Essen bei Durchfall: Darauf solltest du achten, um deinen Darm zu unterstützen

Wer unter Durchfall leidet steht vor der Frage, was er jetzt bestenfalls essen und trinken sollte, damit der Darm nicht zusätzlich belastet wird. Denn in dieser Situation verkehrte Lebensmittel zu konsumieren, kann die Darmtätigkeit und damit das eigene Wohlbefinden nicht nur verschlechtern, sondern dem Körper auch essentielle Nährstoffe vorenthalten, welcher der gerade in dieser Situation benötigt. Welche Nahrungsmittel sind daher geeignet, um Durchfällen entgegenzuwirken und welche solltest du besser meiden?

In diesem Artikel geben wir dir Antworten auf beide Fragen, sodass du genau weißt, was jetzt auf deinem Speiseplan stehen sollte. Damit dir zukünftige Durchfallerkrankungen erspart bleiben können, klären wir dich außerdem über mögliche Ursachen auf, wann du ärztlichen Rat aufsuchen solltest und was es bei bestimmten Personengruppen wie Kindern oder Senioren explizit zu beachten gilt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Durchfall ist ein Symptom, dessen Ursprung es herauszufinden gilt. Dabei sind die Ursprünge vielfältig und reichen von einem Infekt bis hin zu Unverträglichkeiten, wonach Durchfall akut oder chronisch auftreten kann. Im Zweifel sollte stets ärztlicher Rat aufgesucht werden.
  • Um den Darm zu entlasten, sollte die Ernährung während einer Durchfallperiode auf schonende, leicht verdauliche Nahrung umgestellt werden. Ballaststoff- oder fettreiche Lebensmittel gilt es zu vermeiden, genauso wie verarbeitete oder zuckerhaltige Lebensmittel.

Wer unter Durchfall leidet, verliert mehr Flüssigkeit als üblich. Die Trinkmenge zu erhöhen und ggf. mit Elektrolyten anzureichern, ist ratsam, denn dem Körper werden wichtige Nährstoffe wie Natrium oder Kalium entzogen. Besonders bei Kindern und älteren Menschen, die meist keinen Überblick über ihre benötigte Trinkzufuhr haben, sollte diese überprüft werden.

Definition: Was ist Durchfall?

Durchfall, auch Diarrhoe genannt, bezeichnet Stuhlgang von breiiger bis hin zu flüssiger Konsistenz, der mindestens dreimal täglich stattfindet. Die Konsistenz ist hier entscheidend, denn nur, weil mehrere Male täglich Stuhlgang auftritt, handelt es sich nicht automatisch um Durchfall. Bei letzterem ist zwischen akutem und chronischem Durchfall zu unterscheiden.

Die Konsistenz in Kombination mit der Häufigkeit des Stuhlgangs ist entscheidend.

Akuter Durchfall hat eine Dauer von drei bis vier Wochen, während chronischer Durchfall darüber hinaus andauert. Obwohl Durchfall meist eine begleitende Reaktion und damit ein deutliches Signal des Körpers ist, dass etwas im Magen-Darm-Trakt nicht stimmt, ist er eine unangenehme Begleiterscheinung, die dem Erkrankten heftig zusetzen kann und die es daher nicht zu unterschätzen gilt (1).

Hintergründe: Was du über eine Durchfallerkrankung wissen solltest

Bevor wir dich darüber informieren, was du bei Durchfall essen und trinken solltest und wovon du erstmal lieber die Finger lässt, wollen wir dir mögliche Ursachen einer Durchfallerkrankung aufzeigen. Da es sich bei Durchfall, wie zuvor angesprochen, um ein Symptom des Körpers handelt, ist es für Betroffene nicht immer eindeutig, wo die Ursache herrührt.

Was verursacht Durchfall?

Die Ernährung hat einen immensen Einfluss auf die Funktion unseres Darms, weswegen verdorbene oder auch ungewohnte Lebensmittel sich direkt spürbar auswirken können. Doch auch Unverträglichkeiten wie eine Glutensensitivität bzw. Zöliakie, Fruktose-, Laktose- oder Histaminunverträglichkeit können Durchfall als mögliches Symptom zur Folge haben.

Weitere Faktoren, die Durchfall auslösen können, sind Stress, sowohl physisch als auch psychisch, eine Virusinfektion wie mit beispielsweise Rota- oder Noroviren oder eine Vergiftung des Körpers. Auch Salmonellen, die über Lebensmittel wie rohes Fleisch aufgenommen werden können, sind eine mögliche Ursache.

