Dopaminmangel: Definition & Erklärungen

Dopaminmangel: Definition & Erklärungen

Dopamin spielt nicht nur für die Bewegungssteuerung eine große Rolle. Das sogenannte Glückshormon hat auch einen wesentlichen Einfluss auf unser Glücksempfinden. Es ist zuständig für die Vorfreude auf schöne Ereignisse und wird bei Belohnung und angenehmen Erfahrungen freigesetzt. Umso wichtiger ist es also, einen Mangel an Dopamin frühzeitig zu verhindern.

In diesem Beitrag erklären wir dir den Begriff Dopaminmangel und zeigen dir die Ursachen, Symptome sowie langfristigen Folgen dieses Mangels auf. Nach dem Lesen weißt du zudem, wie du deinen Dopaminspiegel optimal erhöhen kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dopamin ist ein chemischer Botenstoff, der die Anweisungen des zentralen Nervensystems weiterleitet. Dopamin ist damit für das Weitergeben von Informationen von einem Neuron zum nächsten verantwortlich.
  • Bei einem Mangel an Dopamin kann das Gehirn Bewegungen und deren Ausmaß nicht mehr regulieren. Ein Dopaminmangel wirkt sich aber auch auf das Belohnungssystem des Gehirns, das Erinnerungsvermögen und andere wichtige Hirnleistungen aus.
  • Es gibt einige Möglichkeiten, den Dopaminspiegel auf natürliche Weise zu erhöhen. Dazu zählen eiweißreiche Lebensmittel, regelmäßiges intensives Training, eine hohe Schlafqualität, Musik, Meditation und Sonnenlicht.

Glossareintrag: Der Begriff Dopaminmangel im Detail erklärt

Damit du umfassend informiert bist, haben wir für dich in den folgenden Abschnitten die wichtigsten Fragen rund um das Thema Dopaminmangel aufgegriffen. So weißt du über Ursachen, Symptome und Folgen Bescheid und lernst, welche Möglichkeiten es zur Behebung des Mangels gibt.

Was ist Dopamin?

Dopamin ist ein Neurotransmitter des zentralen Nervensystems. Es dient damit der Kommunikation der Nervenzellen untereinander. Im Volksmund ist Dopamin auch als Glückshormon bekannt, weil es motivations- und antriebssteigernde Effekte vermittelt.

Frau tanzt ind sie Sonne

Dopamin ist als Botenstoff für wichtige Steuerungsprozesse im Gehirn verantwortlich. Es steuert alle unsere Bewegungen und spielt auch für die Motivation und den Antrieb eine große Rolle. (Bildquelle: unsplash.com / Garon Piceli)

Sämtliche Bewegungen werden durch Dopamin gesteuert, weil es für die Übertragung der Erregung von Nervenzelle auf Muskelzelle verantwortlich ist. Dopamin spielt aber nicht nur eine wichtige Rolle bei der Regulation der motorischen Funktionen, sondern auch der nicht-motorischen Funktionen wie Motivation, Kognition und Emotionen. (1)

Was ist ein Dopaminmangel?

Ein Dopaminmangel bedeutet, dass im Blut eine verminderte Konzentration von Dopamin vorhanden ist. Da Dopamin ein sehr wichtiger Botenstoff ist, hat ein Dopaminmangel verschiedene Folgen.

Dopamin sorgt für eine gezielte Steuerung von Bewegungen. Wenn dopaminerge Neuronen absterben oder zu wenig Dopamin produziert wird, werden die Bewegungsimpulse nicht oder nur noch sehr langsam weitergeleitet. Das Gehirn kann Bewegungen und deren Ausmaß nicht mehr regulieren.

Ein Dopaminmangel wirkt sich auch auf das Belohnungssystem des Gehirns, das Erinnerungsvermögen und andere wichtige Hirnleistungen aus. Wenn die Dopaminrezeptoren nicht mehr ausreichend stimuliert werden, leiden darunter Motivation, Antrieb und Aufmerksamkeit.

Was verursacht einen Dopaminmangel?

Ein Dopaminmangel kann durch das Absterben von dopaminergen Neuronen im Gehirn verursacht werden, wodurch sich die Produktion von Dopamin verringert. Sobald mehr als die Hälfte der Neuronen abgestorben sind, zeigen sich die ersten Symptome.

Auch Drogen können einen Dopaminmangel verursachen. Durch den Konsum von Drogen werden die Dopamin-Rezeptoren überstimuliert. Fällt der Dopaminspiegel wieder ab, benötigen die Rezeptoren zur Stimulierung eine größere Menge, sodass es zu einem Mangel an Dopamin kommt.

