Analyse der Darmflora: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Die Darmflora ist ein komplexes Gefüge aus unterschiedlichen Mikroorganismen, welches für unseren Körper eine Vielzahl wichtiger Funktionen erfüllt. Wer eine gestörte Darmflora hat, leidet meistens an verschiedene Verdauungssymptome, die sich eventuell auch zu schwerwiegenden Erkrankungen entwickeln können.

Wenn du vermutest, dass deine Darmflora nicht ganz in Ordnung ist, gibt es die Möglichkeit, die Darmflora analysieren zu lassen. Doch in welchen Fällen ist die Darmflora-Analyse wirklich sinnvoll und wie genau wird sie durchgeführt? In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige rund um das Thema Darmflora-Analyse: Wo du einen Selbsttest kaufen kannst, mit welchen Kosten du dabei rechnen solltest und wie aussagekräftig die Analyse-Ergebnisse sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Darmflora ist die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die in unserem Darm leben. Sie unterstützt die Verdauung, bildet wichtige Hormone und Vitamine und reguliert unser Immunsystem. Wenn die Darmflora aus der Balance gerät, kann das bestimmte Krankheiten begünstigen.
  • Eine Darmflora-Analyse, die aus einer Stuhlprobe durchgeführt wird, ermöglicht den Nachweis einer Darmflora-Störung. Somit kann eine rechtzeitige Therapie begonnen und der Entstehung verschiedensten Erkrankungen vorgebeugt werden.
  • Um eine gestörte Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen, ist meistens eine Ernährungsumstellung erforderlich. Bei dem Aufbau der Darmflora können besonders milchsauer vergorene Lebensmittel sowie Probiotika und Präbiotika helfen.

Darmflora-Analyse: Was du wissen solltest

Wir haben für dich die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Darmflora-Analyse zusammengestellt. Du erfährst, welche Aufgaben die Darmflora hat, welche Ursachen zu ihrer Störung führen und wie sich diese auf unseren Körper auswirken kann. Außerdem beraten wir dich, ob eine Darmflora-Analyse für dich sinnvoll ist und wie sie durchgeführt wird.

Was ist die Darmflora?

Bis zu 99 Prozent aller Mikroorganismen, die im menschlichen Körper leben, sind im Dickdarm angesiedelt. Insgesamt wird ihr Gewicht auf 1-2 Kilogramm und ihre Anzahl auf 100 Billionen geschätzt.

Die Gesamtheit aller diesen Mikroorganismen bezeichnet man als Darmflora oder Mikrobiom. Sie setzen sich in erster Linie aus verschiedenen Darmbakterien-Arten, aber auch Pilzen und Viren zusammen. Stehen alle im Magen-Darm-Trakt lebenden Mikroorganismen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander, wird die Darmflora als gesund bezeichnet.

Der Magen-Darm-Trakt eines ungeborenen Kindes ist noch relativ steril. Die erste Besiedlung mit Mikroorganismen beginnt erst während der Geburt, wenn dem Baby die ersten Mikroorganismen der Darmflora seines Mutters mitgegeben werden. Mit der Entwicklung des Kindes wird die Darmflora immer weiter von verschiedensten neuen Mikroorganismen besiedelt [kb_citation id=“1″].

Die Besiedlung des Magen-Darm-Traktes mit Bakterien geschieht vor allem in den ersten 3 Jahren. Danach bleibt die Darmflora vorwiegend stabil. Je vielfältiger sich also die Darmflora noch in der Kindheit entwickelt, desto weniger anfällig sie zu unterschiedlichen Störungen sein wird.

Welche Aufgaben hat die Darmflora?

Als die Mikroorganismen erstmals im Darm entdeckt wurden, hielt man diese ausnahmslos für Krankheitserreger. Mittlerweile wissen wir schon, dass es im Darm auch „gute“ Bakterien gibt, die nicht nur unschädlich, sondern sogar lebenswichtig sind.