Die Einnahme von Medikamenten, allen voran Antibiotika, genauso wie falsch angewendete Abführmittel oder Blutdruck senkende Mittel können Durchfall ebenfalls begünstigen. Während dies in der Regel Auslöser für akuten Durchfall sind, gehen Erkrankungen wie Morbus Crohn oder ein Reizdarm oft mit chronischem Durchfall einher (4).

Was kann ich akut gegen Durchfall tun?

Grundsätzlich kannst du selbst bei Durchfall viel bewirken, um diesen los zu werden, sodass eine Einnahme von Medikamenten nicht zwingend notwendig ist. Eine vorübergehende Umstellung der Ernährung auf Schonkost und das Herausfinden der Ursache können bereits viel bewirken. Bist du dir jedoch unsicher und verspürst keine Besserung oder stellt sich sogar eine Verschlechterung ein, solltest du in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.

Zwar gibt es vielerlei frei verkäufliche Medikamente gegen Durchfall, doch solltest du vorsichtig sein und diese bestenfalls vor der Einnahme mit deinem Arzt besprechen. Besonders, wenn die Ursache unklar ist, kann die Einnahme von Medikamenten deine Situation noch zusätzlich verschlechtern.

  • Ernährung anpassen: Bei Durchfall gilt es, die Ernährung vorübergehend so anzupassen, dass sie den sich in Aufruhr befindenden Darm nicht noch zusätzlich belastet. Hier bieten sich vor allem sogenannte Schonkost und magenfreundliches Essen an, das leicht bekömmlich ist und den Darm bei seiner Tätigkeit unterstützt. Grundsätzlich sollte diese Kost fett- und ballaststoffarm sein. Gänzlich auf die Zufuhr von Nahrung zu verzichten mag, je nach Erkrankung, für einen kurzen! Zeitraum angebracht sein, jedoch muss die Zufuhr von ausreichend Flüssigkeit in jedem Fall sichergestellt werden.
  • Medikamente: Da Medikamente eine direkte Auswirkung auf den durch den Durchfall bereits gereizten Darm haben, sollte sich vor der Einnahme medizinischer Rat eingeholt werden. Auch sollte die Ursache des Durchfalls abgeklärt sein, damit eine entsprechende Medikation für Besserung sorgt.
  • Auslöser finden: Durchfall ist für den gesamten Körper kräftezehrend, weswegen eine “blinde” Medikamenteneinnahme, ohne den Auslöser zu kennen, fatale Folgen für den Darm und die Darmflora mit sich bringen kann. Besonders wenn der Verdacht auf eine Unverträglichkeit besteht, sollte der genaue Auslöser gefunden werden, um den Darm nicht wiederholt zu reizen.

Oft stellt sich durch schonende Kost bereits eine Besserung des Durchfalls ein. Was du jedoch immer machen kannst und solltest, denn dies ist nicht nur für dich aufschlussreich, sondern im Zweifelsfall auch für deinen Arzt, ist genau zu notieren, was du in den vergangenen Tagen gegessen hast. Da die Nahrung, anders als beim Magen, einen längeren Weg bis in den Darm hat, ist es dadurch schwieriger herauszufinden, welches Lebensmittel dir nicht bekommen hat.

Suppen und Brühen haben bei Durchfall mehrere Vorteile: sie versorgen den Körper mit zusätzlicher Flüssigkeit, sind leicht verdaulich und eine wohltuende, warme Mahlzeit. (Bildquelle: Bernadette Wuringer / pixabay)

Wie du anhand dieser drei Punkte gesehen hast, brauchst du bei Durchfall nicht gleich in Panik zu verfallen und dich diesem hilflos ausgeliefert zu fühlen. Du kannst diese Punkte als Hilfestellung nutzen, damit du nicht nur akut, sondern hoffentlich auch zukünftig von Durchfall verschont bleibst.

Wann sollte ich ärztlichen Rat aufsuchen?

Die nachfolgenden Kriterien zeigen dir, wann du besser einen Arzt aufsuchen solltest, da Durchfall lediglich ein Symptom ist, das einer Erkrankung oder Unverträglichkeit zugrunde liegen kann. Im Zweifel ist es daher immer ratsam, diesen Weg zu gehen.