Ein Dopaminmangel kann zudem auch psychische Gründe haben. Stress, körperliche und seelische Belastung können eine verminderte Dopaminproduktion verursachen.

Mangelernährung oder Fasten können ebenfalls zu einem Mangel an Dopamin führen. Die ausreichende Zufuhr von Aminosäuren über die Nahrung ist wichtig, um einen Dopaminmangel zu verhindern.

Durch welche Symptome äußert sich ein Dopaminmangel?

Bei einem Mangel an Dopamin kann das Gehirn Bewegungen und deren Ausmaß nicht mehr regulieren. Es kann daher zu folgenden Symptomen kommen:

  • Zittern
  • Muskelsteifheit
  • Gangunsicherheit und Instabilität

Wenn Dopaminrezeptoren nicht mehr genügend stimuliert werden, hat das auch negative Auswirkungen auf die mentale Gesundheit. Es können folgende Symptome auftreten:

  • Depression
  • Verminderte Motivation
  • Antriebslosigkeit
  • Aufmerksamkeitsstörungen
  • Konzentrationsschwäche
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen

Im Bauch und den Nieren führt Dopamin zu einer Weitung der Blutgefäße und fördert die Durchblutung. Es stimuliert außerdem den Sympathikus. Mögliche Symptome eines Dopaminmangels sind daher auch:

  • Verstopfung
  • Schwitzen
  • Blasenentleerungsstörungen
  • Schluckstörungen

Welche langfristigen Folgen kann ein Dopaminmangel haben?

Langfristig kann ein zu niedriger Dopaminspiegel zur degenerativen Abnahme der motorischen Fähigkeiten und zur Parkinson-Krankheit führen. Parkinson ist nachweislich untrennbar mit einem Dopaminmangel verbunden. Bei Personen mit Parkinson ist die Dopamin-Konzentration bis zu 90 Prozent geringer.

Bei Morbus Parkinson lässt sich das Absterben der dopaminergen Neuronen nicht aufhalten. Zu den Bewegungsstörungen können sich daher im weiteren Verlauf Depressionen und Demenz gesellen. Der Dopaminmangel muss bei Patienten mit speziellen Medikamenten ausgeglichen werden.

Man vermutet, dass Dopaminmangel auch mitverantwortlich für die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist. Ob künstliches Dopamin den Betroffenen helfen kann, ist noch unklar.

Wie kann ich meinen Dopaminspiegel erhöhen?

Normalerweise ist der Dopaminspiegel gut reguliert. Es gibt aber einige Möglichkeiten, um diesen auf natürliche Weise zu erhöhen und so dein Wohlbefinden positiv zu beeinflussen:

  1. Eiweißreiche Lebensmittel: Lebensmittel wie Eier, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Truthahn und Rindfleisch enthalten besonders viel Tyrosin und Phenylalanin. Diese Aminosäuren sind für die Dopamin Produktion notwendig. (2)
  2. Regelmäßiges intensives Training: Studien zeigen, dass regelmäßiges intensives Training mehrmals pro Woche das Dopaminlevel anhebt. (3,4)
  3. Verbesserung der Schlafqualität: Bei Schlafmangel wird die Verfügbarkeit von Dopaminrezeptoren im Gehirn drastisch reduziert. (5) Eine hohe Schlafqualität hilft, den natürlichen Dopamin-Rhythmus des Körpers zu regulieren.
  4. Klänge und Musik: Musik erhöht die Hirn-Aktivität in den Belohnungs- und Genussbereichen, die reich an Dopaminrezeptoren sind. (6) Eine Studie ergab einen Anstieg der Dopamin-Gehalte im Gehirn um 9 Prozent, wenn Menschen Lieder hören, die ihnen Gänsehaut bereiten. (7)
  5. Meditation: Aktuelle Forschungen zeigen, dass die Vorteile einer Meditation auf einen erhöhten Dopaminspiegel im Gehirn zurückzuführen sind. In einer Studie stellte man nach einer einstündigen Meditation ein um 64 Prozent erhöhtes Dopaminlevel fest. (8)
  6. Sonnenlicht: Sonnenlicht fördert nicht nur die Produktion von Vitamin D, sondern auch die Herstellung von Dopamin. Eine Studie zeigt, dass Personen, die die meiste Sonneneinstrahlung erhalten hatten, die höchste Dichte an Dopaminrezeptoren in den Belohnungs- und Bewegungsregionen ihres Gehirns hatten. (9)

Welche Lebensmittel enthalten viel Dopamin?

