Caprylsäure: Was ist das und wofür ist es wichtig?

Caprylsäure: Was ist das und wofür ist es wichtig?

Caprylsäure ist eine Substanz welche unter anderem aus dem Öl der Kokosnuss gewonnen wird. Ihre Einnahme in Form von Nahrungsergänzungsmitteln bringt für den menschlichen Körper eine Reihe von gesundheitlichen Vorteilen mit sich. Nicht nur Verfechter der Keto-Diät greifen gerne auf Caprylsäure zurück. Auch beim häufig vorkommenden Problem einer Infektion mit Hefepilzen lassen sich mit der Einnahme Erfolge erzielen.

In unserem Beitrag zum Thema Caprylsäure versuchen wir dir alles über die Eigenschaften und Aufgaben dieser Substanz zu erklären. Dabei erläutern wir dir zunächst was Caprylsäure überhaupt ist und fassen im Anschluss alle wichtigen Informationen zur Einnahme zusammen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Unter dem Begriff Caprylsäure versteht man eine Fettsäure, die hauptsächlich aus dem Öl der Kokosnuss gewonnen wird. Sie ist aber auch in ein paar tierischen Erzeugnissen vorzufinden.
  • Für den Menschen weist sie eine Reihe von gesundheitlichen Vorteilen auf und ist daher in der Naturheilkunde sehr beliebt. Sie wird unter anderem für die Bekämpfung von Pilzinfektionen verwendet.
  • Caprylsäure wird zudem auch zur Herstellung von Seifen, Farbstoffen, Fungiziden und antiseptischen Arzneimitteln eingesetzt.

Hintergründe: Was ist Caprylsäure?

Im folgenden Ratgeber findest du alle wichtigen Informationen zum Thema Caprylsäure kompakt zusammengefasst.

Was ist Caprylsäure und aus was setzt sie sich zusammen?

Caprylsäure ist auch unter den Begriffen Octansäure und C8-MCT-Öl bekannt. Sie ist eine Fettsäure von öliger Konsistenz, die in Kombination mit Glycerin in Milchfetten, Kokosnussöl und anderen Palmkernölen vorkommt.

Zudem gehört Caprylsäure zu den gesättigten und mittelkettigen Fettsäuren, kurz MCT-Öl (medium-chain triglycerid). Mittelkettige Fettsäuren haben gegenüber langbettigen Fettsäuren den Vorteil, dass sie vom Körper gut verdaut werden können und den Körper schnell mit Energie versorgen.

In welchen Lebensmitteln kommt Caprylsäure vor?

Caprylsäure ist in einigen alltäglichen Lebensmitteln enthalten, welche wir die im folgenden mit ihrem jeweiligen Caprylsäuregehalt aufgelistet haben:

Caprylsäure-Lieferant Milligramm Caprylsäure pro 100 Gramm
Kokosöl 7.500 bis 9.500
Palmöl 4.800
Ziegenmilch 2.600 bis 2.700
Schafsmilch 2.400 bis 2.500
Kuhmilch 1.300

(1)

Wie du siehst, weist Kokosöl den mit Abstand größten Caprylsäuregehalt auf. Aber auch in tierischen Erzeugnissen ist sie in kleineren Mengen enthalten.

Wie hoch ist der tägliche Bedarf an Caprylsäure?

Da Caprylsäure nicht zu den lebensnotwendigen Fettsäuren gehört, muss sie nicht regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden. Allerdings kann ihre Einnahme in einigen Situationen äußerst positive Effekte hervorrufen, welche wir die im nächsten Abschnitt aufzeigen werden.

Wofür wird Caprylsäure verwendet?

Die Einnahme von Caprylsäure birgt für uns Menschen eine Reihe positiver Effekte, die wir dir im folgenden genauer erklären werden.

Candida-Infektionen

Viele Menschen leiden heutzutage unter dem krankmachenden Hefepilz Candida albicans. Die Besiedlung des Darms mit diesem Pilz führt oft zu Beschwerden wie chronischer Müdigkeit, Kopfschmerzen und einem aufgeblähtem Bauch. Betroffen von dem Pilz können aber auch die Schleimhäute von Mund und Rachen sowie der Genitalbereich sein.(2,3)

halbierte Kokosnuss

Kokosöl gilt als der größte Caprylsäure-Lieferant. (Bildquelle: Unsplash/ Tirana Drndarski)

Die Einnahme von Caprylsäure kann hier das Wachstum und die Entwicklung von Candida albicans hemmen und verhindern. Dies geschieht indem die Substanz die Zellmembran des Hefepilzes angreift und dieser dann aufgrund seiner Instabilität abstirbt. Die Caprylsäure sorgt zudem für eine Zerstörung der Schleimschicht des Hefepilzes, sodass sich dieser dort nicht erneut ansiedeln kann (4,5,6,7)

Energielieferant

Caprylsäure stellt sich als der perfekte alternative Energielieferant heraus, da er unabhängig von Insulin oder Zucker funktioniert. Zucker in Form von Kohlenhydraten dienen unter normalen Umständen dem Körper als Quelle für Energie. Bei Caprylsäure ist es jedoch so, dass die Leber sie zu Ketonkörpern umbaut und diese ins Blut abgibt. Der Körper nutzt dann diese Ketonkörper anstelle von Kohlenhydraten zur Energiegewinnung.