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Den „guten“ Darmbakterien werden die folgenden Aufgaben zugeschrieben:

  • Die Darmbakterien unterstützen die Verdauungsarbeit. Sie bilden spezielle Enzyme, die Nahrungsbestandteile zerlegen, welche sonst nur unvollständig verarbeitet werden könnten. Die dabei entstehenden Abbauprodukte decken einen Großteil des Energiebedarfs unseres Körpers.
  • Die Darmflora ist extrem wichtig für eine funktionierende Immunabwehr. Die Darmschleimhaut stellt mit ihrer Oberfläche von ungefähr 400 Quadratmetern die erste sowie die größte Grenzfläche des Körpers dar. Die hier angesiedelten Bakterien produzieren Milchsäure, die den pH-Wert der Darmflora sinkt. Da dies für viele krankmachende Bakterien unwirtlich ist, wird somit ihre Ausbreitung verhindert. Außerdem gehen Forscher davon aus, dass die Darmbakterien ständig an dem Training des darmassoziierten Immunsystems beteiligt sind [kb_citation id=“2″].
  • Die Darmflora produziert wichtige Vitamine und Hormone. Unter anderem zählen dazu die Vitamine B2 (Riboflavin), B12 (Cobalamin) und K sowie die Hormone Serotonin und Dopamin.

Zu den „guten“, gesundheitsfördernden Darmbakterien gehören zum Beispiel die Milchsäure-produzierenden Laktobakterien, die auch als Probiotika bezeichnet werden. Sie hindern Krankheitserreger an der Vermehrung, indem sie den Darm ansäuern.

Welche Ursachen bringen die Darmflora aus der Balance?

Solange in der Darmflora ein Gleichgewicht herrscht, sind die dort lebenden Mikroorganismen harmlos. Wenn die Zusammensetzung der Darmflora allerdings aus der Balance gerät, können diese auch einen schädlichen Einfluss auf unseren Körper haben.

Folgende Faktoren können die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen:

  • zucker- oder fettreiche Ernährung
  • Antibiotika
  • Magensäureblocker
  • regelmäßiger Gebrauch von Abführmitteln
  • Alkohol
  • dauerhafter Stress

Auf die schädliche Wirkung von Medikamenten auf die Darmbakterien weisen auch mehrere Studien hin. Eine Forschergruppe hat die Auswirkung von 41 verschiedenen Arzneimittelklassen auf die menschliche Darmflora untersucht.

Allgemein gilt eine vielfältige Besiedlung der Darmflora als erstrebenswert.

Die Studienergebnisse lassen vermuten, dass etwa die Hälfte von häufig verwendeten Medikamenten den „guten“ Darmbakterien schadet. Dazu zählen vor allem Protonenpumpenhemmer, Metformin, Abführmittel und Antibiotika [kb_citation id=“3″].

Aber auch eine falsche, vor allem zuckerreiche Ernährung hat einen großen Einfluss auf die Balance unseres Darmes. Das bestätigt eine weitere Studie, deren Ergebnisse zeigen, dass sechs häufig verwendete künstliche Süßstoffe für die Darmbakterien toxisch sind [kb_citation id=“4″].

Auch ungesunde Essgewohnheiten können die Darmbakterien negativ beeinflussen. Vor allem eine fett- und zuckerhaltige Ernährung kann die Darmflora aus der Balance bringen. (Bildquelle: unsplash / Sander Dalhuisen)

Außerdem kann auch Stress das richtige Funktionieren unserer Darmflora negativ beeinflussen. Eine Studie zeigt, dass sich die Vielfalt der Darmbakterien infolge von dauerhaftem Stress verringern kann. Das kann wiederum die Entstehung von Autoimmunerkrankungen begünstigen [kb_citation id=“5″].

Wie kann sich eine gestörte Darmflora auf den Körper auswirken?

Die Darmflora spielt für das richtige Funktionieren unseres Körpers eine extrem wichtige Rolle. Wenn sie gestört ist, was auch als Dysbiose bezeichnet wird, kann sie verschiedene gastrointestinale, aber auch metabolische, psychische und sogar maligne Erkrankungen begünstigen.

Folgende Krankheiten werden mit der Dysbiose der Darmflora assoziiert:

ErkrankungBeschreibung
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (vor allem die Colitis ulcerosa und der Morbus Crohn) und ReizdarmPatienten mit CED und Reizdarm weisen eine reduzierte Vielfalt und veränderte Zusammensetzung der Darmbakterien auf. Infolgedessen werden entzündliche krankheitserregende Prozesse in der Darmschleimhaut verstärkt.
Diabetes Mellitus Typ 2, AdipositasEs bleibt noch immer unklar, ob eine Dysbiose Ursache oder Folge von metabolischen Erkrankungen ist. Studien belegen allerdings, dass sich die Zusammensetzung der Darmflora bei Übergewichteten sowie Diabetes Typ 2-Patienten von der Darmflora eines gesunden Menschen unterscheidet.
Multiple Sklerose, Arthritis, Lupus ErythematodesBei Autoimmunerkrankungen greift das Immunsystem nicht nur Krankheitserreger, sondern auch körpereigenes Gewebe an. Da der Darm als Sitz des Immunsystems dient, kann eine gestörte Darmflora die Entstehung von Autoimmunerkrankungen begünstigen.
AllergienVerändert sich die Zusammensetzung der Darmflora, so kann die Pathologie bei Lebensmittelallergien sowie allergischen Atemwegallergien verstärken. Dies geschieht oft infolge von Behandlung mit Antibiotika.
Depression, SchizophrenieMehrere Studien weisen darauf hin, dass Darmbakterien zur Entwicklung von psychischen Erkrankungen beitragen können. Eine gesunde Darmflora sorgt für die Produktion von verschiedenen Neurotransmittern, wie zum Beispiel Serotonin, deren Fehlfunktion mit Depression assoziiert wird.
DarmkrebsForscher vermuten, dass bestimmte Darmbakterien die Entstehung von Darmkrebs verhindern. Verringert sich ihre Anzahl, ist eine effektive Kontrolle des Tumorwachstums nicht möglich.
[kb_citation id=“6,7,8,9,10,11,12,13,14″]

Damit das Mikrobiom alle seinen lebenswichtigen Aufgaben erfüllen kann, muss die Mikroumgebung im Darm mitwirken. Deshalb ist es wichtig, auf eine gesunde und ausgeglichene Zusammensetzung der Darmflora zu achten.

Für wen ist eine Darmflora-Analyse sinnvoll?

Gerät die Darmflora aus der Balance, sendet uns der Darm unterschiedliche Warnsignale. Obwohl gelegentliche Verdauungsbeschwerden völlig normal sein können, gibt es bestimmte Symptome, die vor allem bei langfristigem Auftreten mit einer Dysbiose zusammenhängen könnten.

Folgende Beschwerden können ein Anzeichen dafür sein, dass deine Darmflora um Hilfe ruft:

  • Darmkrämpfe
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Verstopfung
  • wiederkehrende Haut- und Pilzinfektionen
  • Übelkeit

Oft hängen die oben genannten Verdauungsbeschwerden mit einer Lebensmittelunverträglichkeit zusammen. Treten diese allerdings regelmäßig und unabhängig davon, was du gegessen hast auf, dann könnte für dich eine Darmflora-Analyse sinnvoll sein.

Auch schnelle Gewichtszunahme kann ein Anzeichen für eine gestörte Darmflora sein.

Da die richtige Zusammensetzung unseres Mikrobioms eine wichtige Rolle für das Funktionieren des Immunsystems spielt, kann sich eine gestörte Darmflora auch durch eine erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten manifestieren. Wenn du also dazu noch häufiger erkaltet bist, könnte eine Darmflora-Analyse für dich aufschlussreich sein.

Wie kann ich meine Darmflora analysieren lassen?

Für die Analyse der Darmflora wird ein Selbsttest verwendet, den du bei einer Vielzahl unterschiedlicher Anbieter online bestellen oder in Apotheken kaufen kannst. Zu Hause entnimmst du dann mittels eines Analyse-Kits eine Stuhlprobe, die du an den Anbieter zurückschickst. Diese wird in einem Partnerlabor des Anbieters für dich ausgewertet.

Einen Darmflora-Selbsttest kannst du zum Beispiel bei diesen Anbietern bestellen:

  • biomes.world
  • carascreen.de
  • verisana.de
  • mybioma.com
  • foryouehealth.de

Dein Befund enthält detaillierte Informationen zu den Parametern, die du ausgewählt hast. Du kannst die Analyse-Ergebnisse mit deinem Arzt oder Heilpraktiker besprechen, der dich eventuell zu den möglichen Therapiemöglichkeiten beraten kann.

Bei einer Darmflora-Analyse erhältst du dein persönliches Mikrobiom-Profil, welches dir oder deinem Arzt dabei helfen kann, die Ursachen deiner Beschwerden zu klären. (Bildquelle: Fernando Zhiminaicela / pixabay)

Beachte, dass der Darmflora-Test für bestimmte Personengruppen nicht geeignet ist. Dazu zählen Menschen mit ansteckenden Krankheiten wie HIV und Hepatitis, Personen unter 18 Jahren, aber auch schwangere und stillende Frauen.