Für die Produktion von Dopamin wird vor allem die Aminosäure Tyrosin benötigt. Tyrosin kann auch aus der Aminosäure Phenylalanin hergestellt werden. Beide Aminosäuren sind in proteinreichen Lebensmitteln wie Truthahn, Rindfleisch, Hülsenfrüchten oder Eiern enthalten.

Eier auf Tisch

Proteinreiche Lebensmittel wie Eier enthalten besonders viel Tyrosin und Phenylalanin. Diese Aminosäuren sind für die Dopamin Produktion notwendig. (Bildquelle: pexels.com / Andie Cumber)

Wenn du die Menge an Tyrosin und Phenylalanin in der Nahrung erhöhst, kann das auch den Dopaminspiegel im Gehirn erhöhen. (2,10"> Umgekehrt kann eine geringe Phenylalanin- und Tyrosinmenge zu einem sinkenden Dopaminspiegel im Körper führen. (11)

Auch reife Bananen sind gut zur Erhöhung von Dopamin geeignet, weil sie eine hohe Konzentration an Tyrosin enthalten. Weitere Lebensmittel zur Erhöhung von Dopamin sind Mandeln, Äpfel, Wassermelonen, Kirschen, Joghurt und Bohnen. Bei diesen Lebensmitteln wird das enthaltene Phenylalanin im Körper in Tyrosin umgewandelt.

Neben den beiden Aminosäuren spielen auch alle B-Vitamine, besonders B6, sowie Eisen und Magnesium eine wichtige Rolle. Wenn es an einem dieser Faktoren mangelt, ist die Produktion von Dopamin aus Tyrosin gestört. Besonders gute Quellen für Vitamin B6 sind Fisch, wie Lachs oder Makrele, Fleisch und Leber.

Eisen spielt eine große Rolle im Stoffwechsel von Dopamin, da ein Eisenmangel die Dopaminfunktionen negativ beeinflusst. (12) Eisen findest du vor allem in rotem Fleisch, Roter Beete, Sauerkraut und Kohlgemüse.

Welche Medikamente sollte ich bei einem Dopaminmangel einnehmen?

Dopamin kann man im Gehirn nicht einfach ersetzen. Eingenommen oder injiziert würde es die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden und nicht an den richtigen Ort gelangen. Deshalb wird der Wirkstoff Levodopa (L-Dopa) verabreicht. Diese Vorstufe des körpereigenen Dopamins erreicht das Gehirn, wird in Dopamin umgewandelt und gleicht das Defizit für kurze Zeit aus.

Diese Medikamente können nur von Kliniken und Ärzten gekauft werden. Sie werden nicht auf Rezept verschrieben und können auch sonst in keiner Form durch den Patienten bezogen werden.

Dopamin wird hauptsächlich in der Notfallmedizin eingesetzt. Da die Medikamente ein hohes Nebenwirkungspotential aufweisen, wird der Arzt individuell abklären, ob ein Patient das Medikament erhalten darf.

Ab wann ist der Dopamin-Wert zu niedrig?

Dopamin kann im Urin gemessen werden, wobei die Urinmenge über 24 Stunden gesammelt wird. Während der Urin-Sammelperiode sollte auf bestimmte Lebensmittel wie Bananen, Kaffee, Käse, Nüsse, Tee und Vanille verzichtet werden.

Für den 24-Stunden-Sammelurin gelten folgende Normwerte:

Alter Optimaler Dopaminwert (in Mikrogramm pro Tag)
Unter 1 Jahr ≤ 85
1-2 Jahre ≤ 140
2-4 Jahre ≤ 260
4-18 Jahre ≤ 450
Erwachsene ≤ 620

Dopamin kann auch im Blutplasma gemessen werden. Hier ist ein Wert von weniger als 50 Pikogramm pro Milliliter optimal. In den 12 Stunden vor der Blutentnahme sollte auf Alkohol, Kaffee, Tee und Nikotin verzichtet werden. Außerdem sollte der Patient vorher 20 Minuten ruhig liegen.

Von wem und wie wird ein Dopaminmangel festgestellt?

Ein Dopaminmangel wird in der Regel im 24-Stunden-Urin festgestellt. Der Wert beträgt bei Erwachsenen im Normalfall 190 bis 450 Mikrogramm pro Tag. Auch im Blut kann der Wert bestimmt werden.

Dopaminwerte sind von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Das erklärt, warum manchen Personen eher ruhig und träge sind und andere wiederum aufgeregt und aktiv. Die Messung des Dopamin-Wertes gehört daher nicht zu einer Standarduntersuchung.

Nur bei Verdacht auf Tumoren im Nebennierenmark wird der Dopaminwert vom Arzt bestimmt, weil bei diesen Tumoren oft vermehrt Dopamin produziert wird.