  • keine feste Nahrungsaufnahme innerhalb von 48 Stunden
  • Blut im Stuhl
  • anhaltende Schmerzen, Krämpfe sowie ein aufgeblähter Unterbauch
  • Urinieren für 12 Stunden oder länger nicht möglich
  • Trinken nicht möglich ist
  • Verstopfungen mit Durchfällen einhergehen
  • die Temperatur erhöht ist
  • der Stuhl unverdaute Nahrungsbestandteile aufweist
  • Farbe und Geruch des Stuhls ungewöhnlich sind(1)

Ganz wichtig: Du brauchst nicht alle oder mehrere dieser Kriterien zu haben! Dies sind lediglich Anhaltspunkte, wann bzw. bei welchem Kriterium besser immer ärztlicher Rat aufzusuchen ist.

Ernährung bei Durchfall: Die besten Tipps & Tricks für schnelle Besserung

Durchfall führt oft dazu, dass sich Betroffene abgeschlagen und entkräftet fühlen. Es gilt daher, dem Körper gerade in dieser Situation die Nährstoffe zuzuführen, die er jetzt besonders benötigt. Um dem Darm seine Tätigkeit nicht zusätzlich zu erschweren, solltest du größere Portionen vermeiden und stattdessen eher mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt verzehren.

Haferflocken, in Wasser aufgequollen und in Kombination mit Obst wie Blaubeeren, Apfel oder Banane sind eine warme, bekömmliche Mahlzeit. (Bildquelle: iha31 / Pixabay)

Hier solltest du auf die Lebensmittel setzen, die dir gut bekommen. Zu welchen Lebensmitteln du beispielsweise genau greifen kannst, das zeigen wir dir jetzt. Denn längst nicht alle Lebensmittel, die einem bei einer Durchfallerkrankung spontan einfallen, sind auch wirklich zielführend.

Was soll ich bei Durchfall essen?

Bestimmt hast du schon einmal davon gehört, dass sich bei Durchfall Lebensmittel wie Salzstangen, Zwieback oder Cola eignen. Jedoch sind es nicht diese Lebensmittel per se, die sich besonders eignen, sondern eher die Eigenschaften, die sie mit sich bringen.

Unverarbeitete, leicht verdauliche Lebensmittel gehören jetzt auf den Speiseplan.

Beispielsweise die gute Bekömmlichkeit des Zwiebacks, oder den Salzgehalt der Salzstangen sowie der Zucker aus der Cola. Zwar mögen dir diese Lebensmittel bei Durchfall durchaus bekommen und ggf. auch helfen, aber wirklich nährstoffreich und gesund sind sie nicht. Der in der Cola enthaltene Zucker kann sogar die gegenteilige Wirkung haben, indem er Wasser bindet und damit den bereits durch den Durchfall bedingten hohen Flüssigkeitsverlust noch verstärkt.

Aus diesem Grund haben wir dir eine Liste mit verschiedenen Lebensmitteln zusammengestellt, die du, je nach Verträglichkeit, bei Durchfall zu dir nehmen kannst. Je nach persönlichen Vorlieben und Ernährungsweisen ist hier für jeden etwas dabei.

Grundsätzlich sollten die Lebensmittel ballaststoffarm und einfach zu verdauen sein. Außerdem bieten sich besonders die Lebensmittel an, die eine leicht stopfende Wirkung haben, z.B. Reis oder Haferflocken, da sie während des Kochens schleimende Stoffe bilden, die das Wasser im Körper binden.

