblich (7).

Welche Nahrungsmittel für dich am besten geeignet sind, muss individuell entschieden werden. Suche hierfür am besten einen Arzt auf und erstellt einen Plan mit den für dich passenden Lebensmitteln.

Schale voll mit Fisch

Mit einer augewogenen Ernährung kann ein Jodmangel vorgebeugt werden. Jodierstes Salz eignet sich hierfür besonders gut. (Bildquelle: stefan johnson/ Unsplash)

Fazit

Jod ist ein äußerst wichtiges Spurenelement, was für die Funktion unseres Körpers unumgänglich ist. Jedoch kann Jod nicht selbst von unserem Körper produziert werden. Aus diesem Grund ist die richtige Ernährung besonders wichtig! Wie viel Jod wir tatsächlich benötigen ist von Mensch zu Mensch individuell.

Neben dem Alter, spielen Faktoren wie die Umweltbelastung und die persönliche Ernährung eine wichtige Rolle. Auch in der Schwangerschaft ist Jod unumgänglich. Aus diesem Grund muss die Jodzufuhr meist gesteigert werden, um die Gesundheit des Kindes und der Mutter sicherzustellen.

Besonders Jodhaltige Lebensmittel sind das jodierte Speisesalz und Seealgen. Hiermit kann der Jodbedarf schnell gedeckt werden. Wer auf tierische Lebensmittel setzen möchte, trifft mit einigen Fischsorten die richtige Wahl.

Auch Käse und Eier sind hierfür geeignet. Wichtig ist es, bei auffallenden Symptomen einen Arzt aufzusuchen. Somit kann das Krankheitsbild individuell bestimmt werden.

Einzelnachweise

  1. Patrick L. Altern Med Rev. 2008 Jun;13(2):116-27. PMID: 18590348 Titel anhand dieser Pubmed-ID in Citavi-Projekt übernehmen.
  2. Roland Gärtner, München. Fort- & Weiterbildung, Jod und Schilddrüse. 12/2015 .
  3. Max Rubner-Institut (Hrsg) (2008): National Verzehrsstudie II. Ergebnisbericht, Teil 2. Karlsruhe, S. 138f
  4. Gärtner R, Dugrillon A (1998) Vom Jodmangel zur Struma. Pathophysiologie der Jodmangelstruma. Internist 39: 566–573
  5. Führer D, Bockisch A, Schmid KW (2012) Euthyreote Struma mit und ohne Knoten-Diagnostik und Therapie. Dtsch Ärztebl Int 109: 506–516
  6. Bedeutung des Jod für die Schilddrüse. AUTOR: Prof. Dr. med. Hans Udo Zieren.
  7. Wolfgang Buchinger, Gleisdorf/Graz und Georg Zettinig, Wien: Im Namen der Arbeitsgruppe Jodversorgung der Österreichischen Schilddrüsengesellschaft.Sandoz GmbH, Stella-Klein-Löw-Weg 17, 1020 Wien, Austria
  8. Prof. Dr. D. Hötzel. Direktor des Instituts für Ernährungswissenschaft der Universität Bonn. Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente in Medizin, Ernährung und Umwelt. Herausgeber: K. Schmidt. Hippokrates Verlag Stuttgart. 1987.
  9. Dal G, Levy O, Carrasco N (1996) Cloning and characterization of the thyroid iodide transporter. Nature 379: 458–459
  10. Jod, Folat/Folsäure und Schwangerschaft .Bundesinstitut für Risikobewertung.10609 Berlin Tel. +49 30 18412-0 • Fax +49 30 18412-4970 [email protected] • www.bfr.bund.de
  11. Saunders RW, Saiz-Lopez A. Iodine in the air: Origin, transformation, and exchange to mammals. In: Preedy VR, Burrow GN, Watson RR (Hg). Comprehensive handbook of iodine-nutritional, biochemical, pathological and therapeutic aspects (2009), S. 75–82
  12. Braverman LE (1994) Iodine and the thyroid: 33 years of study. Thyroid 4: 351–356
  13. Suzuki H, Higuchi T, Sawa K et al. (1965) Endemic coast goiter in Hokkaido, Japan. Acta Endocrinol 50: 161–176
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