Wie aussagekräftig sind die Ergebnisse einer Darmflora-Analyse?

Obwohl die konkreten Messwerte, die untersucht werden, von Anbieter zu Anbieter leicht variieren können, kann dir eine Darmflora-Analyse beispielsweise Ergebnisse aus den folgenden Bereichen liefern:

  • Beschaffenheit der Darmflora: Wie sieht die Vielfalt der Bakterien in meinem Darm aus?
  • Balance der Darmflora: Besteht ein Gleichgewicht zwischen „guten“ und „schlechten“ Bakterienarten?
  • Verhältnis der verschiedenen Bakterien: Trägt mein Mikrobiom möglicherweise dazu bei, dass ich nicht abnehmen kann?
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit: Habe ich Neigung beispielsweise zu Laktose- oder Fruktose-Unverträglichkeit?
  • Entzündungsfaktoren: Kommen in meinem Darm entzündungsauslösende Krankheitsfaktoren vor, die eine Darmentzündung hervorrufen können?
  • Störungen des Darmimmunsystems: Ist mein Immunsystem infolge von einer Dysbiose geschwächt?

Außerdem erhältst du bei manchen Darmflora-Tests neben den Analyse-Ergebnissen auch individuelle Empfehlungen zur Verbesserung deiner Darmflora oder ein Ernährungsplan.

Obwohl die Ergebnisse der Darmflora-Analyse unter anderem für die Erstellung eines Ernährungsplans sehr nützlich sein können, solltest du immer im Hinterkopf behalten, dass die Zusammensetzung der Darmbakterien kurzzeitigen Schwankungen unterliegt. Diese geschehen zum Beispiel infolge von Medikamenten-Einnahme oder Reisen.

Was kostet eine Darmflora-Analyse?

Der Preis eines Darmflora-Tests unterscheidet sich je nach dem Anbieter und den Parametern, die untersucht werden sollen. In der folgenden Tabelle findest du einen Überblick über die durchschnittlichen Kosten verschiedener Varianten der Darmflora-Analyse.

Umfang der Darmflora-AnalyseKosten
Vollständige Darmflora-Analyseca. 70-200 €
Analyse einzelner Werte (z.B. Pilze, Lebensmittelunverträglichkeit)ab 30 €

Grundsätzlich gilt, dass die Kosten einer Darmflora-Analyse von gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden. Sonderregelungen treten erst in akuten Krankheitsfällen und eventuell nach einem Tropenaufenthalt ein. Ebenfalls haben Patienten ab 50 Jahren Anspruch auf jährliche Stuhluntersuchungen im Rahmen der Darmkrebsvorsorge.

Die relativ hohen Kosten sind ein Grund dafür, dass die Darmflora-Analyse nur selten von Ärzten angeboten wird.

Wann ist es sinnvoll, die Darmflora meines Haustiers analysieren zu lassen?

Ähnlich wie bei Menschen kann sich eine gestörte Darmflora deines Haustiers durch verschiedene Abwehrmechanismen manifestieren. Ein Darmflora-Screening kann sinnvoll sein, wenn dein Haustier dauerhaft an die folgenden Symptome leidet:

  • Durchfall
  • Kotwasser
  • Koliken
  • wiederkehrende Allergien und Hautprobleme
  • Magenprobleme
  • wiederkehrender Parasitenbefall

Das Darmflora-Screening wird genau wie bei Menschen aus einer Stuhlprobe durchgeführt, mit dem Unterschied, dass dieses meistens nach einer Absprache mit deinem Tierarzt erfolgt. Informiere dich am besten bei deinem Tierheilpraktiker, ob dieser eine Darmflora-Analyse anbietet.

Die durchschnittlichen Kosten eines Darmflora-Screenings bei Tieren bewegen sich je nach den zu untersuchenden Parametern zwischen 35 und 65 €. Dazu kommen noch die Kosten der Auswertung der Ergebnisse sowie der Erstellung eines Therapieplans, bei denen du mit ungefähr 70 bis100 € rechnen solltest.

Was kann ich tun, wenn das Ergebnis der Darmflora-Analyse nicht gut ausfällt?

Die Ursachen einer gestörten Darmflora können von einer ungesunden Lebensweise bis zu einer Antibiotika-Einnahme reichen. In diesem Teil haben wir für dich ein paar Tipps vorbereitet, wie du deine Darmflora wieder ins Gleichgewicht bringen kannst.