  • Kohlenhydratreiche Lebensmittel: Produkte aus hellerem Mehl wie Brot und Brötchen, aber auch Nudeln, weißer Reis, Haferflocken und Gries sind hier geeignet. Auch Kartoffeln bieten sich an. Achte hier jedoch darauf, diese Lebensmittel möglichst “pur” zu verzehren und nicht mit fetthaltigen Brotbelägen oder Soßen, da diese die leichte Verdaulichkeit und Bekömmlichkeit erschweren können.
  • Eiweißreiche Lebensmittel: Hier solltest du stets darauf achten, dass der Fettgehalt niedrig ist, denn Fett ist für den Körper schwerer zu verdauen und gerade bei Durchfall eher belastend für den Körper. Statt des Bratens eignet sich das Dämpfen hier hervorragend. Bei Fleisch kannst du auf magere Sorten wie Huhn oder Pute, mageres Rind- oder Schweinefleisch, mageren Fisch und gekochte Eier setzen. Bei letzteren kommen auch Omeletts oder Rührei infrage. Auch bei Milch sollte die fettarme Variante bevorzugt werden. Pflanzliche Milchalternativen wie Hafer- oder Reismilch sind ebenfalls geeignet.
  • Obst: bei Obst solltest du zu fertig Gereiftem greifen, am besten in Form von Kompott oder Früchtebrei (vorzugsweise selbst zubereitet, denn in gekauftem ist meist zugesetzter Zucker enthalten), um die Verdaulichkeit zu erhöhen. Besonders Banane, Blaubeeren und geriebener Apfel kommen hier infrage. Dabei den Apfel nicht schälen, denn das in der Schale enthaltene Pektin, ein Ballaststoff, quillt im Darm auf, zieht Wasser und sorgt so für festeren Stuhl.
  • Gemüse: da Gemüse von Natur aus reich an Ballaststoffen ist, die zwar für eine gesunde Darmflora und Darmtätigkeit unerlässlich sind, bei Durchfall jedoch die Verdauung erschweren können, sollte dieses nicht roh, sondern in gekochtem Zustand verzehrt werden. Auch Brei oder Suppen sind geeignet. Sorten wie Möhren, Kürbis, Fenchel, Pastinake, Sellerie und Zucchini sind ideal.
  • Probiotika: probiotische Lebensmittel verfügen über einen unterstützenden Effekt der Darmflora. Einer Studie zufolge reduzieren Probiotika nicht nur die Dauer von Durchfällen, sondern auch deren Anzahl. Zu den probiotischen Lebensmitteln zählt u.a. Joghurt. Um die Bekömmlichkeit zu verbessern, sollte auf einen mit niedrigem Fettgehalt gesetzt werden (3, 6, 7, 8, 9).
  • Heilpflanzen: Es gibt zahlreiche Heilpflanzen, die eine beruhigende Wirkung auf den Darm haben und für natürliche Linderung bei Durchfall sorgen. Dazu zählen beispielsweise Gänsefingerkraut, Kamille, Heidelbeeren, Hafer, Nelken, Pfefferminze, Rhabarber, Schafgarbe, Waldbeeren, Ulme, Storchenschnabel, Schlafmohn, Süßholzwurzel oder Rosskastanien. In einer Studie wurde außerdem belegt, dass eine Kombination aus Kamille, Myrrhe und Kaffeekohle vergleichbare Effekte zur Heilung von akutem Durchfall wie herkömmliche Arzneimittel aufweist (2, 5).
  • Hausmittel: neben den altbewährten Hausmitteln wie Haferschleim, auch in Kombination mit zerdrückter Banane und geriebenem Apfel, eignen sich auch Elektrolyt-Pulver zur Anreicherung des Trinkwassers, um den Mineralienhaushalt wieder herzustellen. Auch Kohletabletten, die mögliche Bakteriengifte aus dem Darm aufnehmen und neutralisieren, sind hier anzuführen, ebenso wie Heilerde (2).

Wie du anhand der Auflistung erkennen kannst gibt es einige Lebensmittel, die sich auch während einer Durchfallerkrankung bestens zum Verzehr eignen. Denn Hunger muss, trotz Darmbeschwerden, niemand leiden und der Körper benötigt gerade in dieser Situation unterstützende Nahrung und ausreichend Flüssigkeit.

Gemüse sollte nicht roh, sondern gekocht verzehrt werden. Dies sorgt für eine bessere Bekömmlichkeit. Möhren, Pastinaken und Sellerie sind bei Durchfall gut geeignet. (Bildquelle: agamaszota / Pixabay])

Was für uns eigentlich selbstverständlich sein sollte, jedoch in stressigen Momenten oder aus Angewohnheiten heraus in den Hintergrund rückt, ist das gründliche Kauen und langsame, bewusste Essen. Allein dadurch erleichtern wir Magen und Darm ihre Tätigkeiten.

Rezeptideen

Hier haben wir dir ein paar Inspirationen für mögliche und einfache Mahlzeiten zusammengestellt, in denen für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte. Der Fokus liegt, wie bereits thematisiert, auf einfach verdaulichen Lebensmitteln, die dich aber trotzdem mit den in dieser Situation relevanten Nährstoffen versorgen.