Für diesen Prozess der Ketonbildung benötigt der Körper keinerlei Insulin. Dies ist äußerst positiv, da bei der Umsetzung von Kohlenhydraten sehr viel Insulin benötigt wird. Der Insulinspiegel schießt somit in die Höhe und versorgt den Körper kurzzeitig mit Energie. Im Anschluss fällt der Insulinspiegel jedoch wieder ab und führt oftmals zu einem Leistungstief. Dieses Leistungstief bleibt einem bei der Einnahme von Caprylsäure als Energielieferant erspart. (9,10)

Ketogene Ernährung

Im Rahmen einer ketogenen Diät ist Caprylsäure ebenfalls sehr beliebt. Es verhilft nämlich dabei die Nutzung von Fett als Energie maximal zu nutzen. Die Einnahme von Caprylsäure beschleunigt nämlich die Produktion von Ketonen im Körper, was das ultimative Ziel von Keto-Verfechtern ist.

Sie verzichten nämlich bei ihrer Ernährung zum Großteil auf Kohlenhydrate und müssen daher Energie aus anderen Quellen beziehen. So können sie also mit Hilfe von Caprylsäure weiterhin leistungsfähig bleiben und trotzdem den Zustand der Ketose erreichen. (11,12,13)

Wie wird Caprylsäure eingenommen?

Zwar ist Caprylsäure in einigen Lebensmitteln erhalten. Für eine gezielte Bekämpfung einer Candida-Infektion empfiehlt sich jedoch die Einnahme in Form von Präparaten. Dafür eignen sich am besten Kapseln, da sie dafür sorgen, dass eine ausreichend große Menge direkt zum Ort des Problems gelangt, was in dem Fall der Darm ist. Für eine gute Verträglichkeit sollten die Kapseln zum Essen mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden. (1)

Bei der Einnahme von Caprylsäure ist eine schrittweise Steigerung der Dosis sinnvoll, um einer Erstverschlimmerung vorzubeugen. Zu Beginn reichen etwa 500 Milligramm täglich. Mit der Zeit sollten zwischen 1000 und 2000 Milligramm über den Tag verteilt eingenommen werden. (1,8)

Frau in Startposition eines Sprints

Caprylsäure kann als Energiequelle genutzt werden. (Bildquelle: Unsplash/ Braden Collum)

Während einer Keto-Diät sollte man hingegen auf ein Öl zurückgreifen und mit einem Teelöffel pro Tag beginnen. Die Dosis solltest du erhöhen je stärker du dich ketogen ernährst. Allerdings solltest du nicht mehr als drei Esslöffel am Tag einnehmen. (9)

Welche Nebenwirkungen kann die Einnahme von Caprylsäure haben?

Wird bei der Einnahme von Caprylsäure auf die empfohlene Menge geachtet, so sind keine negativen Nebenwirkungen zu erwarten. Eine deutlich höhere Einnahmemenge kann zu leichten Magenirritationen und Übelkeit führen.

Was allerdings bei einer erfolgreichen Therapie einer Candida-Infektion vorkommen kann, ist die sogenannte "Herxheimer-Reaktion". Dabei handelt es sich um eine Erstverschlimmerung, was beutetet, dass sich der Patient erst für ein paar Tage bis Wochen schlechter fühlt bevor eine deutliche Besserung seines gesundheitlichen Zustands eintritt.

Dieser Effekt wird dadurch hervorgerufen, dass durch das rasche Absterben von Candida-Zellen große Mengen von Toxinen in den Körper freigesetzt werden. Ein Unwohlsein in Form von Kopfschmerzen, Fieber, Erschöpfung und Übelkeit tritt ein. (1,9)

Worauf sollte man beim Kauf von Caprylsäure achten?

Bei der Überzahl an Produkten ist es nicht immer ganz einfach, das Richtige für sich zu finden. Daher haben wir dir im Folgenden drei wichtige Kriterien zusammengestellt, die du vor dem Kauf deiner Caprylsäure beachten solltest.

  • Dosis: Die auf dem Produkt angegebene Dosis weist auf die Wirkungsstärke hin. Da die meisten Hefepilzinfektionen mit Candida albicans sehr hartnäckig sind, empfiehlt sich ein hoch dosiertes Produkt. Achte auch darauf, dass die Caprylsäure nicht mit anderen Stoffen kombiniert ist, da dies meist auf eine nur geringe Menge Caprylsäure im Produkt hinweist.
  • Reinheit: Generell solltest du bei Nahrungsergänzungsmitteln immer Wert auf eine möglichst hohe Reinheit legen. Dies garantiert nicht nur eine optimale Wirkung, sondern schützt dich auch vor unnötigen Zusatzstoffen.
  • Darreichungsform: Beachte, dass du Caprylsäure in Form von Tabletten, Kapseln oder Öl einnehmen kannst. Während die Wirkung beim Öl sofort eintritt, musst du bei Kapseln mit einer leicht verzögerten Wirkung rechnen, da diese sich erst im Magen auflösen.