Die Darmflora mit einer ausgewogenen Ernährung aufbauen

Eine der öftesten Ursachen, die unsere Darmflora aus der Balance bringen, sind ungesunde Ernährungsgewohnheiten. Um ein gestörtes Mikrobiom wieder aufzubauen, ist es in erster Reihe erforderlich, die Störfaktoren zu vermeiden. Idealerweise schränkst du also fett- und zuckerreiche sowie stark verarbeitete Nahrungsmittel ein.

Darüber hinaus gibt es zwei Strategien, um dein Mikrobiom mithilfe Ernährung positiv zu beeinflussen. Einerseits kannst du die für den Darm nützlichen Bakterien direkt aufnehmen. Dazu zählen vor allem Bifidobakterien und Milchsäurebakterien, die in milchsauren Lebensmitteln vorkommen [kb_citation id=“15″].

Natürlicherweise kommen sie beispielsweise in den folgenden Lebensmitteln vor:

  • Joghurt
  • Kefir
  • Sauerkraut
  • Käse
  • Kombucha

Neben den oben genannten Lebensmitteln gibt es mikrobiologische Präparate – die sogenannten Probiotika, die eine hohe Anzahl entsprechender Bakterien enthalten. Diese kannst du beispielsweise in Form von Pulver oder Kapseln in Apotheken erhalten.

Joghurt ist ein der besten probiotischen Lebensmittel. Je frischer er ist, desto mehr Milchsäurebakterien er enthält. (Bildquelle: unsplash / Joanna Kosinska)

Darüber hinaus ist es erforderlich, die erwünschten Darmbakterien mit ausreichendem Futter zu versorgen. Dazu brauchen wir unverdauliche Lebensmittelbestandteile (Präbiotika), die Wachstum der Darmbakterien fördern. Die Darmbewohner lieben vor allem Ballaststoffe, unter welche beispielsweise Inulin, Pektin und Oligofruktose gehören. Diese sind in den folgenden Lebensmitteln erhalten:

  • Obstschalen
  • Leinsamen
  • Topinambur
  • Knoblauch
  • Chicorée
  • Artischocken
  • Vollkornprodukte

Darmsanierung durchführen

Die Darmsanierung ist ein Konzept aus der Alternativmedizin, das vor allem bei Infektanfälligkeit und bei chronischen Beschwerden wie zum Beispiel Allergien eingesetzt wird. Außerdem ist die Darmsanierung auch nach einer längeren Antibiotika-Einnahme sinnvoll.

Bei der Darmsanierung geht es darum, eine gesunde Darmflora wieder aufzubauen.

Im ersten Schritt ist es erforderlich, den Magen-Darm-Trakt zu reinigen. Dabei wird der Darm meistens mithilfe von einem Abführmittel wie Bittersalz entleert und somit von „schlechten“ Bakterien befreit.

Wenn der Darm gereinigt ist, geht es im nächsten Schritt um den eigentlichen Aufbau der Darmflora. Dazu ist in der Regel eine dauerhafte Ernährungsumstellung sowie der Einsatz von Probiotika und Präbiotika erforderlich. Zucker, Alkohol, Weißmehl, tierische Proteine und Produkte mit vielen Zusatzstoffen sollten möglichst vollständig vermieden oder mindestens eingeschränkt werden.

Wir empfehlen dir, die individuell passende Ernährungsweise nach der Darmsanierung mit deinem Arzt oder Heilpraktiker zu besprechen.

Fazit

Die Darmflora ist ein komplexes Organ, das eine Reihe unterschiedlicher Aufgaben erfüllt. Gerät die Darmflora aus der Balance, kann sich dies durch unterschiedliche Symptome und eventuell auch Erkrankungen manifestieren. Deshalb ist es wichtig, auf eine ausgewogene und vielfältige Zusammensetzung unseres Mikrobioms zu achten.

Wenn du Zweifel über die Gesundheit deiner Darmflora hast, kann für dich eine Darmflora-Analyse nützlich sein. Diese kannst du sehr einfach mittels eines Heimtests durchführen. Dadurch erfährst du, ob eine Störung des Mikrobioms hinter deinen Beschwerden steht. Mit einer gesunden Ernährung kannst du die „guten“ Darmbakterien wieder in die Balance bringen und eventuellen schwerwiegenden Erkrankungen vorbeugen.