Fazit

Alle unser Bewegungen werden durch Dopamin gesteuert, weil es für die Übertragung der Erregung von Nervenzelle auf Muskelzelle verantwortlich ist. Wenn dopaminerge Neuronen absterben oder zu wenig Dopamin produziert wird, werden die Bewegungsimpulse nicht oder nur noch sehr langsam weitergeleitet. Langfristig kann ein zu niedriger Dopaminspiegel zur Parkinson-Krankheit führen.

Im Volksmund ist Dopamin auch als Glückshormon bekannt, weil es motivations- und antriebssteigernde Effekte vermittelt. Wenn die Dopaminrezeptoren nicht mehr ausreichend stimuliert werden, leiden darunter daher auch Motivation, Antrieb und Aufmerksamkeit. Es gibt einige Möglichkeiten, den Dopaminspiegel auf natürliche Weise zu erhöhen. Dazu zählen proteinreiche Lebensmittel, regelmäßiges intensives Training, eine hohe Schlafqualität, Musik, Meditation und Sonnenlicht.

Einzelnachweise

  1. Mishra, A., Singh, S., & Shukla, S. (2018). Physiological and Functional Basis of Dopamine Receptors and Their Role in Neurogenesis: Possible Implication for Parkinson’s disease. Journal of Experimental Neuroscience, 12.
  2. Kühn, S., Düzel, S., Colzato, L., Norman, K., Gallinat, J., Brandmaier, A. M., Lindenberger, U., & Widaman, K. F. (2017). Food for thought: association between dietary tyrosine and cognitive performance in younger and older adults. Psychological Research, 83(6), 1097–1106.
  3. Fisher, B. E., Li, Q., Nacca, A., Salem, G. J., Song, J., Yip, J., Hui, J. S., Jakowec, M. W., & Petzinger, G. M. (2013). Treadmill exercise elevates striatal dopamine D2 receptor binding potential in patients with early Parkinson’s disease. NeuroReport, 24(10), 509–514.
  4. Petzinger, G. M., Holschneider, D. P., Fisher, B. E., McEwen, S., Kintz, N., Halliday, M., Toy, W., Walsh, J. W., Beeler, J., & Jakowec, M. W. (2015). The Effects of Exercise on Dopamine Neurotransmission in Parkinson’s Disease: Targeting Neuroplasticity to Modulate Basal Ganglia Circuitry. Brain Plasticity, 1(1), 29–39.
  5. Volkow, N. D., Tomasi, D., Wang, G.-J., Telang, F., Fowler, J. S., Logan, J., Benveniste, H., Kim, R., Thanos, P. K., & Ferre, S. (2012). Evidence That Sleep Deprivation Downregulates Dopamine D2R in Ventral Striatum in the Human Brain. Journal of Neuroscience, 32(19), 6711–6717.
  6. Blood, A. J., & Zatorre, R. J. (2001). Intensely pleasurable responses to music correlate with activity in brain regions implicated in reward and emotion. Proceedings of the National Academy of Sciences, 98(20), 11818–11823.
  7. Salimpoor, V. N., Benovoy, M., Larcher, K., Dagher, A., & Zatorre, R. J. (2011). Anatomically distinct dopamine release during anticipation and experience of peak emotion to music. Nature Neuroscience, 14(2), 257–262.
  8. Kjaer, T. W., Bertelsen, C., Piccini, P., Brooks, D., Alving, J., & Lou, H. C. (2002). Increased dopamine tone during meditation-induced change of consciousness. Cognitive Brain Research, 13(2), 255–259.
  9. Tsai, H.-Y., Chen, K. C., Yang, Y. K., Chen, P. S., Yeh, T. L., Chiu, N. T., & Lee, I. H. (2011). Sunshine-exposure variation of human striatal dopamine D2/D3 receptor availability in healthy volunteers. Progress in Neuro-Psychopharmacology and Biological Psychiatry, 35(1), 107–110.
  10. Fernstrom, J. D., & Fernstrom, M. H. (2007). Tyrosine, Phenylalanine, and Catecholamine Synthesis and Function in the Brain. The Journal of Nutrition, 137(6), 1539S-1547S.
  11. Montgomery, A. J., McTavish, S. F. B., Cowen, P. J., & Grasby, P. M. (2003). Reduction of Brain Dopamine Concentration With Dietary Tyrosine Plus Phenylalanine Depletion: An [11C]Raclopride PET Study. American Journal of Psychiatry, 160(10), 1887–1889.
  12. Kim, J., & Wessling-Resnick, M. (2014). Iron and mechanisms of emotional behavior. The Journal of Nutritional Biochemistry, 25(11), 1101–1107.
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