  • Haferschleim (ggf. mit Obst wie geriebenem Apfel oder zerdrückter Banane)
  • Möhrensuppe
  • Fruchtbrei
  • Joghurt mit Haferflocken
  • Gemüsebrühe, Hühnerbrühe
  • Kartoffelbrei mit Möhren
  • Rührei / Omelett mit Gemüse (z.B. Möhre, Kürbis)
  • Pfannkuchen aus Hafermehl und Banane
  • Reis mit Gemüse

Am besten testest du aus, was dir in deiner Situation am besten bekommt. Für den einen mag es ein Haferbrei sein, dem anderen tut erstmal nur eine Brühe gut. Höre im wahrsten Sinne des Wortes auf dein Bauchgefühl.

Was soll ich bei Durchfall trinken?

Bei Durchfall verliert der Körper mehr Flüssigkeit als üblich, weswegen die Gefahr einer Dehydrierung besteht. Damit dir dies nicht passieren kann, solltest du sichergehen, dass du regelmäßig, ggf. stündlich, ausreichend trinkst. Die übliche Trinkmenge für Erwachsene sind, je nach Größe, Gewicht und Aktivität, zwei bis drei Liter pro Tag.

Eine regelmäßige, erhöhte Flüssigkeitszufuhr ist bei Durchfall das A und O.

Doch genau wie bei fester Nahrung solltest du auch beim Trinken Rücksicht auf deinen Darm nehmen, um ihn nicht zusätzlich zu belasten. Je länger dein Durchfall andauert, desto mehr Elektrolyte verliert dein Körper. Aus diesem Grund kann eine Zufuhr mit elektrolythaltigen Getränken nicht nur sinnvoll, sondern sogar nötig werden.

Ausreichend Flüssigkeit ist bei Durchfall durch den erhöhten Flüssigkeitsverlust wichtig – wohltuende Tees, wie Kamille, beruhigen den Darm. (Bildquelle: congerdesign / Pixabay)

Generell eignen sich bei Durchfall Getränke wie stilles Mineralwasser und ungezuckerte Tees. Hier können z.B. Kamille, Fenchel, Kümmel- oder Heidelbeertee getrunken werden. Gemüse- oder Hühnerbrühen versorgen den Körper mit Mineralien wie Natrium, die dem Körper wegen des Flüssigkeitsverlusts fehlen.

Ist der Durchfall von längerer Dauer oder chronisch, sind elektrolythaltige Pulver aus der Apotheke, die in Wasser und Tees aufgelöst werden können, hilfreich. Achte stets darauf, dass dein Getränk mindestens Zimmertemperatur hat, aber nicht zu heiß ist (1).Welche Lebensmittel soll ich bei Durchfall meiden?

Grundsätzlich solltest du alle Lebensmittel vermeiden, die die Tätigkeit deines Darms erschweren können. Hierzu zählen u.a. (1):

  • Fettreiche Lebensmittel: Fleisch, Fisch oder Soßen sind Fettträger, weswegen du entweder auf fettarme Sorten, wie zuvor erwähnt, zurückgreifen solltest oder wie bei Soßen, vorerst auf diese verzichtest.
  • Milchprodukte: Milch, Käse oder Joghurt sind für den Darm schwerer verdaulich, u.a. durch den hohen Fettgehalt.
  • (starke) Gewürze: Gewürze können deinen Darm zusätzlich reizen, weswegen du verarbeitete Produkte und Fast Food gänzlich meiden solltest.
  • Zuckeraustauschstoffe: Sorbit, Xylit, Maltit oder Isomalt sind einige der zahlreichen Zuckeraustauschstoffe, die nicht nur abführend, sondern auch aufblähend wirken können.
  • Koffein: koffeinhaltige Getränke können den Durchfall verstärken, weswegen du Kaffee, Softdrinks, Alkohol oder auch Energydrinks nicht trinken solltest.
  • Unverdünnte Fruchtsäfte: aufgrund ihrer konzentrierten Form können Fruchtsäfte abführend wirken.
  • Zuckerhaltige Speisen: Gebäck, Süßspeisen und Naschzeug enthalten nicht nur hohe Mengen an industriell verarbeitetem Zucker, sondern auch Transfette, die es zu vermeiden gilt.
  • Blähendes Gemüse / Hülsenfrüchte: Kohlsorten und Hülsenfrüchte sind für den Darm schwerer verdaulich und können Blähungen verursachen.
  • Unverträglichkeiten: generell solltest du alle Lebensmittel meiden, die du nicht verträgst und ggf. herausfinden, welche Lebensmittel deinen Durchfall verursachen. Hierfür ist ein Ernährungsprotokoll hilfreich, bei dem du genau notierst, was du gegessen hast. Das kann dir und deinem Arzt so helfen, eine mögliche Unverträglichkeit ausfindig zu machen.