Wenn du dein Produkt auf diese drei Kriterien geprüft hast, dann kannst du mit einer erfolgreichen Beseitigung deines Problems rechnen.

Wie lange sollte man Caprylsäure einnehmen?

Um eine Candida-Infektion erfolgreich zu bekämpfen, empfiehlt sich die Einnahme über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten. Diese Art von Infektion ist oftmals sehr hartnäckig und erfordert daher mehrere Monate Zeit. (1)

Wenn du die Caprylsäure im Rahmen einer ketogenen Ernährung oder allgemein zur Leistungssteigerung einnimmst, dann kannst du das Öl täglich zu dir nehmen, um den Effekt aufrechtzuerhalten.

Fazit

Caprylsäure ist eine Fettsäure, die aus Kokos- und Palmöl sowie tierischen Erzeugnissen wie Kuh- und Ziegenmilch gewonnen wird. Sie ist ein beliebtes Nahrungsergänzungsmittel, da sie einige Vorteile für den menschlichen Körper mit sich bringt. Bei einer Candida-Infektion des Darmtraktes oder Genitalbereichs kann Caprylsäure über einen längeren Zeitpunkt eingenommen Abhilfe verschaffen.

Abgesehen davon ist die Säure auch als alternative Energiequelle und im Rahmen einer ketogenen Diät heiß begehrt. Da der Körper die Caprylsäure ohne Insulin zu Ketonen umwandelt, kann man von einer hohen Leistungsfähigkeit ohne Insulinschwankungen profitieren. Außerdem verhilft sie dem Körper dabei schneller den Ketose-Zustand zu erreichen.

Einzelnachweise(13)

  1. VitaminDoctor. Caprylsäure für eine gesunde Darmflora - Wie Caprylsäure wirkt und das Wachstum des Hefepilzes Candida albicans hemmt. Source
  2. Wang Y. Looking into Candida albicans infection, host response, and antifungal strategies. Virulence. 2015;6(4):307-8. doi: 10.1080/21505594.2014.1000752. Epub 2015 Jan 15. PMID: 25590793; PMCID: PMC4601349. Source
  3. Poulain D. Candida albicans, plasticity and pathogenesis. Crit Rev Microbiol. 2015 Jun;41(2):208-17. doi: 10.3109/1040841X.2013.813904. Epub 2013 Aug 20. PMID: 23962107. Source
  4. Jadhav A, Mortale S, Halbandge S, Jangid P, Patil R, Gade W, Kharat K, Karuppayil SM. The Dietary Food Components Capric Acid and Caprylic Acid Inhibit Virulence Factors in Candida albicans Through Multitargeting. J Med Food. 2017 Nov;20(11):1083-1090. doi: 10.1089/jmf.2017.3971. Epub 2017 Sep 18. PMID: 28922057. Source
  5. Omura Y, O'Young B, Jones M, Pallos A, Duvvi H, Shimotsuura Y. Caprylic acid in the effective treatment of intractable medical problems of frequent urination, incontinence, chronic upper respiratory infection, root canalled tooth infection, ALS, etc., caused by asbestos & mixed infections of Candida albicans, Helicobacter pylori & cytomegalovirus with or without other microorganisms & mercury. Acupunct Electrother Res. 2011;36(1-2):19-64. doi: 10.3727/036012911803860886. PMID: 21830350. Source
  6. Arsenault, A. B. et al. (2019): Dietary Supplementation with Medium-Chain Triglycerides Reduces Candida Gastrointestinal Colonization in Preterm Infants. Pediatr Infect Dis J. 2019 Feb; 38(2): 164–168. Source
  7. Bae, Y. S. & Rhee, M. S. (2019): Short-Term Antifungal Treatments of Caprylic Acid with Carvacrol or Thymol Induce Synergistic 6-Log Reduction of Pathogenic Candida albicans by Cell Membrane Disruption and Efflux Pump Inhibition. Source
  8. Naturafoundation: Caprylsäuren. Source
  9. Brain-effect: CAPRYLSÄURE (C8) - ENERGIE AUS KETONKÖRPERN. Friederike Kempf, 22.03.2017. Source
  10. Prince A, Zhang Y, Croniger C, Puchowicz M. Oxidative metabolism: glucose versus ketones. Adv Exp Med Biol. 2013;789:323-328. doi: 10.1007/978-1-4614-7411-1_43. PMID: 23852511. Source
  11. Keto-ratgeber: Alles über MCT Öl. Source
  12. McGarry, J. D., & Foster, D. W. (1971). The Regulation of Ketogenesis from Octanoic Acid The Role of the Tricarboxylic Acid Cycle and Fatty Acid Synthesis. Journal of Biological Chemistry, 246(4), 1149-1159. Source
  13. Miles, J. M., Haymond, M. W., Nissen, S. L., & Gerich, J. E. (1983). Effects of free fatty acid availability, glucagon excess, and insulin deficiency on ketone production in postabsorptive man. Journal of Clinical Investigation, 71(6), 1554. Source
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