Auch wenn dir diese Liste mit Lebensmitteln, die du vorerst besser meiden solltest, lang vorkommen mag und du deine üblichen Mahlzeiten nicht wie gewohnt essen kannst, behalte stets im Hinterkopf, dass es sich erstmal nur um eine vorübergehende Anpassung handelt. Wenn du die Ursache deiner Durchfallerkrankung herausgefunden hast und sich dein Darm erholen konnte, kannst du schrittweise deine gewohnten Lebensmittel wieder zu dir nehmen.

Welche Personengruppen müssen besonders vorsichtig bei Durchfall sein?

Durchfall ist für niemanden angenehm und wenn dieser länger als üblich anhält oder gar chronisch wird, kann dies gesundheitliche Konsequenzen mit sich bringen. Doch besonders Säuglinge und Kinder, Senioren, Schwangere und Krebspatienten müssen bei einer Durchfallerkrankung vorsichtig sein. Bei ihnen sollte frühzeitig ärztlicher Rat aufgesucht werden.

Besonders bei Kindern und älteren Menschen besteht bei Durchfall eine erhöhte Gefahr von zu hohem Flüssigkeitsverlust.

Kinder haben im Verhältnis zu Erwachsenen, einen höheren Verlust an Flüssigkeit und meist noch kein Gespür für die Trinkmenge, die sie benötigen. Bei Neugeborenen in ihren ersten Lebenstagen beträgt die Faustregel 2 bis 3 Milliliter pro Stunde und Kilogramm Körpergewicht, bei Säuglingen sind es 4 bis 6 Milliliter. Kinder bis 10 Kilogramm benötigen 4 Milliliter stündlich, ab 20 Kilogramm Körpergewicht sind es 6 Milliliter plus einen weiteren Milliliter pro zusätzlichem Kilogramm.

Genau wie Kinder können auch bei älteren Menschen Probleme bei der Einschätzung ihrer benötigten Trinkmenge auftreten, weswegen auch hier Vorsicht angesagt ist. Hier werden 1,5 Liter, was ca. 6 Gläsern entspricht, empfohlen. Schwangere und Krebspatienten sollten bei einer Durchfallerkrankung bestenfalls Rücksprache mit ihrem Arzt halten, doch wird Krebspatienten geraten, für stündliche Flüssigkeitszufuhr zu sorgen (1).

Fazit

Durchfall ist meist ein Symptom, das mit einer Ursache einhergeht. Obwohl die Klärung dieser Ursache stets im Mittelpunkt stehen sollte, darf Durchfall nicht leichtfertig abgetan werden, denn aufgrund des hohen Verlusts an Flüssigkeit kann dieser ernste gesundheitliche Folgen mit sich bringen.

Um diesen selbst in den Griff zu bekommen, ist Wert auf eine ballaststoffarme und leicht bekömmliche Kost zu legen. Sollte jedoch keine Besserung eintreten ist es unumgänglich, ärztliche Hilfe aufzusuchen.

Bei der Auswahl an Nahrungsmitteln, die sich bei Durchfall eignen, sollte auf unverarbeitete, einfach verdauliche Lebensmittel gesetzt werden. Dies gilt sowohl für feste Nahrung als auch für Flüssigkeiten.

Literaturhinweise (9)

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6. Sazawal S, Hiremath G, Dhingra U, Malik P, Deb S, Black RE. Efficacy of probiotics in prevention of acute diarrhoea: a meta-analysis of masked, randomised, placebo-controlled trials. Lancet Infect Dis. 2006 Jun;6(6):374-82. doi: 10.1016/S1473-3099(06)70495-9. PMID: 16728323.
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7. Johnston, Bradley C et al. “Probiotics for pediatric antibiotic-associated diarrhea: a meta-analysis of randomized placebo-controlled trials.” CMAJ : Canadian Medical Association journal = journal de l'Association medicale canadienne vol. 175,4 (2006): 377-83. doi:10.1503/cmaj.051603
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Hausmittel bei Magen-DarmBeschwerden: Vergessene Mittel aus der Hausapotheke und vom Wegesrand
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